Internationales Recht immer wichtiger für Anwälte

Die Anwälte der Euro-Lawyers EWIV trafen sich zur jährlichen Tagung und Gesellschafterversammlung jetzt im italienischen Meran, darunter auch drei Vertreter der Kiersper Kanzlei MNCG.

KIERSPE ▪ Mit Christoph Gebauer, Jochen Mehrens und Tim-Henrik Viebahn haben jetzt drei Anwälte der Kanzlei MNCG an der Tagung und Gesellschafterversammlung der Euro-Lawyers EWIV im italienischen Meran teilgenommen, die diesmal von der dortigen Partnerkanzlei Dr. Pirhofer & Partner ausgerichtet wurde.

Die Kiersper Anwälte sind seit 2004 Mitglied des Zusammenschlusses. Vor zwei Jahren war Gebauer sogar zum Geschäftsführer der Euro-Lawyers gewählt worden. Damals hatte er sich zum Ziel gesetzt, den Zusammenschluss regional und auch hinsichtlich der Rechtsgebiete weiter auszubauen. Aus seiner Sicht wird der Verbund in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen, denn europäische Rechtsfragen spielen schon heute eine immer größere Rolle.

Die 1995 gegründeten Euro-Lawyers wurden als grenzüberschreitender Verbund gegründet. Mit der Öffnung des europäischen Rechts- und Wirtschaftsmarktes sollten vor allem mittelständische Unternehmen auf ein attraktives und gut funktionierendes Netzwerk deutschland- und europaweit kooperierender Rechtsanwaltskanzleien zurückgreifen können, das an fachlicher Kompetenz und technischer Ausstattung den Großkanzleien in nichts nachsteht. So können die Mitglieder eine fachübergreifende und kompetente Rechtsberatung gewährleisten. Erforderlichenfalls werden ortsverschiedene Kanzleien, die aufgrund ihrer Zulassung als Fachanwälte oder ihrer Tätigkeits- oder Interessensschwerpunkte über ein spezielles Wissen verfügen, in die Beratung mit eingebunden.

Für die Kiersper Kanzlei MNCG bietet das Netzwerk die Möglichkeit, bei Fällen mit Auslandsberührung dem Mandanten schnell helfen zu können und den Kollegen in dem jeweiligem Land persönlich zu kontaktieren. Schon mehrfach konnte dies genutzt werden.

Zum Tagungsprogramm gehörte am ersten Tag auch eine Einladung des Gerichtspräsidenten ins Meraner Gericht zu einer Besichtigung mit Erläuterungen zur italienischen Zivilprozessordnung. Auf großes Interesse stieß zudem der anschließende Vortrag über die Besonderheiten in Südtirol, da dort in Deutsch und in Italienisch verhandelt und geurteilt werden kann. Die sich anschließenden Ausführungen einer Friedensrichterin, unter anderem über den noch heute existierenden ethnischen Streit um Land- und Wasserrechte, waren beeindruckend. Im Rahmen einer anschließenden Stadtführung erhielt die Gruppe einen informativen Überblick über Meran und seine Geschichte.

Dann begann der eigentliche Tagungsteil: Geschäftsführer Christoph Gebauer begrüßte alle anwesenden Rechtsanwälte, insbesondere auch Dr. Naschberger aus der neu gewonnenen Partnerkanzlei aus Kufstein in Österreich. Er konnte weiterhin berichten, dass es ihm gelungen ist, ebenfalls eine Partnerkanzlei im griechischen Athen zu akquirieren. Auch die Hansestadt Hamburg wird künftig mit einer Partnerkanzlei besetzt sein. Seit Übernahme der Geschäftsführertätigkeit von Gebauer konnte die Euro-Lawyers EWIV Kanzleien aus den Ländern Belgien, Dänemark, Schweiz, Italien, Österreich und Griechenland als neue Partnerkanzleien gewinnen sowie in Deutschland in Hamburg. Aktuell sind somit in dem Netzwerk 22 Kanzleien an 26 Standorten in neun Ländern aktiv. Diese erreichte strategische Erweiterungen fand natürlich ein sehr positives Echo seitens der Teilnehmer.

In drei Fachvorträgen zu italienischem Recht mit Bezügen zum Europarecht konnten wichtige und interessante Einblicke gewonnen werden. Abends erholte sich die Juristen gemeinsam in einer urtypischen Tiroler Burschenschaft. Dabei konnten die persönlichen Kontakte weiter vertieft werden.

Am zweiten Tag folgte die Besichtigung der Partnerkanzlei in Meran. Hier konnten die Teilnehmer aus erster Hand erfahren, wie die italienischen Kollegen den Arbeitsalltag bewältigen. Manches war ungewöhnlich, manches vertraut. Am Nachmittag wurde Trautmansdorff und seine wunderschönen Gartenanlage besichtigt, wobei nun auch das Wetter sich von der besten Seite zeigte. Die Tagung klang am Abend festlich aus.

Geschäftsführer Christoph Gebauer sprach zum Schluss die Einladung zur nächsten Tagung in nächsten Jahr aus, die 2014 in Zürich und damit in der Schweiz stattfinden wird.

Rolf Haase

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