TSV investiert in neue Fenster für Jahnhalle

Durch die neuen Fenster fällt künftig mehr Licht in die Halle, wie TSV-Vorstandsmitglied Hartwig Benne und der Schreiner und Fensterbauer Arno Rutz aufmerksam machen. ▪ Fots: Haase

KIERSPE ▪ Eigentlich stand die Baumaßnahme erst während der Sommerferien an, weil dann der Sportbetrieb am wenigsten gestört worden wäre. Allerdings waren die Glasbausteine an der langen Seite der Jahnhalle inzwischen derart defekt, dass immer wieder Teile herausplatzten. So musste nun doch eher begonnen werden.

„Seit etwa drei bis vier Jahren beobachten wir, dass die Glasbausteine kaputt gehen. Vereinzelt haben wir immer wieder versucht, besonders schadhafte Bereich zu reparieren und Steine ausgewechselt, doch es wurde immer schlimmer“, berichtet Hartwig Benne vom Vorstand des TSV Kierspe.

Mittlerweile sei es so weit gekommen, dass innen auf dem Hallenboden häufig Glassplitter gelegen hätten. Allein schon aus Sicherheitsgründen hätte aus dem Grund schnell gehandelt werden hätte müssen, wie er weiter ausführte. Immerhin stehe der Verein in der Verantwortung für die zahlreichen Sportler, die in der Halle trainierten. Der Rönsahler Schreiner und Fensterbauer Arno Rutz zeigte sich flexibel und konnte das Vorziehen der Arbeiten ermöglichen, so dass am Montag begonnen werden konnte.

Die Glasbausteine werden durch moderne Isolierverglasung ersetzt, die, wie Benne anmerkt, natürlich den Vorgaben der Energieeinsparverordnung genügen. Nicht zuletzt auch vor diesem Hintergrund würden vor die Fenster zudem Rolladen montiert, durch die die Halle natürlich bei Bedarf aber auch abgedunkelt werden könne, was von Vorteil sei, wenn an die Fernsehübertragungen während der Fußball- und Europameisterschaft oder an Vereinsveranstaltungen wie die Weihnachtsfeiern gedacht werde. Hartwig Benne verspricht sich von der Maßnahme außerdem Energie- und damit Kosteneinsparungen für den Verein, so dass sich die Investition von rund 20 000 Euro durchaus lohnt.

Es handelt sich um zehn Fenster, die eine Größe von 1,50 mal 3,80 Meter haben. Oberlichter ermöglichen eine optimale Lüftung der Halle und sorgen bei Großveranstaltungen, wie sie in der genauso sportlich wie als Veranstaltungsraum genutzten Halle stattfinden, zudem für einen Rauchabzug, der gemäß Gaststättenverordnung auch gefordert ist. Doch die Maßnahme bringt der Jahnhalle noch einen anderen Vorteil, wie Rutz aufmerksam macht: „Durch die neuen Fenster fällt 60 Prozent mehr Licht, weil Glasbausteine konstruktionsbedingt Licht schlucken, hinzu kommen die Fugen“.

Der Handwerksunternehmer kündigt an, dass die Arbeiten heute abgeschlossen werden. Die alten Glasbausteine und der Mauermörtel kommen in einen Container und werden dann entsorgt. Anders als alte Fenster kann diese Mischung aber nicht zu neuem Glas wie für die Flaschenindustrie recycelt werden, erläutert Rutz weiter.

Glasbausteine selbst bestehen entweder aus zwei miteinander verschmolzenen Halbschalen aus Pressglas oder werden direkt als Vollglasbausteine gefertigt. Sie sind durch ihre Struktur oder Oberflächenbeschaffenheit in der Regel optisch verzerrend, so dass sie zwar lichtdurchlässig sind, zugleich trotzdem aber als Sichtschutz eingesetzt werden können. Mit ihnen werden Wandöffnungen gefüllt oder lichtdurchlässige Wände aufgezogen. Sie können, ähnlich wie anderes Mauerwerk mit Mörtel aufgemauert oder bei größeren Serien auch als Fertigelemente hergestellt werden.

Sehr häufig verwendete man sie in den 1960er und 1970er Jahren bei Außenwänden von Treppenhäusern. Heute werden sie besonders als gestalterisches Mittel neu wiederentdeckt und erfahren so eine Renaissance. Es gibt sie inzwischen sogar in einer F 90-Ausführung, so dass sie bis zu 90 Minuten lang einem Feuer widerstehen, wie Benne weiß.

Das Herausbrechen der Glasbausteine an der Jahnhalle sorgte trotz aller Abdeckungen und anderen Schutzmaßnahmen für kräftig Staub, auch in der Halle. Dennoch lief der Sportbetrieb weiter. „Für ihr Verständnis möchte ich mich bei den Sportlern bedanken. Das gilt genauso für die Pestalozzischule“, stellte Benne fest. Das TSV-Vorstandsmitglied kündigte an, dass aber bereits am Montag wieder uneingeschränkt und unter den bekannt guten Bedingungen weiter trainiert werden könne. ▪ rh

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