„Wahnsinnige Kreativität“ führt zu großem Erfolg

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Die schöne Isabelle und das Biest werden beim romantischen Abendessen von Isabelles Verehrer überrascht. Für das Biest endet diese Begegnung tödlich und es erhält sein altes Aussehen als schöner Prinz wieder.

Kierspe - Das Biest versucht sich im Flirten, Chantal aus „Fack ju Göhte“ macht Werbung für eine Haarbürste und das Publikum ersetzt die fehlende Technik: Es ist Theaterzeit im Kreativzentrum.

Das machte seinem Namen an den vergangenen Samstagen alle Ehre. Mit einer „wahnsinnigen Kreativität“, wie Kursleiterin Martina Schnerr-Bille in ihrer Begrüßung betonte, trafen sich dort elf Kinder und Jugendliche insgesamt 15 Stunden zum VHS-Schauspielworkshop. Dabei stand nicht nur das Theatertraining auf dem Programm, bei dem die Sieben- bis 15-Jährigen lernten, ihre Stimme lauter zu modulieren und den Körper in andere Rollen zu bringen, sondern auch „ganz nebenbei“ noch das einstudieren eines Stücks. Am Samstag standen die Nachwuchsschauspieler dann vor dem von ihnen ausgewählten Publikum – vor allem Eltern, Großeltern und Geschwistern – auf den Brettern, die die Welt bedeuten und gaben „Die Schöne und das Biest“.

Die von Martina Schnerr-Bille verfasste Adaption des bekannten Disney-Klassikers hielt sich grob an die Vorlage – „aber die Kinder haben das Stück nochmal komplett auf links gekrempelt“, freute sich die ausgebildete Theaterpädagogin über die immense Eigenleistung der Teilnehmer, „da kann man als Lehrer aus dem Vollen schöpfen.“ Da wurden Werbeblöcke eingeplant und Charaktere umgepolt. Schon beim ersten Lesen des Textes hatten sie die unterschiedlichen Rollen untereinander aufgeteilt – nur für die Rolle der schönen Isabelle gab es gleich mehrerer Bewerberinnen. „Da haben die Kinder und Jugendlichen sich für ein Casting mit anschließender geheimer Abstimmung ausgesprochen.“

Bei der Aufführung des Stückes zeigte sich die Disziplin, mit der die jungen Akteure sich in den vergangenen Wochen in ihre Rollen hineinversetzt hatten. Texthänger gab es keine, nur ab und an mussten die Zuhörer die Ohren genau spitzen, da gegen den Verkehrslärm der Kölner Straße die teilweise feinen Stimmen der Kinder im weitläufigen Kreativzentrum verpufften. Das rund 60-köpfige Publikum sorgte mit seinen Stimmen für die fehlende Geräuschkulisse der aufziehenden Geisterwand – und am Ende mit donnerndem Applaus für das Brot jedes Künstlers. „Eure Kinder sind großartig“, lobte Martina Schnerr-Bille das Engagement der Kursteilnehmer. Sie hatten sich nämlich auch dazu entschlossen, am Ende um eine Spende zu bitten. Rund 165 Euro kamen so zusammen, die an den Arbeitskreis Flüchtlinge gehen.

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