Bild des Heiligen Josef gesegnet

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Nun hat auch die Kirche St. Josef ein Bildnis ihres Namensgebers.

Kierspe - „Wo ist der Heilige Josef in der Kirche zu finden, wo sie doch seinen Namen trägt?“ Diese Frage haben sich die Gemeindemitglieder in der Kirche St. Josef schon oft gestellt. Zwar hatte der Architekt Gottfried Böhm 1961 eine Josefsstatue in die Umfriedungsmauer über dem Tor setzen lassen, diese Stelle wird von Besuchern der Kirche jedoch oft übersehen. In der Kirche selbst fehlte bisher eine Darstellung. Das ist seit Sonntag nicht mehr so.

Von Gertrud Goldbach

Bereits am Donnerstag kam die Plastik des Heiligen Josef, entworfen vom Hattinger Künstler Egon Stratmann, an. Sie wurde von den Mitarbeitern der Glasmalerei Peters aus Paderborn angebracht. Im letzten Sonntagsgottesdienst segnete Pastor Gregor Myrda diese Plastik und nahm sie so in die Kirche auf. Warum das Bild gerade so und nicht anders von Egon Stratmann entworfen wurde, erklärte der Künstler der Gemeinde anschaulich: „Nach der Bibel zeichnet sich Josef dadurch aus, dass er hört und handelt. Ob Josef ein Zimmermann war, ist fraglich. Im Jahre 30 nach Christus gab es in Jerusalem nicht mehr viel zu zimmern. Ich denke, dass er vielleicht eher ein Architekt gewesen ist. Darum habe ich ihm einen Winkel in die Hand gegeben und keine Säge.“

Seit Jahren gab es Überlegungen in der Gemeinde, ob und wo eine Josefsfigur oder eine bildliche Darstellung des Heiligen Josef aufgestellt werden könnte. Aus seiner Zeit in Hattingen als Kaplan kannte Pastor Gregor Myrda den Künstler Egon Stratmann. Dieser hatte für die Kapelle Maria Magdalena in Grotewiese die Malereien im Altarraum und die Fenster in der Marienkirche in Meinerzhagen entworfen.

Bereits am Donnerstag brachte die Firma Peters aus Paderborn die Plastik im Kirchenraum an.

Die Kiersper Gemeinde nahm Kontakt zu dem Künstler auf, der daraufhin in die Volmestadt kam und sich im Kirchenraum nach einem Platz umschaute, der für die Darstellung des Heiligen Josef geeignet wäre. Nach einigen Überlegungen einigten sich alle auf die Wand über dem Ausgang. Dann dachte man über das passende Material für die Darstellung nach. Egon Stratmann schlug vor, eine Plastik aus Glas zu schaffen. Er fertigte einen Entwurf, welcher mit dem Kirchenvorstand und mit dem Kunstbeauftragten des Bistums Essen, Dr. Herbert Fendrich, abgestimmt wurde.

Die Arbeiten für den Heiligen Josef wurden im Herbst 2013 in Auftrag gegeben. Bis Anfang des Jahres arbeitete nicht nur der Künstler an der Plastik, auch die Glasmalerei Peters war in die Ausführungen mit eingebunden. Zwei zwölf Millimeter starke Floatgläser dienen für die Plastik als Untergrund. Sie wurden in einer vorbereiteten Form aus Keramikfasermatten in einem Schmelzverfahren bei 650 Grad leicht gebogen und dabei etwa vier Zentimeter gezogen.

Die Bemalung der Gläser erfolgte durch die Glasmalfirma Peters mit Schablonen in mehreren Arbeitsgängen mit einer speziellen Glasschmelzfarbe. 9000 Euro hat diese Plastik gekostet. Die Summe wurde ausschließlich durch privates Engagement aufgebracht. Nun ist es endlich soweit: Jeder, der die Kirche St. Josef verlässt, sieht den Heiligen Josef, den Namenspatron der Gemeinde.

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