Namen für kleine Bäche gesucht

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Von dem namenlosen Bach, der in den Holterhäuschener Bach fließt, sind aktuell nur zwei Pfützen zu sehen. Die Hitzeperiode hat das Gewässer versiegen lassen, sodass das Bachbett zugewuchert ist.

Kierspe - Der Landwirt, der zufällig auf dem alten Traktor vorbeikommt und schon aufgrund seines Alters sich bestens in dem Gebiet zwischen Bremecke und Neuenhaus auskennt, nickt auf die Frage, ob es unterhalb der L 528 einen Bach gibt. Einen Namen für das kleine Gewässer kennt er aber nicht. Außerdem bemerkt er: „Da ist nichts mehr drin!“

Soll heißen, dass die Hitzeperiode den kleinen Bach ausgetrocknet hat. Außer zwei Pfützen ist kein Wasser zu sehen. Selbst ein Bachbett ist fast nicht mehr zu erkennen, da alles zugewuchert ist. Der versiegte Bach ist einer von 66 im gesamten Gebiet des Wupperverbandes, die keine Namen haben.

Das möchte der Verband jetzt aber ändern: „Sie heißen bisher ,linker Zufluss des xxbachs’ oder ,namenloser Siefen’. Von den rund 4000 Bächen im Wuppergebiet sind zahlreiche ohne Namen weder in den Karten des Wupperverbandes noch in topografischen Karten der Behörden verzeichnet.“

Teilweise seien es recht kurze Zuläufe, die eben in andere Bäche münden. Doch dem Wupperverband geht es um die namenlosen Gewässer, die länger als 250 Meter sind. Und davon gibt es im Wuppergebiet insgesamt 66 Bäche, die ohne Namen in den Karten stehen – zwei davon auf Kiersper Stadtgebiet.

Das soll sich, so das Vorhaben des Wupperverbands, ändern. Allerdings sollen diesen kleinen Gewässern nicht irgendwelche Namen gegeben werden, die erfunden, ausgedacht wurde. Vielmehr geht es darum herauszufinden, ob es für diese 66 Bäche vielleicht Namen gibt, die in Vergessenheit geraten sind, weil sie zu selten benutzt wurden.

Kennen Bürger oder Vereine Bachnamen?

Hier kommen dann ortskundige Bürgerinnen und Bürger oder Bürger- und Geschichtsvereine ins Spiel, die möglicherweise Informationen über den Namen der Bäche haben oder zumindest einen ortsgebräuchlichen Namen für den Bach in ihrer Nachbarschaft kennen.

Ein Teil der Karte zeigt die kleinen Bäche mit den Nummer 23 und 60, für die nach Hinweisen auf die Namen gesucht werden.

Die Fachleute für das geografische Informationssystem des Wupperverbands erhoffen sich Hinweise auf alte Namen und Bezeichnungen, die in der Region gebräuchlich sind, aber nicht in den Karten vermerkt wurden. „Wir wollen gerne herausfinden, ob es in der Bevölkerung Bezeichnungen für Bäche gibt, die sich vielleicht aus historischen Unterlagen ergeben“, sagt Karl-Heinz Spies, Leiter der geografischen Informationssysteme und Geodateninfrastrukturen beim Wupperverband. „Oder ein Name hat sich bei den Anwohnern seit Langem etabliert und wird gemeinhin nun für einen Bach genutzt. Wir freuen uns über entsprechende Hinweise.“

Zwei namenlose Bäche auf Kiersper Gebiet

Auf dem Gebiet der Stadt Kierspe wird nach den Namen von zwei Bächen gesucht: Bei der Nummer 23 handelt es sich um den derzeit ausgetrockneten Bach, der im Wald westlich der Landesstraße 528 – kurz nach der Einmündung der Kreisstraße 25 (Handweiser) in Richtung Halver – zum Holterhäuschener Bach fließt und etwa 700 Meter lang ist. 

Die zweite Namenssuche in Kierspe trägt die Nummer 60 und liegt im Gebiet zwischen Vor dem Rennsiepen und Hohenberg/Lingenberg. Der Bach östlich der Kerspetalsperre ist 333 Meter lang und mündet in den Rennsiepen, der wiederum in die Kerspetalsperre fließt.

Man kann nur noch erahnen, dass hier normalerweise ein kleiner Bach fließt.

Eine Übersicht können die Nutzer im Internet unter www.fluggs.de/Namenssuche finden. Wer einen Namen beziehungsweise eine Bezeichnung eines (noch) namenlosen Baches kennt, kann diesen – nach Möglichkeit mit einem Kartenausschnitt versehen – dem Wupperverband, E-Mail fluggs@wupperverband.de, mitteilen. 

Umfangreiche Daten beim Wupperverband

Im Übrigen stellt der Wupperverband in seinem Fluss-Gebiets-Geoinformations-System (www.fluggs.de) für alle Interessierten Geodaten zur Verfügung. Dies reicht von Informationen zu Schutz- und Überschwemmungsgebieten, Lage von Klärwerken oder auch Bauwerken in den Gewässern, zum Beispiel Wehre, bis hin zu verschiedenen Freizeitthemen, wie beispielsweise über den Wupperweg oder den Service Kanusport im FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) „Untere Wupper“. Darüber hinaus ist die Karte mit den eingezeichneten und nummerierten 66 namenlosen kleinen Bächen unter www.fluggs.de/Namenssuche zu finden.

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