Jubachtalsperre läuft über

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Die Jubachtalsperre läuft seit Samstagabend über – ein seltener Anblick.

KIERSPE ▪ Der Sturm Carmen ließ bereits am Donnerstagabend kurzzeitig an Kyrill erinnern, die Windböen waren für die Kiersper Wälder aber offensichtlich kein Problem.

Stattdessen sorgte der anhaltende Dauerregen vielerorts für Überschwemmungen, da das nasse und durchweichte Erdreich nicht mehr in der Lage war, noch mehr Wasser aufzunehmen. In der Nacht auf Samstag kam es im Kiersper Stadtgebiet zu Niederschlägen mit bis zu 60 Litern pro Quadratmeter, so Wehrleiter Georg Würth. Durch diese enormen Regenmengen kam es bei anhaltendem Starkregen im Laufe des frühen Samstagmorgens zu ersten Überschwemmungen im Bereich des Volmetals. Bereits gegen Mittag waren alle vier Löschzüge im Unwettereinsatz.

Zur Koordinierung und Führung der Einsatz wurde im Gerätehaus des Löschzuges 2 das Lagezentrum der Stadt Kierspe durch den stellvertretenden Wehrleiter Tobias Krömer eingerichtet.

Ab 9.30 Uhr bis in die Nacht waren am Samstag rund 80 Feuerwehrkräfte im Einsatz. Heftige Regenfälle sorgten immer wieder für Überschwemmungen, da sich in Bächen und der Volme immer wieder Treibgut vor Brücken sammelte und Kanäle verstopft wurden.

Die städtischen Sandsackreserven hatten die Feuerwehrmänner schon kurz nach Mittag verbaut. Bis zum frühen Abend hatten die Blauröcke darum auch noch die Aufgabe, Hunderte weitere Sandsäcke zu packen und zu den Einsatzorten zu bringen. Dabei arbeitete die Wehr eng mit dem städtischen Bauhof zusammen, der zusammen mit der Feuerwehr in der Einsatzzentrale der Feuerwehr die Arbeiten koordinierte.

Zwar waren sämtliche Löschzüge im Dauereinsatz, allerdings befanden sich rund 40 Blauröcke am Samstag auf Schulungen. Diese Männer lösten dann am späten Nachmittag die vollkommen durchnässten Kollegen ab.

Besondere Schwerpunkte langen im Volmetal, im Bereich des Kerspe-Bachs und am Strandbadweg in Rönsahl. So wurden diverse Einsatzstellen im Volme-, Kerspe-, Wehe- und Leyetal abgearbeitet. Doch auch die Jubachtalsperre gab den Verantwortlichen zu denken: Sie lief am Samstagabend etwa ab 18.30 Uhr über. Das Wasser bahnte sich seinen Weg in die Volme, die aber ohnehin schon sehr viel Wasser führte. Auch im Bereich unter der Jubachtalsperre liefen die Häuser Gefahr, geflutet zu werden, weshalb die Feuerwehr mit Sandsäcken das Schlimmste verhinderte. Die Meldung von Radio MK, dass ein Dammbruch drohe, sei allerdings vollkommen falsch, so Wehrleiter Georg Würth. ▪ isas

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