Er erstach 2008 eine Rentnerin

Frauenmörder von Kierspe ist wieder frei - Polizei überwacht ihn

In diesem Wald am Ende der Dr.-Deisting-Straße attackierte im Sommer 2008 ein 17-Jähriger die Rentnerin und verletzte sie tödlich.
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In diesem Wald am Ende der Dr.-Deisting-Straße in Kierspe attackierte im Sommer 2008 ein 17-Jähriger die Rentnerin und verletzte sie tödlich.

Der Kiersper, der im Juni 2008 eine 73-jährige Rentnerin im Kirchenwäldchen am Ende der Dr.-Deisting-Straße mit einem Butterfly-Messer getötet hatte, ist wieder frei. Allerdings hält die Polizei den heute 29-Jährigen für nicht therapierbar und überwacht ihn.

  • Nach zehn Jahren in Haft ist ein Mann entlassen worden.
  • Er erstach im Jahr 2008 eine Rentnerin in Kierspe.
  • Die Polizei hält ihn für nicht therapierbar und überwacht ihn.

Kierspe/Ahlen - Nach Verbüßung seiner zehnjährigen Haftstrafe, zu der der Täter vom Landgericht Hagen verurteilt worden war, in der Justizvollzugsanstalt Werl kam der Mann in einen überwachten Wohnverbund des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe im Hochsauerlandkreis.

Das Amtsgericht Marsberg hob die Betreuungs- und die Unterbringungspflicht auf, berief sich dabei auf ein Gutachten eines Berliner Rechtsexperten, der den Mann für ungefährlich hält. Das sieht die Polizei anders; sie hält den heute 29-Jährigen für rückfallgefährdet. Daher, so heißt es, observierten mehrere Polizeibehörden den Mann dauerhaft und flächendeckend.

Mörder von Kierspe nach zehn Jahren Haft wieder frei

Zunächst übernahm das die Kreispolizeibehörde des Hochsauerlandkreises, hinzu kam die Polizei in Warendorf, denn der Ex-Insasse der Justizvollzugsanstalt Werl soll verwandtschaftliche Kontakte in Ahlen bei Hamm haben. Es wird vermutet, dass er dorthin ziehen könnte.

„Der Schutz der Bevölkerung hat allerhöchsten Vorrang in dieser potenziellen Gefährdungslage“, wird Landrat Olaf Gericke, Chef der Kreispolizeibehörde Warendorf, zitiert. „Deshalb habe ich beim zuständigen Amtsgericht den Antrag gestellt, dass der Mann ein elektronisches Ortungssystem tragen muss.“

Polizei überwacht Täter flächendeckend

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) habe Unterstützung für den Einsatz zugesagt. Zugleich betonte Gericke, dass die Rechte des nach Verbüßung seiner Haftstraße entlassenen Straftäters zu achten seien.

Im Sommer 2008 hatte der damals 17-Jährige eine Rentnerin in Kierspe mit einem Butterfly-Messer brutal attackiert und ihr tödliche Verletzungen beigebracht. Die Frau, die einen Hund ausgeführt hatte, hatte sich heftig gewehrt. Etwa eine Stunde nach der Tat konnte die Polizei den Mann fassen.

Die intensiven Ermittlungen der Polizei führten damals innerhalb von einer Stunde zur Verhaftung des Täters.

Er habe damals unter Drogen gestanden, so hieß es, und versuchte, sich unter der Dusche zu reinigen. Ganz deutlich sei erkennbar, dass es zu einem heftigen Kampf zwischen Täter und Opfer gekommen sei. „Die Blutspuren befanden sich in einem größeren Bereich“, beschrieb damals Oberstaatsanwalt Rahmer den Tatort.

Eine Zeugin, so war damals zu erfahren, hatte Schreie aus dem Kirchenwäldchen gehört und den mutmaßlichen Täter aus dem Wald rennen sehen. Er soll nicht weit entfernt vom Wohnort der Toten gelebt haben.

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