Jazz-Quartett überzeugt in Historischer Brennerei

Wiederholt Szenenbeifall und zum Abschluss „standig ovations“ gab es für die Musiker beim KuK-Konzert in der Brennerei.

Rönsahl - Wer sich im Vorfeld keine Eintrittskarte gesichert hatte, dessen Wunsch auf Einlass zum KuK-Jazzkonzert am Sonntagabend in der Historischen Brennerei musste abgeschlagen werden. Einen solchen Ansturm auf die vorhandenen etwa 130 Sitzplätze hatte die Ankündigung ausgelöst, dass KuK die Verpflichtung des Julian-Wasserfuhr-Quartetts aus dem bergischen Nachbarstädtchen Hückeswagen gelungen war.

Von Rainer Crummenerl

Das Brüderpaar Julian (Flöte) und Roman (Piano) Wasserfuhr, dem in Verbindung mit ihren Mitstreitern Benjamin Garcia (Kontrabass) und Oliver Rehmann (Drums) der Ruf vorausgeeilt war, als absolute Shooting-Stars der vergangenen Jahre den „Olymp“ des Jazzhimmels erstürmt zu haben, wusste diese Einschätzung am Sonntagabend in jeder Weise zu bestätigen.

Was bei der gut zweistündigen Non-Stop-Gala in Sachen „Jazz vom Feinsten“ insbesondere gefallen konnte, war die trotz betont hohen Qualitätsanspruchs an den Tag gelegte bezaubernde Leichtigkeit und die ungekünstelte Art und Weise, mit der die Musiker auftraten und damit von Anfang an den passenden Draht zum Publikum fanden. Das nämlich entwickelte sogleich die richtige Antenne für die von mitreißender Virtuosität und überzeugendem Tiefgang geprägten Darbietungen emotional geladener Eigenkompositionen aus der Feder der Spitzen-Jazzer, so wie sie von Bandleader Julian Wasserfuhr jeweils zuvor angekündigt wurden und der in Rönsahl vorgestellten neuen und vierten CD des Quartetts zugrunde liegen.

Breit gefächert war die Palette der zu Gehör gebrachten Impressionen. So gewann beispielsweise der Titel „Love“ aus der Feder des Jazz-Komponisten Bert Kaempfert ein neues Format. „Wir machen daraus mal eine Balade“, hatte es dazu geheißen.

Inspiriert durch eine Bahnfahrt durch Europa, widmete die Band der französischen Eisenbahngesellschaft einen eigenen Titel, ließ Lokalkolorit aufflammen durch den einem Wipperfürther Barbesitzer gewidmeten Beitrag, kleidete Erinnerungen an eine gemeinsame Urlaubswoche in Noten und wusste selbst „Bachelor Pauls tonnenweise vorhandenem Gel in den Haaren“ positive Seiten abzugewinnen.

Locker-flockig eben, dabei dennoch nie ohne die gebotene Ernsthaftigkeit und gepaart mit außergewöhnlichem Können und dem gewissen Maß an Energie, das auf der Erfolgsskala nach oben führt, wusste das Wasserfuhr-Quartett zu überzeugen. Die stürmisch geforderte und dann auch gerne gewährte Zugabe war die logische Konsequenz.

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