Katholiken feiern Palmsonntag mit Prozession

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Palmsonntag zogen die Katholiken in einer Palmprozession vom Gemeindehaus in die Kirche St. Josef.

KIERSPE ▪ Der Palmsonntag leitet die Karwoche vor Ostern ein. Im Mittelpunkt dieses Sonntages steht die Segnung von Palmzweigen. Auch die Katholiken in Kierspe begingen vergangenen Palmsonntag auf besondere Weise.

Anstatt sich zur heiligen Messe in der Kirche zu versammeln, trafen sich Jung und Alt vor dem Gemeindehaus.Viele Kinder und Erwachsene hielten einige Zweige Buchsbaum in der Hand, mal einfach gebunden, aber auch mit bunten Schleifen versehen. Pastor Gregor Myrda trug ein rotes Messgewand. Das passiert an nur wenigen Tagen im Kirchenjahr, nur an an besagtem Palmsonntag, an Karfreitag, an Pfingsten und an den Märtyrerfesten.

Segnung der Palmzweige

Nachdem Myrda das Evangelium vom Einzug Jesu in Jerusalem vorgelesen hatte, segnete er die mitgebrachten Palmzweige. In einer Prozession zog der Geistliche dann zusammen mit der Gemeinde in die Kirche St. Josef ein. Voran gingen die Messdiener. Sie trugen den den mit Buchsbaum geschmückten Kreuzstab. Im anschließenden Hochamt lasen dann in verteilten Rollen Josef Goß, Hans-Georg Kurzawski und Pastor Myrda die Leidensgeschichte Jesu vor.

Segen, Evangelium und Prozession

Ursprünglich war die Woche geprägt von großer Freude und viel Jubel über den Einzug des Gottessohns in Jerusalem. Deshalb steht im Mittelpunkt der lateinischen Liturgied für Palmsonntag die Segnung der Zweige, die Verkündung des genannten Evangeliums und eine Prozession.

Brauch: Kinder suchen Zweige mit Süßigkeiten

Bereits seit dem 8. Jahrhundert sind Palmprozessionen im Abendland nachgewiesen. In Westfalen war es früher für Kinder der Brauch, die Palmbüsche mit Vögeln aus Hefeteig, Brezeln, Süßigkeiten und Früchten zu schmücken. Nach dem Gottesdienst versteckten die Eltern diese Palmbüsche im Haus. Das Kind, welches als erstes einen Busch gefunden hatte rief: „Palmsonntag, Palmsonntag.“ Es durfte auch als erstes mit dem Plündern der Süßigkeiten beginnen.

Hagel und Blitz fern halten

Ein weiterer Brauch war, dass Bäuerinnen in ländlichen Gebieten einige Zweige der Palmbüsche im Herdfeuer verbrannten, um so Hagel und Blitz vom Haus fern zu halten.

Jugend des Eine-Welt-Kreises lädt zum Mittagessen

Nach dem Gottesdienst war die ganze Gemeinde von den Jugendlichen des Eine-Welt-Kreises zu einem sogenannten Fastenessen eingeladen. Unter Anleitung von Claudia Koll hatten die Jugendlichen bereits am Samstag mehr als drei Stunden lang Kartoffeln und Äpfel geschält, damit es sonntags Stampfkartoffeln und Kompott zum Gericht „Himmel und Erde“ geben konnte. Zugleich boten sie aber auch viele Eine-Welt-Artikel an, wie fair gehandelte Schokolade, bunte Tücher und Kaffee. Der Erlös des Fastenessens war für eine Schule für Landwirtschaft und Berufsausbildung in Uganda, bestimmt. ▪ GeG

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