Viele musikalische Leckereien in der Historischen Brennerei

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Mit der Verpflichtung des Gloria Cooper Quintetts zu einem Gastspiel in der Historischen Brennerei landete der KuK-Verein Kierspe- Meinerzhagen erneut einen Volltreffer.

Rönsahl - „Bei dir war es immer so schön, doch weil du eine Andere liebst, muss ich jetzt geh‘n“. Spätestens, als der Titelsong aus dem gleichnamigen deutschen Spielfilm aus dem Jahre 1954 erklang, der wohl zu den bekanntesten und namentlich aus dem Mund der bis heute unvergessenen Hildegard Knef gesungenen Evergreens aus jenen Jahren gehört, brandete nicht enden wollender Beifall im Zuhörerraum der Historischen Brennerei in Rönsahl auf.

Nicht wenige der rund 80 Zuhörer, die zur am späten Sonntagnachmittag zum dort angesagten neuerlichen Jazzkonzert in Regie des Kommunikation und Kultur Vereins Meinerzhagen-Kierspe (KuK) gekommen waren, bezeichneten den mit sichtlicher Hingabe, swingender Leichtigkeit und ausgefeilter Stimmtechnik zu Gehör gebrachten „Klassiker“ als den eigentlichen Höhepunkt eines unterhaltsamen Nachmittags. Diese Einschätzung mag nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen sein, dass dies der einzige Beitrag in deutscher Sprache war, den Pianistin und Sängerin Gloria Cooper an diesem Nachmittag zum Besten gab.

Doch gleichwie, die Originalität, die man sich zu einem Anlass wie diesem berechtigterweise nun einmal wünscht, kam nicht zu kurz – eher im Gegenteil. Die Pianistin und Sängerin Gloria Cooper, Professorin und Direktorin der renommierten Long Island University in New York und ihr vierköpfiges Orchester, zur Zeit auf Gastreise in NRW unterwegs, verstanden es während der rund anderthalbstündigen Konzertdauer, eben jenes unverwechselbare Gefühl zu vermitteln, das dem Wesen des unverfälschten „American Jazz“ nun einmal innewohnt.

Maßgeblichen Anteil daran, dass die aufgetischten musikalischen Leckerbissen aus den „Great American Songbooks“ einen nachhaltigen Eindruck hinterließen und entsprechend zwischendurch immer wieder mit Szenenapplaus belohnt wurden, hatten auch der Kölner Schlagzeuger Marcel Wasserfuhr, sein Kollege Heiner Wiberny (Saxophon), Jochen Schaal am Bass und nicht zuletzt Trompeter Klaus Osterloh, für den der neuerliche Auftritt im Rönsahler „Kulturtempel“ so etwas wie eine Art Heimspiel bedeutete.

Oft genügte lediglich ein Augenzwinkern der „Chefin“, ein anderes Mal ein temperamentvoller Fingerzeig, um das eingespielte Team ins gewollte Fahrwasser zu lenken. Nahezu wie selbstverständlich gelang es auf diese Weise, die Fantasie des Publikums zu wecken und ins gewollte Fahrwasser zu lenken. Zumal die in englischer Sprache gesungenen Texte wie „You know what I mean“, „What a difference a day made“, der Song über „Secret Love“ oder auch „Just a dream“ ausreichend Spielraum für das eigene Empfinden der Zuhörer ließen.

So war es schließlich nur zu verständlich, dass die Konzertanten – und dazu zählte stellenweise auch KuK-Chef Fritz Schmid mit seinem Saxophon – mit prasselndem Beifall verabschiedet wurden und um eine gerne gewährte Zugabe („Ulla in Afrika“) nicht herum kamen.

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