Personelle Situation sieht in Kierspe „noch gut aus“

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Noch können in den beiden Kiersper Verbundschulen die Stundentafel abgedeckt werden, es kommt zu keinem Unterrichtsausfall.

Kierspe - „Es sieht ganz gut aus“, meint Thomas Block, „wir haben die Stundentafel voll abgedeckt.“Sowohl an der Pestalozzi- als auch an der Schanhollenschule muss kein Unterricht ausfallen. Das gilt auch für die Bismarck- und Servatiusschule, wo Stefanie Fischer alle Unterrichtsstunden für alle Klassen unterbringen konnte. Auf der anderen Seite, so macht der Leiter der Verbundschule Pestalozzi und Schanhollen deutlich, ist in den Ferien bereits zum zweiten Mal eine Ausschreibung – mit der Fächerkombination „beliebig“, so gesehen also ohne Einschränkungen – gelaufen.

Doch Bewerber: Absolute Fehlanzeige! In der Verbundschule Bismarck und Servatius ist ebenfalls eine Lehrerstelle genehmigt und – wie bei den Kollegen – zum zweiten Mal ausgeschrieben worden. „Es gibt einfach keine Bewerber“, sagt Stefanie Fischer, weiß aber auch, dass „nichts passieren“, keine der Kolleginnen und keiner der Kollegen (länger) ausfallen darf: „Dann wird es eng!“

Thomas Block ist das „Bewerber-Drama“ mangels fehlender Lehramtsanwärter bewusst, zumal auch die Suche nach einer Sonderpädagogin für den Bereich der Inklusion bislang ohne Ergebnis blieb. „Die nächsten Jahre werden noch schwieriger“, weiß der Schulleiter, dass es Zeit braucht, damit Änderungen durch die neue Landesregierung, beispielsweise bei der Lehrerausbildung, wirksam werden.

Die Bismarck- und Servatiusschule findet – wie die andere Kiersper Verbundschule – ebenfalls keinen Sonderpädagogen. Die schlechte Situation werde auch durch einen Blick auf das Lehrerseminar in Lüdenscheid verdeutlicht: Dort hätten sich die Teilnehmerzahlen mittlerweile mehr als halbiert, würden schon unter 20 liegen. Es habe Zeiten gegeben, so Thomas Block, da seien in Lüdenscheid 50 bis 60 angehende Lehrer ausgebildet worden.

„Wir können froh sein, dass es hier in Kierspe noch ganz gut aussieht“, weiß Fischer von deutlich schlechteren personellen Situationen an anderen Schulen zu berichten. „Wir müssen also weiterhin kreativ sein“, weiß Rektor Thomas Block, dass immer wieder nach Lösungen gesucht werden muss, um die Stundentafeln von Schanhollen- und Pestalozzischule vollständig abdecken zu können. Dazu gehört beispielsweise, dass es im Lehrerkollegium drei Quereinsteiger gibt. Das sind Lehramtsanwärter, die noch das zweite Staatsexamen ablegen müssen, aber dabei schon arbeiten.

Grundschulleiterin Fischer bestätigt diesbezüglich ihren Kollegen, denn auch in der Servatiusschule sei jetzt eine Lehramtsanwärterin weggefallen. „Es wird dünner werden“, meint die Rektorin. In erster Linie werde es beispielsweise in Rönsahl die AG (Arbeitsgemeinschaften) und die Förderstunden betreffen, da die bisherige sogenannte doppelte Belegung wegfällt.

Natürlich ist auch Stefanie Fischer bewusst, dass man mit den Gegebenheiten zurechtkommen und nach Lösungen suchen muss, damit kein Unterrichtsausfall entsteht. Dies ist zumindest kurzfristig gesichert, auch unter dem Aspekt, dass es im Schuljahr 2018/19 erneut – dies stehe jetzt fest, konnte Rektorin Stefanie Fischer berichten – drei erste Klassen an Bismarck- und Servatiusschule geben wird. Aber, wie gesagt, es dürfe nichts Großartiges passieren, betonen beide Schulleiter.

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