Nachrufe nur auf der Homepage

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Nachrufe veröffentlicht die Stadt Kierspe schon seit 37 Jahren nur für aktive Mitglieder des Rats und seiner Ausschüsse sowie für Verwaltungsmitarbeiter, nicht für ehemalige. Daran wird sich auch nach dem Antrag der FWG nichts Wesentliches ändern. Für Ehemalige soll es aber künftig Nachrufe auf der Homepage der Stadt geben und in der letzten Ratssitzung des Jahres wird man der Verstorbenen gedenken.

Kierspe - Auch in Zukunft wird es keine Traueranzeigen von der Stadt für ehemalige Ratsmitglieder, Verwaltungsmitarbeiter und Feuerwehrleute geben. Denn der entsprechende Antrag der FWG wurde im Hauptausschuss abgelehnt.

„Wie es zur Zeit gehandhabt wird, ist es in Ordnung“, meinte Jürgen Tofote (CDU) in dieser Woche in der Sitzung des Hauptausschusses, zumal der Antrag ohne einen „vernünftigen Deckungsvorschlag“ sei. Zuvor hatte sich Peter Christian Schröder (FWG) noch einmal klar für Nachrufe in der lokalen Presse ausgesprochen und darauf hingewiesen, dass es 2013 einen Nachruf der Stadt für den verstorbenen ehemaligen Bürgermeister Jochen Timpe gegeben habe – „Das fand ich gut!“

„Die klassische Todesanzeige ist nicht mehr der Weg mitzuteilen, dass uns etwas berührt“, sprach sich auch Oliver Busch (SPD) gegen eine Änderung der seit 1982 bestehenden Praxis aus. Nachrufe von der Stadt gibt es nur für aktive Ratsmitglieder, sachkundige Bürger und Verwaltungsmitarbeiter, aber nicht für Mitglieder der Feuerwehr. Denn es sei schwierig, drückte es nicht nur Clemens Wieland (UWG) aus, eine Abgrenzung zu finden, und nannte als Beispiel die DRK-Helfer, die sicherlich ebenso wichtig für Kierspe seien wie die Feuerwehrmitglieder.

Auch Jahresanzeige wird verworfen

Wieland schlug aber auch vor, eine Jahres- beziehungsweise Sammelanzeige zu veröffentlichen. Hermann Reyher (Grüne) wollte für die herausragenden Persönlichkeiten Nachrufe veröffentlichen, die eine Ehrengabe der Stadt erhalten. Doch sowohl dieser Vorschlag als auch der von Clemens Wieland fanden keine Mehrheit im Hauptausschuss.

Zumal auch Bürgermeister Frank Emde unmissverständlich klar machte: „Ich lege keinen Wert auf eine Traueranzeige!“ Vielmehr folgten die Mitglieder des Gremiums dem Vorschlag von Christian Reppel (SPD), etwas Neues zu probieren, und Armin Jung (FDP), Nachrufe auf der Homepage der Stadt zu veröffentlichen und (voraussichtlich) in der letzten Sitzung des Stadtrats – wie es bei Vereinen üblich ist – der Verstorbenen zu gedenken. Der zuerst genannte Zusatz, dies auch bei Facebook zu machen, wurde nicht in den Beschlussvorschlag aufgenommen.

Es bleibt bei 37 Jahre alter Praxis

Peter Christian Schröder war nicht nur der inzige, der dagegen stimmte, sondern empfand die Diskussionen teilweise als peinlich und lächerlich. Das änderte jedoch nichts daran, dass es bei der bisher gängigen Praxis bleibt und verstorbene ehemalige Rats- und Ausschussmitglieder sowie Verwaltungsmitarbeiter einen Nachruf auf der Homepage erhalten und ihrer im Rat gedacht wird.

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