Bürgerfest

50 Jahre Stadtrechte: Open Air - bis der Regen kam

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Kierspe - Erst der offizielle Teil - mit großem Lob für eine kleine Stadt - dann das Bürgerfest: Kierspe feierte 50 Jahre Stadtrechte. Mit einem kleinen Wehrmutstropfen.

Der Ort für die Feierstunde war weise gewählt. Der Ratssaal ist zwar nicht die Wiege der städtischen Demokratie, aber doch der Ort, an dem aus der Theorie Praxis wird. Dort ringen ehrenamtliche Ratsmitglieder in jeder Sitzung um den besten Weg für ihre Stadt – eine Stadt, die nun ihren 50. Geburtstag feiern konnte. 

„Stadtrechte waren in früher Zeit sehr wichtig, bedeuteten sie doch, dass sich die Städte von dem umgebenden Land lossagen durften. Sie hatten dann Marktrechte und durften damit auch Handel treiben. All dieses ist heute nicht mehr wichtig. Doch die Städte dürfen heute nach wie vor vieles selbst entscheiden und selbst gestalten“, sagte der Staatssekretär Dr. Jan Heinisch in seinem Grußwort. 

Er machte in seiner Rede aber auch die Feinde dieser Freiheit aus, nämlich in denjenigen, die Bürgermeister und Ratsmitglieder bedrohen oder angreifen. Er ermunterte jedoch, dem zu widerstehen. Heinisch endete dann auch mit dem Appell: „Freiheit braucht Verantwortungsträger.“ 

50 Jahre Stadt Kierspe: Festakt und Bürgerfest

Der Bundestagsabgeordnete Matthias Heider (CDU) betonte in seinem Grußwort, dass ihm Kierspe besonders ans Herz gewachsen sei. „Kierspe ist ein lebens- und liebenswertes Stück Sauerland“, sagte der Abgeordnete. Er erinnerte aber auch daran, dass das Zusammenwachsen nicht reibungslos verlief. 

So seien zwei Ortsschilder am Rand von Rönsahl verschwunden, weil dort Kierspe recht groß und Rönsahl recht klein geschrieben worden sei. „Erst als dort Rönsahl ganz groß und klein darunter Stadt Kierspe stand, blieb das Schild an seinem Platz.“ 

Umschmeichelnd auch die Festrede von Landrat Thomas Gemke, der sagte: „Das Beste an Kierspe sind die Menschen.“ Er lobte das Vereinsleben, das Engagement der Bürger und erwähnte, dass es deutschlandweit nur in Kierspe zwei Motoball-Vereine gebe. „Es gibt aber nur einen Ehrenbürger – und dieser ist Horst Becker. Das muss auch so sein, denn Becker ist ein Unikat.“ 

Er appellierte an Rat und Verwaltung, den Menschen auch zukünftig etwas zu bieten, um die Menschen in der Stadt zu halten. Zum Schluss überreichte er noch eine Katasterkarte von 1830 als Geschenk zum 50. Geburtstag der Stadt. 

Die emotionalste Rede an diesem Abend hielt Michèle Parent, die für die französische Partnerstadt Montigny-le-Bretonneux sprach: „Es ist uns immer eine Freude, nach Kierspe zu kommen. Denn nach mehr als 30 Jahren Partnerschaft haben wir hier echte Freunde gefunden. Wir lieben diese Mischung aus Tradition und Moderne im Stadtbild, vor allem aber die herzliche Aufnahme, die wir hier immer erfahren. Wir sind glücklich, dass wir diesen Moment mit Kierspe teilen dürfen – und wir hoffen auf ein langes Bestehen dieser Freundschaft.“

Bürgerfest mit nassen Grüßen

Weiter ging es mit dem Bürgerfest. Doch kaum hatte die Band Six4Jazz ihre Musikinstrumente unter dem Pavillondach aufgebaut und ihren ersten Song angestimmt, begann es, leicht zu regnen. Beeindrucken ließen sich die Festgäste erst einmal nicht. 

Sie fanden sich zusammen in kleinen Gruppen, trafen sich teilweise nach langen Jahren wieder oder pflegten Kontakte. Die Rahmenbedingungen waren erstklassig, waren die Außentemperaturen im Rathausinnenhof im Gegensatz zum recht warmen Ratssaal doch durchaus angenehm. 

Die erste Getränkerunde ging aufs Haus und die Preise für Getränke und Verpflegung lehnten sich an denen vor 50 Jahren an. Doch irgendwann ließ sich der Regen nicht mehr ignorieren – und so verlegte die Band ihre Bühne in den Ratssaal, während die Besucher sich im Flur des Rathauses aufhielten. Summertime, Road Song oder Blues March stimmte die Band an. 

Besonderen Eindruck machte die Sängerin Eike Sten mit ihrer Stimme. Ulli Kuhn erstaunte die Zuhörer einmal mehr am Vibrafon, das er mit flinken Händen meisterhaft beherrschte. Mal ein Solo von Max Jalaly am Bass, eines von Jan Schürfeld an der Trompete, von Hans Reumann an seiner Gitarre oder Daniel Halbe am Schlagzeug – der musikalische Teil des Festes war abwechslungsreich. Sogar zum Tanzen regte er an, sodass die stellvertretende Bürgermeisterin Marie-Luise Linde und Männerchorsänger Michael Nagy das Tanzparkett nutzten. 

So klang das Jubiläum um die Stadtrechte von Kierspe entspannt und unterhaltsam aus. Allem Niederschlag zum Trotz.

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