Neun Drehtage in Rönsahl

Aus diesem Grund wird Rönsahl  Schauplatz eines Gruselfilms

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Kierspe - Von einem der auszieht, Rönsahl das Fürchten zu lehren. Der Schauspieler Jonathan Nies will sein Heimatdorf zur Kulisse eines Gruselfilms machen, der dann auch gleichzeitig die Abschlussarbeit seiner Schauspielausbildung sein wird.

 „Ich hatte mit Theater nie was zu tun. Ich habe lediglich bei einem Schultheater mal in der Requisite gearbeitet“, sagt Nies. Stattgefunden hat dieses Theaterprojekt an der Gesamtschule, die Nies, der in Rönsahl aufgewachsen ist, bis zur Mittleren Reife besuchte. Letztlich war es ein Cousin von Nies, der ihn auf eine Schauspielausbildung und auch auf das Schauspielzentrum Köln aufmerksam machte. 

Nach mehr als drei Jahren Ausbildung an dem Zentrum, das von Arved Birnbaum geleitet wird, steht der Rönsahler jetzt vor seinem Diplom. Doch bevor er die Bescheinigung in Händen hält, muss er noch seine Prüfung ablegen. Bestandteil der Arbeit sind zwei Monologe, die auf der Bühne vorgeführt werden, und ein Abschlussfilm, der nach den Vorstellungen von Nies an rund neun Drehtagen entstehen soll.

"Viel Potenzial für Gruselfilme"

„In dieser Zeit soll ein Gruselfilm gedreht werden“, erzählt der Schauspielschüler. Warum gerade in Rönsahl? „Das Dörfliche hat viel Potenzial für Gruselfilme“, kommt es sofort zurück. 

Doch es gibt auch handfeste logistische Gründe für den Drehort, denn aufgrund seiner Herkunft lässt sich für Nies dank bestehender Kontakte vieles gut organisieren. „Wir bekommen bereits im Vorfeld viel Unterstützung. So stellen uns Rönsahler kostenlos einen Wohnwagen zur Verfügung – und auch das Catering war einfacher zu organisieren“, erzählt Nies. 

Der Rönsahler Jonathan Nies dreht zum Ende seiner Schauspielausbildung einen Gruselfilm. Dabei nutzt er als Kulisse seinen Heimatort.

Diese Hilfe ist sicher nicht zu unterschätzen, denn neben Nies, der eine Hauptrolle spielt, wird es noch drei weitere Hauptrollen geben. Dazu kommen noch ein Regisseur, der auch die Kamera bedient, ein Mitarbeiter, der sich um den Ton kümmert, und eine Maskenbildnerin.

Inhalt ist noch geheim

Über den Inhalt des Films schweigt Nies noch. Er verrät nur, dass der Zeltplatz Auf der Gathe und auch ein Bürgermeister eine Rolle spielen sollen.

Ob die Rönsahler den Film je sehen werden, liegt an ihnen selbst. „Die Premiere findet natürlich in der Schule in Köln statt, danach soll er eventuell auf einem Festival im Kultur- und Begegnungszentrum ,Anyway‘ in Köln gezeigt werden – und natürlich in Rönsahl, wenn das gewünscht wird. Ich könnte mir gut vorstellen, den Film im Gemeindehaus aufzuführen“, bietet der Schauspielschüler an.

In dem Film spielte er einen Schüler, der aufgrund seiner transidenten Einstellung gemobbt wird. Da spiegeln sich sicher auch Erfahrung von Nies. Denn geboren wurde dieser als Mädchen, auch wenn er heute als Mann lebt. „Das ist sicher auch der Grund, warum ich in diesem Umfeld in den Medien tätig werden möchte, auch mit eigenen Projekten“, sagt Nies. 

Doch ob und wie er nach seiner Ausbildung tätig wird, steht noch in den Sternen. „Mit dem Diplom ist man erst einmal offiziell arbeitslos“, scherzt Nies. Doch damit drückt er auch aus, dass es nicht ganz so einfach werden wird, in dem von ihm angestrebten Beruf Fuß zu fassen und ein auskömmliches Einkommen zu erzielen.

Allerdings sieht er durch die Streamingangebote auch viel mehr Möglichkeiten als sie das sogenannte lineare Fernsehen bietet. Doch Fernsehen und Film sollen es auf jeden Fall sein, „aber ich habe aber auch großes Interesse an der Moderation“.

Drehtage

Nach jetziger Planung beginnen die Dreharbeiten zu dem Film am 13. Juni. Abgeschlossen sein sollen diese am 4. Juli.

LGBT

Im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung spricht Jonathan Nies darüber, dass ihm LGBT-Themen am Herzen liegen. Hinter den vier Buchstaben verbergen sich die Worte Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender, zu deutsch also Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender. 

Dabei geht um die sexuelle Orientierung gegenüber dem Partnergeschlecht, um die eigene Geschlechtsidentität und um körperliche Geschlechtsvariationen. Diese Abkürzung wird im Englischen seit Anfang der 1990er-Jahre verwendet, im Deutschen um einiges später und zögerlicher. 2004 war sie schon so weit verbreitet, dass sie weltweit von vielen Gruppen und deren Medien verwendet und dadurch zum Internationalismus wurde.

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