Jazz vom Feinsten mit „Klaro“: Ein musikalisches Feuerwerk

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KuK-Vorsitzender Fritz Schmid (links im Bild) dankte „Klaro“ für einen außergewöhnlichen Musikgenuss. Die Musiker Karoline Strassmayer (Altsaxofon), Stefan Baum (Vibraphon), John Goldsby (Bass) und Drori Mondlak (Schlagzeug) traten in der Brennerei auf.

Rönsahl - „ Wer die Herzen erreichen will, der muss von Herzen spielen. Ihr habt das heute erreicht.“ Anhaltender begeisterter Applaus begleitete am Samstagabend die Dankesworte, die KuK-Vorsitzender Fritz Schmid zum Abschluss des Jazz-Konzerts in der Brennerei an die Ausführenden richtete.

Von Rainer Crummenerl

Auch beim letzten Jazzkonzert in diesem Jahr war das historische Gebäude restlos ausgebucht. Die Musikfreunde erlebten ein Konzert, das zweifelsfrei einen Spitzenplatz in der Skala gleich gelagerter Veranstaltungen am Ort belegte.

Gleich nach den ersten Klängen des Abends verteilte das „Klaro“, die diesmal als Quartett auftraten, artig Komplimente an Gastgeber und Räumlichkeiten: „Gestern noch haben wir in der Kölner Philharmonie gespielt, aber hier in der Historischen Brennerei fühlen wir uns mindest ebenso wohl.“ Worte, die als „Türöffner“ gar nicht erforderlich waren, stattdessen vielmehr andeuteten, dass schon nach wenigen Minuten der fürs Gelingen jeder Veranstaltung so wichtige „Draht“ zwischen Bühne und Zuhörerschaft vorhanden war.

Dass dem so war, dafür standen in erster Linie Bandleaderin und Namensgeberin der Band Karoline Strassmayer (Altsaxofon), Stefan Baum (Vibraphon), John Goldsby (Bass) und vor allem Drori Mondlak an den Drums, dessen schier unerschöpflich scheinender Fundus an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten alleine schon das Eintrittsgeld wert gewesen wäre. Denn schon beim Entree des Abends, das mit „Heidis Dream“ der Mutter Strassmayers gewidmet war, wurde die außergewöhnliche Musikalität, das nahezu blinde Verständnis untereinander, gepaart mit entsprechendem Individualkönnen, deutlich, das den inzwischen weit über die Landesgrenzen hinaus gehenden Ruf der aus Funk und Fernsehen bekannten Band begründet. Während des rund zweistündigen Konzerts kamen die Zuhörer in den Genuss eines wahren Feuerwerks an kraftvoll spritzigen Grooves und eingestreuten Balladen und Elementen explosiven Swings, so wie diese – leidenschaftlich gespielt – den Inhalt des Konzertabends ausmachten.

Bemerkenswert groß war die Bandbreite der sämtlich in Eigenregie entstandenen Kompositionen.

Einige spiegelten Eindrücke und Empfindungen der in Österreich geborenen und schon seit etlichen Jahren in Köln lebenden Saxophonistin wider. So wie beispielsweise „God of wind“ – ein Stück, das den Zuhörer an den so unterschiedlich strukturierten Erscheinungsformen des Windes, der mal als laues Sommerlüftchen daher kommt, dann wieder im Inferno des Gewittersturms seine ganze zerstörerische Kraft zu entfalten vermag, teilhaben lässt. Oder auch bei den in Noten gefassten Erinnerungen an einen Spaziergang mit dem Vater in den Bergen der Alpenrepublik und der dortigen Begegnung mit der Volksmusik, der die junge Frau so wenig abgewinnen konnte. Dieses Erlebnis wurde in dem Stück „Call of the Forefathers“ verarbeitet. Mit „Small moments“, der Titelmusik einer ihrer CDs, mehr noch mit Erinnerungen an das legendäre WDR-Orchester unter Leitung von Kurt Edelhagen und die unvergessene Caterina Valente („Ganz Paris träumt von der Liebe“) steuerte Klaro auf den Höhepunkt eines Konzerts zu, das bei allen einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben dürfte. Die Musiker geizten nicht mit einer Zugabe, die von den Zuhörern stürmisch eingefordert wurde.

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