Zweiter Fall in zwei Monaten

Die nächste Wolfssichtung im MK!

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Helmut Brand gelang mit seinem Handy diese Aufnahme in Hohenholten.

Kierspe - Erst das Ebbe, jetzt auch Kierspe: Nachdem er seine Jagd auf Schwarzwild beendet hatte, begegnete ein Jäger am frühen Samstagmorgen einem ganz anderen wilden Tier - einem Wolf.

"Ich war gegen 5.30 Uhr auf dem Rückweg von der Jagd, als ich das Tier auf einer Rinderweide sah", sagte Helmut Brand im Gespräch mit der MZ. Durch die eben erst gemähte Wiese sei es leicht gewesen, mit dem Auto die Verfolgung aufzunehmen. "Der Wolf hielt immer 20 bis 30 Meter Abstand, hatte aber keine Probleme, auch über längere Strecke dieses Tempo zu gehen", erinnert sich Brand. "Das war der typische Wolfsgalopp. Es war schon beeindruckend zu sehen, wie leichtfüßig er die Strecke läuft."

Seit mehr als zehn Jahren ist der Hattinger Jagdpächter in diesem Gebiet - eine solche Entdeckung hat er in dieser Zeit aber noch nie gemacht. "Jetzt ergibt sich ein Gesamtbild, wenn man einzelne Vorfälle der jüngsten Vergangenheit betrachtet", sagt Brand.

"Jetzt ergibt sich ein Gesamtbild"

Da sei etwa das gerissene Kalb gewesen, das auf der Wiese eines Kiersper Landwirts vor einiger Zeit entdeckt worden, aber danach nicht näher auf Wolfsspuren untersucht worden sei. "Auch die geringe Zahl an Rehen mit ihren neu geborenen Kitzen ist derzeit schon auffällig", sagt der Jäger. Ein Wolf benötige schließlich zwei bis drei Kilogramm frisches Fleisch pro Tag. "Das lässt sich nicht allein mit Kleintieren wie Mäusen zusammenbekommen. Da geht so ein Tier den einfachsten Weg und nimmt sich wehrlose Rehkitze, die auch noch gar nicht fliehen, sondern sich nur flach auf den Boden drücken, weil sie meinen, dort nicht gesehen zu werden", erklärt Helmut Brand.

Zweite Sichtung in zwei Monaten

Natürlich lasse sich ein Zusammenhang (noch) nicht belegen, in Kombination mit der Sichtung des Wolfes seien diese Vorkommnisse aber durchaus auffällig, sagt der Jäger, der seine Sichtung nun dem für das märkische Sauerland zuständigen Wolfsbeauftragten zukommen lassen will.

Es war die zweite bekannte Sichtung eines Wolfes im südlichen Märkischen Kreis. Bereits im Mai hatte ein Hobby-Fotograf im Ebbegebirge bei Valbert ein Tier gesichtet, das im Juni vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV)bestätigt wurde.

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