Tanken bei Hamann? Stadt ist skeptisch

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Die Kreuzung am Wildenkuhlen ist viel befahren. Ein optimaler Standort für eine Tankstelle, meint die Investorin. Doch genau diese Frequentierung könnte ihr einen Strich durch die Rechnung machen.

Kierspe - Über keine Kreuzung in Kierspe rollt so viel Verkehr wie am Wildenkuhlen – ein optimaler Standort also für eine Tankstelle. Das meint zumindest eine Investorin. Sie will anstelle der ehemaligen Gaststätte Hamann Zapfanlagen errichten und hat dazu einen Antrag gestellt. Die Stadt meint hingegen, dass am Wildenkuhlen zu viel Verkehr herrscht.

Von Matthias Clever 

„Wir wollen, dass sich etwas tut“, sagt Rainer Schürmann auf Anfrage unserer Zeitung. Der Sachgebietsleiter Bauverwaltung und Planung weist allerdings auf einen Entwurf hin, der vorsieht, an der Kreuzung keine Vergnügungsstätten und Tankstellen zuzulassen. Durch einen solchen Beschluss wollte die Stadt die Nutzung des Grundstückes regulieren. Nachdem ein Investor vorhatte, eine Spielhalle auf dem Hamann-Gelände zu errichten, erstellten Politik und Verwaltung den entsprechenden Entwurf.

„Es gibt Bedenken, dass zu viel Verkehr über die Kreuzung fährt“, äußert sich Schürmann. Jeweils drei Fahrspuren lägen direkt an dem Grundstück. Ein Tankstellenkunde müsste, obwohl er von Meinerzhagen aus kommend beispielsweise rechts Richtung Volmestraße abbiegt, über die linke Spur fahren.

Der Bauantrag der Investorin sähe zwar vor, dass die Kunden nur rechts rein- und rechts wieder rausfahren könnten, das hätte jedoch zur Folge, dass Fahrer zum Wenden gezwungen werden. Diese „U-Turns“ seien nicht gewünscht. Tankstellenkunden, die etwa nach Rönsahl wollten, müssten dann zweimal über die Kreuzung. Durch das hohe Verkehrsaufkommen sei das problematisch.

Ausschuss beschäftigt sich mit dem Thema

Wegen der starken Frequentierung liegen in der Verwaltung derzeit auch die Pläne für den Bau eines Kreisverkehrs in der Schublade. Der Landesbetrieb Straßen.NRW sagte dazu, dass mehrspurig gebaut werden müsste. Daher wollte die Stadt zuvor die Nordumgehung errichten, um die Kreuzung zu entlasten und einspurig bauen zu können – dann sei auch aus verkehrlicher Sicht eine Tankstelle problemlos möglich. Durch den neuen Vorstoß für die Nordumgehung als „B54n“ handelt es sich dabei allerdings um ein Projekt, das – wenn überhaupt – erst in Jahren realisiert werden kann. So viel Zeit bleibt beim aktuellen Bauantrag allerdings nicht: Die Investorin hat den Kaufvertrag mit dem Hamann-Besitzer nur unter der Voraussetzung geschlossen, dass zeitnah eine Baugenehmigung für die Tankstelle erteilt wird.

„Ob an der Stelle eine Tankstelle gewollt wird oder nicht, ist eine politische Entscheidung“, verdeutlicht Schürmann. Die Verwaltung werde sich intern auf einen Beschlussvorschlag verständigen. Die Pläne sollen am 30. September im Ausschuss für Umwelt und Bauen vorgestellt werden. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr.

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