An der Kastanienallee fällt ein Baum nach dem anderen

Nachdem der Stamm mittels einer Seilwinde in die beabsichtigte Fallrichtung gespannt wurde, setzte der Kettensägenführer erst den Kerbschnitt und zum Schluss den Fällschnitt.

KIERSPE - Bei Haus Isenburg fällt zurzeit eine Rosskastanie nach der anderen. Gegen 9.30 Uhr war es gestern so weit, dass die Mitarbeiter der Firma Horst Willi Turk aus Halver schon den sechsten Baum seit Beginn der Maßnahme am Montagmorgen entfernten.

Von Rolf Haase

Dazu wurde der Stamm erst über eine Seilwinde in die beabsichtigte Fallrichtung gezogen und gespannt, damit der Kettensägenführer anschließend zunächst die Fällkerbe und danach den entscheidenden Fällschnitt setzen konnte. Schulbuchmäßig fiel der Baum unter lautem Krachen, als der weit verzweigte Kronenbereich auftraf, zu Boden.

Insgesamt werden im Rahmen der jetzt laufenden Arbeiten 42 Bäume gefällt, darunter auch neun Jungbäume mit geringem Stammumfang, aber auch 33 alte. 20 davon standen schon länger auf der Liste, 13 sind jetzt neu hinzugekommen. Damit weichen sämtliche Rosskastanien angefangen vom Kreuzungsbereich bis zum Beginn des Grundstückes der Isenburg auf der einen Straßenseite und der Sitzbank vor der Böschung mit dem Fichtenbestand dahinter auf der anderen. Veranschlagt für die Maßnahme sind zwei Wochen, berichtete Turk-Vorarbeiter Georg Ens. Das Astwerk wird gleich vor Ort gehäckselt und die Stämme als Brennholz abgefahren.

Zum Schluss, auch das beinhaltet der Auftrag, den die Stadt erteilt hat, werden dann noch sämtliche Baumstuken entlang der Straße entfernt, so dass alles bereit ist, um, wie das geplant ist, die neuen Winterlinden zu pflanzen. „Es handelt sich zwar um Jungbäume, die allerdings schon einen Stammumfang von 25 bis 30 Zentimetern und eine Höhe von rund fünf Metern haben“, informierte Ordnungsamtsleiter Wolfgang Plate, der sich zusammen mit dem städtischen Bauhof um die Ausführung des Beschlusses des Umwelt- und Bauausschusses kümmert. Im Abstand von 14 Metern kommen die Winterlinden wechselständig, wie das bei einer Allee sinnvoll ist, in den Boden, damit die Baumkronen sich möglichst ungehindert ausbreiten können.

Auch bei leichtem Frost, kann die Pflanzung noch problemlos erfolgen, so dass die Auflage des Bewilligungsbescheides für die 80-prozentige Landesförderung der Maßnahme, nämlich, dass dies in diesem Jahr passieren muss, erfüllt werden kann. Dieser Teil des Auftrages ist an die Baumschule Sennekamp aus Senden im Münsterland gegangen.

Bereits vor zwei Jahren hätten Experten der Kastanienallee „keine zehn Jahre mehr gegeben“, erinnerte Plate an die Vorgeschichte. Damals hatte es schon einmal einen ersten Fällbeschluss des Ausschusses gegeben, der dann aber vom Rat nach massiven Bürgerprotesten wieder zurückgenommen worden war. Inzwischen hatten die Schäden an den Bäumen aufgrund des Bakterien- und Pilzbefalls jedoch immer weiter zugenommen, so dass die Gefahrenbäume eigentlich 2012 gefällt werden sollten.

Aufgrund der Insolvenz der beauftragten Firma war es dazu nicht gekommen. Stattdessen war wegen der Verkehrssicherungspflicht der Kommune aushilfsweise die Firma Turk eingesprungen und hatte erst einmal bei diesen Bäumen nur die Kronen abgeschnitten.

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