Kastrationspflicht für Katzen gefordert

Die bewährten Vorstandsmitglieder des Tierhilfevereins Arche wurden bei der Jahreshauptversammung am Samstag in ihren Ämtern bestätigt.

KIERSPE ▪ Nach der Jahreshauptversammlung am Samstag bleibt beim Tierhilfeverein „Arche“ alles beim Alten: Die bewährten Vorstandsmitglieder wurden bei den anstehenden Wahlen in ihren Ämtern bestätigt. Die Vorsitzende des zurzeit 33 Mitglieder zählenden Vereins, Bärbel Höll, bedankte sich für den Zusammenhalt und das Vertrauen während des Bestehens der „Arche“.

Besonderen Dank sprach sie Maik Spieker aus, der den Verein in dieser Zeit mit Rat und Tat unterstützte, sowie Gerda Arndt, die Vögel und Wildtiere betreut.

Der Jahresbericht, den die zweite Vorsitzende, Ute Pillmayer, vorlegte, spiegelte die vielfältige und erfolgreiche Arbeit der Tierhelfer wider. Um 234 Tiere kümmerten sich die Vereinsmitglieder. In erste Linie um Katzen (104) und Hunde (91), aber auch um sechs ausgesetzte Zwergkaninchen, die erfolgreich vermittelt werden konnten, sowie viele andere. Vom Milan über Rinder, ein Pony bis zu Frettchen und Wellensittichen.

31 Tiere konnten erfolgreich vermittelt werden, fast alle als entlaufen oder zugelaufen gemeldeten ihren Besitzern wieder zurückgegeben werden. 50 Wildtiere wurden der Obhut von Gerda Arndt übergeben.

Ein landesweites Problem, mit dem sich auch die Kiersper Tierhelfer konfrontiert sehen, ist die explosionsartig steigende Zahl freilaufender, verwilderter, häufig ausgesetzter Katzen, die sich ungehemmt vermehren, ohne Zufütterung aber nicht genug Nahrung finden und schließlich erkranken und/oder verhungern. Um diesem Katzenelend vorzubeugen, übernahm der Verein im letzten Jahr die Kosten für die Kastrationen von 23 verwilderten, bei Hüttebruch lebenden Tieren. 65 Prozent der Gesamtausgaben, mehr als der Zuschuss der Stadt, musste für diese Aktion aufgewendet werden. Und auch in diesem Jahr wird der Verein für diesen Zweck weitere Ausgaben tätigen.

Satzungsänderung

beschlossen

Geschäftsführerin Regina Flick bittet die Kiersper Katzenhalter dringend, den Verein bei seinen Bemühungen zu unterstützen, und die eigenen Freigänger operieren zu lassen. Da dies aber leider viel zu häufig unterbleibt, sprach sie sich auch für eine Kastrationspflicht für Katzen aus, wie sie in Paderborn bereits eingeführt wurde. Dabei droht Tierhaltern, die dieser Pflicht nicht nachkommen, eine Geldstrafe bis zu 500 Euro.

Dass der Verein trotz der hohen Ausgaben beim Kassenbericht mit einem guten Ergebnis abschließen konnte, „mit genügend Polster für eine Sonderaktion“, wie es Kassenprüfer Joachim Flick formulierte, ist einzig den eingegangenen Spenden zu danken, für die sich der Vorstand ganz besonders bedankt.

Einstimmig beschloss der Verein eine Satzungsänderung, die die Gemeinnützigkeit des Vereins auch weiterhin sichern soll und die Möglichkeit einer pauschalen Aufwandsentschädigung bis zu 500 Euro festschreibt.

Ein vierbeinigen Besucher der Jahreshauptversammlung, die mit einem gemütlichen Kaffeetrinken ausklang, sucht übrigens zurzeit dringend ein neues liebevolles Zuhause: Der dreijährige Pekinesenmix Nino wurde kürzlich wegen familiärer Umstände abgegeben. Obwohl er gern Streicheleinheiten und menschliche Gesellschaft genießt, ist er kein Couchpotato, sondern ein kecker, munterer Geselle, der Bewegung auch mit seine Artgenossen mag. Außerdem verträgt er sich mit Katzen. Drei Exemplare dieser Spezies, alle zwischen ein und drei Jahre alt, suchen ebenfalls nach einem Heim mit kompetenten „Dosenöffnern“. ▪ luka

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