Holzpreis leicht gesunken, aber wohl weiter stabil

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Förster Uwe Treff vermutet, dass sich der Preis für Fichtenholz auf dem Niveau des Vorjahres bewegen wird.

Kierspe - Wie abhängig die Waldbesitzer letztlich vom Wetter und vor allem vom Ausbleiben starker Stürme sind, wurde erst vor wenigen Tagen wieder deutlich. Denn bei jeder Prognose den Holzpreis betreffend schränken Förster und Waldbesitzer ein: „Das gilt alles nur, wenn wir nicht wieder einen starken Sturm bekommen.“

So ist das auch, wenn Förster Uwe Treff über das vergangene Jahr und den Ausblick für 2018 spricht. Einzelne Windwürfe habe es durch den Sturm Brunlind gegeben, doch keine nennenswerten Schäden – das gelte für den gesamten Bereich Kierspe und Rönsahl, teilte Treff gestern auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung mit.

Und damit gilt auch noch all das, was der Forstfachmann wenige Tage zuvor über das abgelaufene Jahr und seine Erwartungen für das neue Jahr gesagt hat. Demnach muss 2017 für den Kiersper Wald als durchschnittliches Jahr gesehen werden, wobei die Trockenheit und Hitze im Frühjahr dem Wald durchaus Probleme bereitet hätten, die aber durch den nassen Sommer in Teilen ausgeglichen werden konnten.

Doch das Jahr startet nicht mit dem Frühjahr, sondern mit dem Winter. Aufgrund des fehlenden Schnees war dieser zwar gefühlt ausgefallen, jedoch sprechen die Temperaturen eine andere Sprache. „Wir hatten rund zwei Wochen Frost. Die reichten uns, um in einem Bereich Holz über eine gefrorene Wiese abzufahren“, erinnert sich der Förster. Im Mai und Juni habe es dann eine echte Hitzeperiode mit viel Trockenheit gegeben.

„Das ist bei den Neuanpflanzungen gerade noch einmal gut gegangen.“ Lediglich eine Fläche mit Fichten habe er verloren, so Treff. „Die Nässe ab Juli war gut für den Wald, aber schlecht für die Arbeiten im Forst“, führt der Kiersper weiter aus. Man habe die Arbeiten immer wieder unterbrechen müssen – und trotzdem sei es zu massiven Wegeschäden gekommen. Doch letztlich habe man auch immer wieder über die nassen Wege fahren müssen, um das durch Borkenkäfer geschädigte Holz aus dem Wald zu bringen.

Davon habe es im vergangenen Jahr aufgrund der Frühjahrstrockenheit einiges gegeben. Rund 1000 Festmeter hat allein Treff aus seinem Revier abfahren lassen müssen. Das hat sicher auch dazu beigetragen, dass der Ertrag im vergangenen Jahr deutlich höher war, als ursprünglich geplant. 6000 Festmeter hatte der Förster für das vergangene Jahr eingeplant, letztlich wurden es 8400 Festmeter – 300 davon waren Laubholz, das immer noch eine nahezu unbedeutende Rolle in Kierspe spielt.

Und so, wie auch Burglind vor zwei Tagen nur geringe Schäden in Kierspe anrichtete, verhielt es sich auch mit den Stürmen im vergangenen Jahr – „die Schäden durch Sturm sind nicht nennenswert.“ Doch auch, wenn die Laubbäume nur eine untergeordnete Rolle im Kiersper Wald spielen, eine Baumart bereitet dem Förster sorgen – und nicht nur ihm. Denn das sogenannte Eschensterben greift überall um sich, eben auch im Sauerland.

„Am deutlichsten wird das an den Straßenrändern sichtbar, weil der Landesbetrieb Straßen.NRW dort aus Sicherheitsgründen alle Eschen fällen lässt“, erzählt Treff. Betroffen seien alle Altersklassen. Meist komme der Baum in Laubholzbeständen nur einzelnen vor, es gebe aber auch einige geschlossene Bestände. Einer davon steht im Volmetal – und stirbt in seiner Gesamtheit. Derzeit gebe es Versuche, resistente Bäume zu züchten.

Damit dieses gelingt, müssen zuerst aber Bäume gefunden werden, die dem tödlichen Pilz widerstehen. Waldbesitzer seien aufgerufen, entsprechende Bäume zu melden. Zentral gesammelt werden die Daten dazu nicht allzu weit von hier in Gummersbach. Ob die Arbeit zu einem positiven Ergebnis führt, weiß niemand. Treff vermutet, dass die Esche den gleichen Weg gehen wird, wie vor einigen Jahren die Ulme, die nach dem Ausbruch einer Krankheit heute komplett verschwunden ist.

Auch wenn ihm das Sterben der bereits zweiten Baumart Sorgen bereitet, bezeichnet der Förster die Gesundheit des heimischen Waldes als „ganz gut“. Das ist natürlich auch für den Förster und die Waldbesitzer erfreulich, denn letztlich dient das Holz des Waldes ja dazu, Erlös zu erzielen. Dieser ist beim Fichtenholz zwar im vergangenen Jahr um 2 bis 4 Euro für den Festmeter gefallen, mit einem Preis von 90 bis 92 Euro aber immer noch auf einem hohen Niveau.

Förster Uwe Treff: „Wenn es keine außergewöhnlichen Ereignisse gibt, dann erwarte ich in diesem Jahr kein weiteres Sinken des Preises. Das sieht in Süddeutschland ganz anders aus, dort hat es solch massive Schädigungen durch den Borkenkäfer und einen schweren Sturm gegeben, dass der Nadelholzpreis deutlich nachgegeben hat.“ Nachgegeben im Sauerland hat auch der Preis, der sich mit Laubholz erzielen lässt – und zwar um rund 10 Euro pro Festmeter, wobei gutes Eichenholz nach wie vor gefragt sei.

Das Eschensterben

Heimische Eschen werden durch den Pilz Hymenoscyphus pseudoalbidus derzeit massiv in ihrer Verbreitung und Entwicklung beeinträchtigt. Der Verursacher des Eschentriebsterbens, auch „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ genannt, hat sich mittlerweile in 22 Ländern Nord-, Ost- und Mitteleuropas etabliert und ist auch in Deutschland flächendeckend in den Eschenbeständen anzutreffen. Seit seinem Erstnachweis in Deutschland im Jahr 2007 wird eine negative Krankheitsentwicklung in Eschenbeständen jeglichen Alters sichtbar. Mit einem Rückgang des Pathogens ist nicht zu rechnen und auch die Anzahl resistenter Eschen ist sehr gering, weswegen derzeit gezielt an der Aufklärung des Infektionsweges, dem Krankheitsverlauf und der Ausbreitung des Pilzes geforscht wird. Im Frühstadium der Erkrankung treten an der Mittelrippe der Blätter bräunliche Nekrosen auf. Frühzeitiger Blattfall und lichte Kronen sind ein weiterer Hinweis auf einen erkrankten Baum. - Quelle: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.

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