Käufer für Kirche St. Engelbert gefunden

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Der Vorstand bleibt vorläufig im Amt, die Wahlen wurden nach den Mitteilungen von Pfarrer Thorsten Rehberg (rechts) erst einmal vertagt.

Kierspe - Das Ende rückt näher: Für die katholische Kirche St. Engelbert und das dazugehörige Gemeindehaus habe sich ein Käufer gefunden, berichtete Pfarrer Thorsten Rehberg bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins St. Engelbert.

Den Namen wollte er nicht nennen, da der Kaufvertrag noch nicht unterschrieben sei. Rehberg stellte der Versammlung aber einen „kulturellen Mehrwert für Rönsahl“ in Aussicht.

Die Versammlung nahm die Informationen mit gemischten Gefühlen auf. Dass es in absehbarer Zeit dazu kommen würde, wussten alle, aber jetzt mussten sie sich konkret mit einer Situation befassen, die den unmittelbaren Vereinszweck betraf. Der Förderverein hat sich einerseits „Pflege und Unterhalt der Gebäude“ zur Aufgabe gestellt, andererseits die Unterstützung des Gemeindelebens.

Nach dem Verkauf gibt es keine Gebäude mehr, aber das bedeute nicht automatisch das Ende der Katholischen Gemeinde in Rönsahl, bekräftigte der Pfarrer. „Sie werden weiter Gemeinde sein, so lange dies gewünscht wird.“ Geplant ist eine Mitnutzung der Servatiuskirche. Entsprechende Absprachen mit dem Presbyterium der Evangelischen Gemeinde in Rönsahl gab es schon vor Längerem. Nun soll ein Nutzungsvertrag abgeschlossen werden, der es den Katholiken ermöglicht, ihre Gottesdienste in der evangelischen Kirche zu feiern.

„Sobald klar ist, wann es in Servatius weitergeht, wird der Gottesdienstbetrieb eingestellt.“ Der letzte Akt werde dann die „Profanierung“ im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes sein, durch die die Kirche ihren sakralen Charakter verliert. Alle anderen Gottesdienste der Gemeinde würden an diesem Sonntag ausfallen.

An diesem Punkt war die Tagesordnung der Mitgliederversammlung längst über den Haufen geworfen. Es mache keinen Sinn, einen Vorstand zu wählen, wenn unklar sei, wie es mit dem Verein weitergeht, meinten die Teilnehmer übereinstimmend. Die geplante Satzungsänderung sei ebenfalls erst nach Abschluss von Kauf- und Nutzungsvertrag möglich, im Moment gebe es dafür keine Basis.

Die Versammlung vertagte sich deshalb auf einen späteren Zeitpunkt, bekam aber vom Pfarrer eine Denkaufgabe mit auf den Heimweg. Ein jeder möge sich überlegen, was mit den Sakralgegenständen der Kirche geschehen soll. Nach Möglichkeit sollten sie auch weiterhin in Gottesdiensten genutzt werden.

Der Verkauf von St. Engelbert ist Teil der Umstrukturierung der Gemeinde. Pfarrer Rehberg hat jetzt die, für einen Priester extrem undankbare Aufgabe, Kirchen zu schließen. Den Anfang hatte vor zwei Jahren die katholische Kirche St. Peter am See in Meinerzhagen-Hunswinkel gemacht. Mit der Profanierung von St. Engelbert ist das Ende des Pfarrentwicklungsprozesses noch lange nicht erreicht.

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