Kommunalwahl 2020

Bürgermeisterwahl in Kierspe: Jörg Hentschel (FWG) im Portrait

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Die Familie ist dem Kandidaten Jörg Hentschel wichtig und soll auf jeden Fall mit aufs Bild. Das Foto zeigt von links: Jannik, Jonas, Sylke, Jörg, Jana und Julie Hentschel.

Kierspe - Wahlen gewinnen kann Jörg Hentschel. Gleich zu Anfang seiner ersten Ausbildung wurde der heute 51-Jährige zum Jugendvertreter gewählt, später zum Jugendvertreter des Konzerns, zu dem sein Ausbildungsbetrieb gehörte. Im Rahmen seiner Tätigkeit bei der Schutzpolizei wählten ihn seine Kollegen zum Sprecher einer Polizeieinheit, Eltern wählten ihn zu ihrem Elternpflegschaftsvorsitzenden und die Mitglieder des Hühnerweinvereins in ihren Vorstand.

Wahlen verlieren kann Hentschel aber auch – und zwar krachend. Mit 24,8 Prozent der Stimmen holte der Kandidat damals nicht einmal ein Viertel der Stimmen, als er 2014 gegen den amtierenden Bürgermeister Frank Emde antrat. Doch das hält den Kriminal-Beamten nicht davon ab, sich erneut um das höchste Amt der Stadt zu bewerben. Trat er vor sechs Jahren noch für die SPD an, so fährt er nun auf dem Ticket der Freien Wählergemeinschaft.

So richtig wohlgefühlt habe er sich bei den Genossen nicht mehr, sagte er 2019, als er seinen Wechsel zur FWG bekannt gab. „Die SPD geht nicht pfleglich mit ihrem Personal um“, sagte er damals im Gespräch mit der MZ – und meinte damit den Umgang mit ihm auf lokalpolitischer Ebene und den mit Martin Schulz auf Bundesebene. Sein Ratsmandat nahm Hentschel damals mit – und heute, nach fast sechs Jahren im Rat, sagt er, dass er noch mehr Lust habe, Bürgermeister zu werden.

Er fühle sich wohl in der FWG, auch weil man dort die Sorgen und Wünsche der Kiersper sehr ernst nehme. Jenseits der Lokalpolitik verortet er sich immer noch links der Mitte, ist sich aber sicher, allen Kierspern gerecht werden zu können – und auch den Mitarbeitern der Verwaltung, denen er verspricht, dass seine Tür diesen immer offenstehe, wobei er gleichzeitig anzweifelt, dass das jetzt der Fall sei. Aufgewachsen ist Hentschel in Remscheid, nach Ausbildungen zum Industriemechaniker und Technischem Zeichner, wechselte er 1992 auf Rat eines Freundes zur Polizei.

„Eine Entscheidung, die ich nie bereut habe“, sagt er heute. Nebenbei hat er sich auch ehrenamtlich in seiner Heimatstadt engagiert, war Vorsitzender des Kreisjugendwerks der Awo in Remscheid. Im Rahmen seines Dienstes lernte er 1995 seine Frau Sylke kennen, die er 2002 heiratete. Mit ihr wechselte er nicht nur in deren Heimatstadt Kierspe, er nahm auch ihren Namen an. „Dafür wurde ich von einem Onkel enterbt“, lacht er, als er davon erzählt. Heute wohnt das Paar mit seinen vier Kindern (elf bis 18 Jahre) im Eigenheim an der Straße Haunerbusch.

Mit Wohnwagen nach Holland

Die Familie ist Hentschel wichtig. Auf die Frage, wo der Zeitungstermin stattfinden soll, wünscht er sich das eigene Haus. Gern hätte er die Familie beim Gespräch mit am Tisch gehabt, was aber aus Termingründen nicht klappte, stattdessen soll zumindest ein Familienbild die Geschichte schmücken. Von seinem Familiensinn zeugt auch der große Wohnwagen vor dem Haus, mit dem es gerne nach Holland geht. Gleich daneben steht ein Roller, den er in den vergangenen Monaten vor allem dazu genutzt hat, auch noch die letzten Winkel von Kierspe kennenzulernen, aber auch zu den Fahrten nach Gummersbach, denn dort arbeitet er schon einige Zeit bei der Kripo.

Unterstützt wird Jörg Hentschel bei seiner Kandidatur vom Vorstand seiner Partei: Vera Maiwurm, Peter Christian Schröder, Claudia Maiwurm und Wolfgang Sikora (von links). Aber auch Sylke Hentscheld (4. von links) steht voll hinter der Entscheidung ihres Mannes.

Abends geht es dann mit dem Zweirad wieder nach Hause, zu seiner Familie. Dort konnte sich Hentschel, der genau wie seine Frau voll arbeitet, nie vor der Hausarbeit drücken. Als die Kinder noch kleiner waren und er vor allem Nachtschichten machte, hat er angefangen zu kochen. Mittlerweile ist das eine Leidenschaft, die er auch mit seinen Freunden lebt. Früher hat er gerne Hallenfußball gespielt, so ist er auch zum TSV gekommen, für den er seit 2015 im Vorstand sitzt.

Arbeiten in einer Behörde gewohnt

Wenn er Zeit hat, nutzt er diese für ausgiebige Spaziergänge in den Wäldern seiner Heimatstadt – am liebsten mit seiner Frau Sylke und den beiden Hunden. Dass die Zeit dafür knapp werden könnte, wenn er gewählt wird, ist ihm bewusst. „Ich denke aber, dass ich dafür vielen Menschen in Kierspe helfen kann“, sagt er. Angst, dann auch eine Verwaltung mit rund 100 Mitarbeitern führen zu müssen, hat er nicht. „Als Kriminalbeamter bin ich das Arbeiten in einer Behörde gewohnt, ich kenne die Abläufe und kann führen“, da ist sich Jörg Hentschel sicher. In den Wahlkampf für die Freie Wählergemeinschaft ist er übrigens nicht alleine gezogen, sein Sohn Jannik kandidiert ebenfalls für einen Wahlkreis.

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