„Wir müssen gießen, gießen und noch mehr gießen“

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Die Garten-Klasse 3/4 der Freien Schule Kierspe mit Klassenlehrerin Daniela Bues (links) im Wildblumengarten.

Kierspe - „Ich habe einen Kartoffelkäfer gefunden“, ruft Klara und bringt das kleine Krabbeltier gleich mal aus dem Gartenbeet hinauf zu Klassenlehrerin Daniela Bues. Nach kurzem Bestaunen wird es abseits des Gartens wieder ausgesetzt. Eine Gefahr für die Kartoffelernte ist der Käfer so nicht mehr.

Dank der Aufarbeitung des Themas „Gartenbau“ im Sachkundeunterricht wissen die Kinder aus dem Jahrgang 3/4 der Freien Schule Kierspe, dass die Tierchen ganze Bestände kahl fressen und so den Ernteertrag deutlich schmälern können.

In diesem Jahr ist richtig viel los im Schulgarten. Im zeitigen Frühjahr rückte Bauer Kaufmann mit Traktor und Pflug an, um auf dem Gelände gut 200 Meter oberhalb des Schulhauses den Boden aufzubrechen. „Dann haben wir die Krummen weiter gelockert, den Acker fein geharkt und schließlich mit Kartoffeln und Mais die erste Saat in die Erde gebracht“, berichtet Klassenlehrerin Daniela Bues.

Hinzu kamen dann noch Kohlrabi, Buschbohnen, Zuckererbsen, Zucchini, Paprika, Kresse und Liebstöckel. Außerdem haben die Kinder auf einem Gartenstück eine jetzt in vielen Farben leuchtende Wildblumenwiese angelegt. Das ist mit Blick auf die vielen Bienen und Schmetterlinge im idyllischen Wiesental oberhalb der Ortslage Erlen passiert. Nicht umsonst ist die Schule schon letztes Jahr von der Nabu-Ortsgruppe für ihren schmetterlingsfreundlichen Garten ausgezeichnet worden.

Die munteren kleinen Gartenfreunde um die engagierte Pädagogin mussten im Frühsommer aber schnell feststellen, dass nicht nur Insekten, sondern auch andere Wildtiere Geschmack an den Pflanzen im Garten fanden. „Rehe haben die jungen Kartoffelblätter angeknabbert und die Schnecken haben immer wieder am Gemüse genascht“, erzählt Elias.

Da Schädlingsbekämpfungsmittel bei dem nachhaltig angelegten Projekt tabu sind, mussten andere Lösungen her. Die Schnecken wurden gesucht und weggetragen und den Rehen mittels eines festen Zauns der Zutritt verwehrt.

Diesem Problem folgte eine Reihe weiterer Herausforderungen. Regelmäßig rücken die jungen Gärtnerinnen und Gärtner aus, um das Unkraut zwischen den Pflanzen zu jäten. Anfangs war es für die Kinder schwer, zwischen Nutzpflanze und Wildwuchs zu unterscheiden. „Da ist dann der ein oder andere Setzling schon mal irrtümlich in der Tonne für das Unkraut gelandet“, erzählt Daniela Bues. Als die Pflänzchen dann größer wurden, fiel die Unterscheidung natürlich leicht.

Aktuell fordert der trockene Sommer die Gartenfreunde der Freien Schule heraus. „Wir müssen gießen, gießen und noch mehr gießen“, stöhnen Kinder und Lehrerin. Eine direkte Wasserversorgung für das Gelände gibt es nicht. In ihrer Not hat die Klasse die älteren Mitschüler um Hilfe gebeten. Die füllten jüngst die leeren Regentonnen am Garten mit Wasser auf. „An einigen Wochenenden war ich sogar mit meiner Familie hier, um die Pflanzen vor dem Vertrocknen zu bewahren“, berichtet Daniela Bues. Regen ist daher sehr willkommen – zumal die langen Sommerferien vor der Tür stehen und in dieser Zeit kaum Helfer für die Gartenpflege vor Ort sind. Dennoch ist das Team zuversichtlich, im Spätsommer und im Herbst die Früchte der gemeinsamen Gartenarbeit ernten zu können. „Wir planen ein kleines Erntedankfest mit den beteiligten Kindern und deren Eltern“, erzählt Daniela Bues. Die Speisen werden natürlich mit Gemüse aus dem Schulgarten zubereitet.

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