Der viele Regen hat dem Wald sehr gut getan

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Mit roter Farbe – biologisch abbaubar – kennzeichnet Förster Uwe Treff die Bäume, die nach dem Befall durch Borkenkäfer gefällt werden sollen.

Kierspe - „Der Wald ist eigentlich gut durch den Sommer gekommen“, zieht Förster Uwe Treff Bilanz. Ausreichend Feuchtigkeit im Sommer, eine Trockenphase im Frühsommer und viele Niederschläge im Hoch- und Spätsommer sorgten dafür, dass der Wald im Herbst aus einem satten Grün nun ins bunte Herbstlaub wechseln kann.

„Das Frühjahr war sehr feucht und damit gut für den Wald. Anders sah es da schon im Mai und Juni aus. Dort kam es zu einer massiven Trockenheit und hohen Temperaturen“, sagt Treff. Für den Wald an sich wären zwei solcher Trockenmonate sicher kein Problem. Doch das fehlende Wasser begünstigt die Vermehrung der Borkenkäfer. Denn wenn dem Baum das Wasser fehlt, dann kann er nicht genügend Harz bilden, um die Käfer wirkungsvoll abzuwehren. Somit ist eine Trockenphase vor allem für den Käfer gut. Und nach Darstellung von Treff hat der Käfer seine Chance genutzt. „Wir haben dann sofort die sogenannten Käfernester eingeschlagen, um eine weitere Ausbreitung der Schädlinge zu verhindern“, erzählt der Waldfachmann.

Als dann der Sommer mit viel Regen und gemäßigten Temperaturen weiterging, vermutete der Förster schon, dass das Schlimmste überstanden sei. Treff: „Das war aber dann nicht so. Ende August und Anfang September tauchten plötzlich zahlreiche neue Nester auf. An einer Stelle waren gleich 100 Festmeter betroffen.“

Doch trotz dieses unerwarteten Befalls beziffert er die Gesamtschäden in seinem Revier auf rund 600 Festmeter. „Da waren Waldbesitzer in anderen Regionen Deutschlands in einem ungleich höheren Maß betroffen“, so Treff. Doch Auswirkungen auf den Holzpreis habe das nicht gehabt. „Es gab zwar die Bemühungen von einigen Sägewerkern, einen Abschlag durchzusetzen, das hat aber nicht funktioniert, jedenfalls nicht für das Holz, das wir verkauft haben“, sagt der Förster. Wobei es auch schon immer üblich war, dass sogenanntes Käferholz, bei dem sich die Rinde bereits löst, mit einem Abschlag verkauft wird. Allerdings war es bislang üblich, dass die Sägewerker das Holz, das bereits befallen, aber die Rinde noch fest am Stamm war, zum regulären Preis kauften.

Und dieser reguläre Preis für Fichtenholz der Spitzenklasse beträgt derzeit 93,50 Euro pro Festmeter. Damit ist der Preis übers Jahr kontinuierlich aber langsam gestiegen. Die Hoffnung einiger Waldbesitzer und Forstleute auf einem Preis jenseits der 100-Euro-Marke zu kommen, hat sich jedoch nicht erfüllt.

Ganz anders sehe die Preisentwicklung für Laubholz aus. So werde die Eiche je nach Qualität in einem Preis zwischen 80 und 160 Euro gehandelt. Daran konnte in dieser Region auch der Sturm nichts ändern, der in der vergangenen Woche übers Land zog. „Bei uns gab es so gut wie keine Schäden. Einige einzelne Bäume wurden zwar umgeworfen, aber keine zusammenhängenden Bestände. Betroffen waren davon auch einige Laubbäume, die derzeit noch im vollen Laub stehen“. Auch sei es zu einigen Astabbrüchen gekommen. „Im großen und ganzen hatten wir also ein bislang gutes Jahr für den Wald. Wobei das so nicht überall in Deutschland aussieht“, sagt Treff. Damit bezieht er sich auf die Situation in Süddeutschland und auch in Hessen, wo es durchaus zu massiven Schädigungen – ausgelöst durch lange Trockenzeiten – gekommen sei.

Für die kommenden Wochen sieht Treff die vorrangige Aufgabe der Waldarbeiter in dem Abarbeiten der Käferschäden und dann im Wiederbepflanzen – Kulturzeit nennt er das.

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