Paradiesvögel, Ritter, Hippies und Polizisten feiern Karneval

Aus den 1970ern direkt nach Rönsahl: Diese Hippies hatten sichtlich Ihren Spaß beim Rönsahler Karneval 2016.

Rönsahl - „Wir wollen Party machen und Karneval feiern mit viel Musik und Tanz“, versprach Ortsbürgermeister Holger Scheel den Rönsahlern und das ist am vergangenen Samstag gelungen. Ort des Events war die historische Brennerei. Schon alleine im Vorverkauf gingen mit 84 Karten die meisten Tickets über den Ladentisch.

Ein buntes Programm erwartete die Rönsahler, denn Paul Posthorn alias Heinz Pohl aus Hückeswagen hatte sich angekündigt. Er ist schon lange im Karneval aktiv und hat in diesem Jahr zum ersten Mal den Sprung nach Köln geschafft. Auch Dorfreporter Holger Scheel hatte sein Kommen wieder zugesagt und zum Höhepunkt der Party erwarteten die Grenzdörfler die Narrenzunft Blau-Weiß Neye mit ihrem Tanzcorps, dem Dreigestirn und dem Elferrat.

Organisiert wurde die Karnevalsparty von einer Gruppe Freiwilliger des TSV Rönsahl, die sich einmal im Jahr nur zu diesem Zweck zusammen finden. In der Hauptsache sind dies Klaus-Dieter Rasper und Manfred Kämmer.

Edelleute aus dem Mittelalter, Paradiesvögel, zwei Gendarme aus Frankreich oder eine Gruppe „bekiffter“ Hippies, was die Kostüme anging, hatten die Gäste großen Einfallsreichtum bewiesen. IMit Paul Posthorn begann der erste Programmpunkt und der hatte es in sich. Pointiert, auf den Punkt genau, nahm er sich als letzte und wohl auch vergessene Auskunft der Post aktueller Themen aus dem Tagesgeschehen an. Mit allen Großen in der Politik war er per „Du“, gab ihnen am Telefon Ratschläge und vermittelte unter ihnen. Er verriet, dass es bald einen Film über die VW-Abgasaffäre in den Kinos geben wird. „Einer flog unter den Abgastest“ wird wohl sein Titel sein. Ansonsten hatte er sich vorgenommen, demnächst ohne PC zu facebooken. „Ich gehe durch die Innenstadt, stupse jeden an und rufe ‚Gefällt mir‘ und verteile dann in der Kantine Fotos von mir aus dem Urlaub.“

Mit Karnevalshits läutete Andrèe Böker eine Tanzrunde ein und es dauerte nur ein paar Sekunden, da war die Tanzfläche gut gefüllt.

Holger Scheel hatte sich auch für dieses Jahr als Dorfreporter vorbereitet und konnte so einiges aus dem Dorfleben berichten. So hatte er mitbekommen, dass Gudrun Rutz von der Sparkasse Geld abholen wollte. Den neuen Bezirksbeamten der Polizei, Axel Oehm, traf sie dort. „Gehört Ihnen der weiße BMW vor der Tür?“, fragte er sie. Als sie bejahte riet er ihr, gleich 25 Euro mehr abzuheben, denn ihr Auto stehe im Halteverbot. Doch nicht nur die Familie Rutz wurde von ihm aufs Korn genommen. Dr. Luyken war ebenso Thema, wie Horst Becker.

Rönsahl feiert Karneval

Der Höhepunkt des Abends war der Besuch einer Abordnung der Narrenzunft Blau-Weiß Neye. Die historische Brennerei platzte fast aus allen Nähten, als die große Gruppe mit Tanzcorps, Elferrat, Dreigestirn und weiteren Narren die Karnevalsparty besuchte. Doch sie kamen nicht nur so vorbei, sie hatten auch Programm mitgebracht. DasTanzcorps tanzte temperamentvoll zur Karnevalsmusik, der Elferrat hatte einen Tanz nach der Musik von Starwars einstudiert und das Dreigestirn hatte das Mottolied über die vielen Wipperfürther Baustellen mitgebracht.

Von Gertrud Goldbach

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