Erstwähler schockiert über AfD-Abschneiden

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Daumen hoch oder runter? Hier zeigen die Erstwähler Torben Kukkel, Lee Nordmeier und Justus Engstfeld, was sie von dem Ergebnis der Bundestagswahl 2017 halten.

Kierspe - Drei junge Kiersper Erstwähler erzählen von ihren Erfahrungen, Hoffnungen und Gefühlen bei der Bundestagswahl 2017.

Torben Kukkel (18 Jahre) aus Kierspe hat sich ein anderes Ergebnis bei der Bundestagswahl 2017 gewünscht. „Ich bin schockiert, dass so viele ihre Stimme der AfD gegeben haben.“ Ohne die Rechtspopulisten im Parlament wäre die Wahl für ihn zufriedenstellend ausgegangen.

Torben Kukkel.

Der Rechtsruck in Deutschland zeigt für den Gesamtschüler, dass die Leute sich nicht von den regierenden Parteien nicht verstanden gefühlt haben. „Es ist schade, dass so eine Partei gewählt wurde. Sie steht nicht für Europa. Doch jeder hat die Möglichkeit, nach seinen eigenen Interessen zu wählen.“ 

Bei der Entscheidungsfindung habe er sich bewusst nicht von seinem engeren Umfeld beeinflussen lassen. „Ich habe mir meine eigene Meinung gebildet.“ Seine Entscheidung habe er auf Grundlage der Wahlprogramme, aber auch anhand von Fernsehsendungen und Zeitungsartikeln getroffen. „Ausschlaggebend war das Programm, das meine Interessen wiedergibt.“ 

Das erste Mal wählen zu können, war für den jungen Mann vor allem von einem großen Verantwortungsgefühl geprägt. „Es hat sich gut angefühlt, eine so wichtige Entscheidung treffen zu dürfen.“ Welche Partei er wählen würde, sei ihm schon im Vorfeld klar gewesen. Deshalb sein für ihn der Gang in die Wahlkabine eine lockere Angelegenheit, „aber dennoch spannend.“

Lee Nordmeier.

Die Kiersperin Lee Nordmeier (18) hat vor der Wahl bewusst mit ihren Eltern gesprochen, um einen Überblick darüber zu bekommen, worauf diese achten. Neben den Wahlprogrammen habe sie auch mit dem Wahl-O-Mat gearbeitet. „Dabei war ich aber nicht mit dem Ergebnis zufrieden.“ Ihre Entscheidung habe sie an dem Programm der entsprechenden Partei festgemacht. 

Bei ihrer ersten Wahlteilnahme hat sich die Gesamtschülerin „wichtig gefühlt, daran beteiligt zu sein. Dabei wurde ich nicht ins kalte Wasser geworfen, da man als Kiersperin ja das Wahllokal und zum größten Teil auch die Wahlhelfer kennt. Dass man mit seinem Gang in die Kabine etwas bewirken kann, das hat sich gut angefühlt.“ 

Zu der AfD hat die junge Frau eine klare Meinung: „Das kann nicht der richtige Weg für die Wähler sein.“ Schon bei der Podiumsdiskussion im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule, bei der neben der Bundestagsabgeordneten Petra Crone (SPD) auch Hermann Reyher (Bündnis 90/Die Grünen Kierspe) und Matthias Schohland (CDU Meinerzhagen) anwesend waren, habe man auch über Protestwähler gesprochen. „Ich hoffe auf eine Reaktion der Regierung, damit diese in Zukunft unterstützt werden.“ 

Ob sie mit dem Ausgang der Wahl zufrieden ist, könne sie nicht beantworten, da ihr noch die nötige Erfahrung fehle.

Justus Engstfeld.

Justus Engstfeld (19) hat sich nie die Frage gestellt, ob er wählen geht oder nicht. „Es war ein aufregendes und wichtiges Gefühl. Ich habe mich auch noch nach der Wahl mit den einzelnen Ergebnissen intensiv beschäftigt. Es fühlt sich gut an, dass man eine Stimme bekommt und mitwirken kann.“ 

Mit dem Ausgang der Wahl ist der junge Kiersper „nicht so richtig zufrieden“. Das liege vor allem an der Position der AfD. Er hofft, dass das Wahlergebnis zu einem Weckruf für die etablierten Parteien wird. 

Das Abscheiden der Alternative für Deutschland schockierte den Gesamtschüler. Für ihn sei es wichtig, dass man eine demokratische Partei wählt. „Ich frage mich, ob die Leute nichts aus der Geschichte Deutschlands gelernt haben. Ich habe die Hoffnung, dass die großen Parteien daraus lernen und dass die AfD in der Versenkung verschiedet und die Aufregung um diese Rechtspopulisten abflacht.“ 

Seine Entscheidung, welche Partei er wählen soll, hat der Schüler zunächst mit den Wahlprogramm, aber auch anhand der einzelnen Kandidaten getroffen. Die Sympathie spiele schon eine Rolle. „Ich habe aber auch offen mit meiner Familie gesprochen. Das ist auch in meine Entscheidungsfindung eingeflossen.“ Der entscheidende Faktor war aber das Programm der entsprechenden Partei, die auch in Zukunft seine Interessen vertritt.

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