Zwiebelfest: Kirche und Kirchturm feiern Geburtstag

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Natürlich war es auch möglich, den Kirchturm und das Kirchendach zu besichtigen. Carsten Möller nahm die Gruppen mit auf den beschwerlichen Weg hinauf.

Kierspe - Eine Kirche feiert 200. Geburtstag – aber die Gemeinde bekommt die Geschenke. Mit einem Festgottesdienst wurde das sogenannte Zwiebelfest begonnen – es folgten zahlreiche Aktionen in und an der Kirche.

"Ihr, die Gemeindemitglieder, seid die Margarethenkirche, nicht diese Steine“, betonte Pfarrer George Freiwat in seiner Festpredigt. Und ein Fest war es wahrlich. Aufgrund des Erntedanks war der Altarraum prächtig geschmückt, eine Taufe fand statt – und man erinnerte sich des Kirchen- und Kirchturmgeburtstages.

Das taten auch die drei Redner, die im Anschluss an den Gottesdienst ihre Grußworte übermittelten. Bürgermeister Frank Emde sprach von einem Jahr der Feierlichkeiten in Kierspe – und meinte damit nicht nur die Stadtwerdung vor 50 Jahren oder die Gründung der Gesamtschule. 

Auch die Sportler des TV Berkenbaum konnten in diesem Jahr feiern – und am Freitag der Spielmannszug der Feuerwehr. Emde erinnerte aber auch daran, dass die Fertigstellung von Turm und Kirche in eine Zeit der Neuordnung fiel, genau wie der 100. Geburtstag kurz nach dem Ersten Weltkrieg. „Und auch jetzt leben wir in Europa in unruhigen Zeiten“, so Emde. 

Der Bürgermeister betonte aber auch die Rolle der Kirche, die Menschen durch ihr ganzes Leben begleite: „Bis heute hat die Kirche deutliche Botschaften mitzuteilen und behandelt existenzielle Fragen.“

Der stellvertretende Landrat Detlef Seidel verglich Kommunalverwaltung und Kirchengemeinde, die beide unverzichtbar für die Daseinsvorsorge seien. Aber er verheimlichte auch nicht, dass beiden mit immer größerer Verdrossenheit begegnet würde, weil die Zeit von Menschen geprägt sei, die sich selbst zu wichtig nehmen würden. „Dabei vergessen diese Menschen, dass Kommunen und Kirchen nur das geben können, was sie zuvor auch von den Menschen bekommen haben.“

Heimatpfleger Ulrich Finke nahm die Besucher mit auf eine kleine Zeitreise in das Jahr 1819. Er betonte, wie wenige Menschen damals in der Stadt lebten, führte vor Augen, wie arm diese waren und machte klar, dass es alles andere als selbstverständlich war, dass in dieser Zeit ein solcher Neu- und Wiederaufbau von den Regierenden genehmigt wurde.

„Die Kirche hatte damals aber auch eine zentrale Bedeutung. Denn hier gab es sonntags nicht nur einen Gottesdienst, sondern auch die Neuigkeiten aus dem Ort“, führte Finke aus. Er erwähnte, dass das Jahr 1819 eines der wenigen ohne größere Kriege gewesen sei und schlug einen Bogen in die heutige Zeit und betonte, dass es den Menschen heute in Kierspe so gute gehe, wie noch niemals zuvor – „und wir seit fast 75 Jahren in Frieden leben können“.

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