Kaninchenzuchtverein Kierspe wird aufgelöst

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Alfred Garbe mit seinem besten Rammler.

KIERSPE - 38 Jahre lang sind die Kaninchenzüchter in Kierspe ihrem Hobby nachgegangen, besuchten Kreis-, Bezirks- und Landesschauen und sammelten regelmäßig Trophäen für ihre schönsten Tiere. Anfang des Monats ging es nun zur letzten, der 82. Bezirksschau in Brügge.

Von Laila Weiland

Ende 2014 wird sich der Verein auflösen – der Nachwuchs fehlt. Von ehemals 35 Mitgliedern sind nur noch 12 übrig.

Alfred Garbe ist anzusehen, dass ihm der Abschied nicht leicht fallen wird. Der 63-Jährige war fast 15 Jahre Vorsitzender des Vereins. Kaninchen züchtet er, seitdem er acht Jahre alt war. „Unsere schönsten Schauen waren im alten Bürgerhaus an der Höherstraße“, erinnert er sich. „Das Vereinsheim dort war unser Herzstück.“ Auch die gemeinsamen Fahrten zu den Landesschauen in Hamm waren Höhepunkte im Vereinsleben. „Wir haben einige Landesmeister in unseren Reihen“, sagt Garbe, der selbst 1981 und 1982 die Goldmedaille gewann.

In seinem Keller stapeln sich in einer Glasvitrine die Pokale und Auszeichnungen aus 55 Jahren Kaninchenzucht. Im Laufe der Jahre hat er sich einen Namen gemacht, sodass auch andere Züchter seine Tiere kaufen. Seine letzte Medaille in Silber hat Garbe von der Schau in Brügge mitgebracht. Er und sein Vereinskollege Hans-Dieter Lux wurden mit gleicher Punktzahl Bezirksmeister mit ihren Kaninchenrassen – Garbe mit einem Wiener wildfarben und Lux mit einem Rex.

Sie stellten außerdem die besten Rammler und Jungtiere. Bewertet wurden Gewicht – maximal fünf Kilo darf ein Wiener auf die Waage bringen – Körperform, Fellhaar und Pflegezustand.

Von seinen 50 Tieren hat Alfred Garbe nur noch 15 Stück in seinem Stall. Bis auf die besten werden aber auch diese in den kommenden Tagen entweder geschlachtet oder verkauft. Schwer fällt dem Züchter das nur bei besonders guten Tieren: „Meinen ältesten Rammler hatte ich acht Jahre“, sagt der Kiersper. „Den konnte ich aber auch nicht selber schlachten, sondern habe ihn dann abgegeben.“

So wie der Kiersper Kaninchenzuchtverein stehen die meisten Vereine im Bezirk Lüdenscheid vor dem Aus. „Wir hätten zwar die Möglichkeit, mit dem Verband in Iserlohn zu fusionieren, aber für die viele Fahrerei sind unsere Mitglieder einfach zu alt“, sagt er.

Zum Abschluss möchte der Züchter noch einigen Dank aussprechen: „Der Kleingartenverein Thingslinde hat uns drei Jahre lang seine Räumlichkeiten für die Schauen und als Vereinsheim zur Verfügung gestellt. Außerdem möchten wir uns bei allen Geschäftleuten und Banken bedanken, die uns in den vergangenen Jahren unterstützt haben. Und ganz besonderer Dank gilt unserem Schirmherrn Erich Mürmann.“

Auch ohne den Zuchtverein wird Garbe noch weiterhin Tiere halten – Kaninchen gehören für ihn einfach dazu.

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