Jagdhornbläser begleiten den Gottesdienst

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Das Gebrauchsgebläse des Hegerings aus der Nachbarstadt gestaltete die Hubertusmesse in Rönsahl. ▪

RÖNSAHL ▪ Nicht alltägliche und deshalb besonders gern gesehene Gäste hatten sich am vergangenen Sonntag in der Servatiuskirche angesagt: In Anlehnung an den alljährlich am 3. November in Jägerkreisen gefeierten „Hubertustag“ hatten es die Jagdhornbläser des Hegerings Meinerzhagen-Valbert nämlich übernommen, den Gottesdienst in der Servatiuskirche mit fröhlichem Hörnerklang im Rahmen einer so genannten Hubertusmesse zu umrahmen.

Anstelle der derzeit ohnehin nicht zur Verfügung stehenden Orgel und des dafür in der Regel eingesetzten Ersatzinstruments übernahmen die Bläser des Hegerings außerdem diesmal die instrumentale Begleitung der von der Gemeinde gesungenen Lob- und Danklieder zum Reformationstag und sorgten damit zusätzlich für ein besonderes inniges Erleben des Gottesdienstes.

Eingangs hatte Pfarrer George Freiwat in kurzen Worten die Legende kundgetan, die sich um Hubertus, den Schutzpatron der Jäger und Schützen, rankt. Dem im 7. Jahrhundert in Flandern tätigen Bischof soll demnach auf der Jagd ein weißer Hirsch mit einem Kreuz auf dem Geweih erschienen sein, was seitdem in Kreisen der Jägerschaft und Schützen als deutlicher Fingerzeig für die Verpflichtung zur Bewahrung der Schöpfung gilt und seit dem Jahr 743 jeweils am „Hubertustag“ in Erinnerung gerufen wird. In seiner Predigt in diesem zeitnah zum in der evangelischen Kirche am 31. Oktober begangenen Reformationstag gefeierten Gottesdienst nahm der Seelsorger ein Wort aus den Briefen des Paulus an die Korinther zum Anlass, die Bewahrung der Schöpfung als unverzichtbare Aufgabe zu sehen und in einer „glaubensleeren Zeit“ den Blick auf Jesus zu richten. „Reformation bedeutet, Althergebrachtes und Traditionen zu bewahren und dabei gleichzeitig Neues zu wagen. – Die „guten alten Zeiten“ waren durchaus nicht immer gut !“ gab der Pfarrer zu bedenken und machte dies daran fest, dass auch im Namen der Kirche im Laufe der Jahrhunderte viel Unrecht geschehen und es deshalb durchaus legitim sei, wenn Christen verkrustete Riten und leere Phrasen kritisch hinterfragen. „ Veränderung ist immer wieder aufs Neue erforderlich und bietet auch in unseren Tagen die Chance zu gelebtem Christsein..“, hieß es sinngemäß zum Abschluss eines feierlichen Gottesdienstes. ▪ cr

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