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Nach Treffen an Waschanlage: Junges Paar von Strafbefehl überrascht

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Von: Jana Peuckert

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Das Buch der Strafprozessordnung steht auf dem Tisch des Gerichts Essen (Symbolbild)
Vor dem Meinerzhagener Amtsgericht wurde die Fahrerflucht einer jungen Frau behandelt. (Symbolbild) © Volker Hartmann / dpa

Was geschah am 28. August 2021 mitten in der Nacht an einer Waschanlage in Kierspe? Das Amtsgericht Meinerzhagen versuchte das jetzt zu klären.

Kierspe - Es ist kurz vor Mitternacht am 28. August vergangenen Jahres: An der Volmestraße in Kierspe ist eine Frau mit ihrem Auto auf das Gelände der Waschanlage gefahren, hält an einem Staubsaugerplatz – allerdings nicht zum Reinigen des Wagens, sondern für ein ungestörtes Treffen mit einem jungen Mann. Beim Rückwärtsfahren gibt es plötzlich einen Ruck.

Die 19-Jährige und ihr Begleiter steigen aus, nehmen einen Pfeiler in Augenschein, den sie als mutmaßlich angefahrenes Objekt ausmachen. Einen Schaden sieht keiner von ihnen, also verlassen die beiden guten Gewissens die Waschanlage, ohne die Polizei zu verständigen. Doch damit hatte sich der Vorfall nicht erledigt.

Einige Zeit später geht der Meinerzhagenerin ein Strafbefehl wegen Unfallflucht über 450 Euro zu. Sie legt Einspruch ein mit dem Ziel, eine Einstellung zu erreichen. Eine solche wird ihr vonseiten der Staatsanwaltschaft auch gegen eine Zahlung von 150 Euro angeboten. Darauf erfolgt aber keine Reaktion mehr – weder von der 19-Jährigen, noch von ihrem Verteidiger. Also wird ein Verhandlungstermin im Amtsgericht Meinerzhagen angesetzt.

Stahlblechwand statt Pfeiler angefahren

Der Verteidiger der Frau erklärt dort, seine Mandantin habe den Anstoß bemerkt, sei auch ausgestiegen. Da sie keinen Schaden gesehen habe, sei sie dann ohne schlechtes Gewissen davon gefahren. Das Problem: Die junge Frau hatte nicht den Pfeiler, sondern eine Stahlblechwand angefahren und einen Schaden von etwa 5000 Euro angerichtet. Da die 19-Jährige keine Vorstrafen mitbringt, nimmt das Gericht das Angebot der Verfahrenseinstellung wieder auf. Zahlt die Frau 150 Euro an die Staatskasse, ist der Fall also erledigt.

Einen guten Rat gibt der vorsitzende Richter der Angeklagten am Schluss des Prozesses dann doch noch mit auf den Weg: „Wenn Sie Ihren Führerschein behalten wollen, lege ich Ihnen dringend ans Herz, lieber fünf Mal hinzugucken und lieber einmal mehr die Polizei zu rufen.“

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