Internet für heimische Parteien Neuland

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Die CDU wünscht auch noch Mitte Januar den Besuchern ihrer Homepage ein „Gesegnetes Weihnachtsfest“. Aktuelles sucht der Leser vergeblich.

Kierspe  - Für die Kiersper Parteien und Wählergemeinschaften ist und bleibt das Internet „Neuland“. Mit diesem Begriff erntete Bundeskanzlerin Merkel einst Spot, als sie beim Obama-Besuch 2013 sagte: „Das Internet ist für uns alle Neuland.“ Die Parteien vor Ort sehen ihre Präsenz im Netz wohl eher als notwendige Pflicht. So zumindest scheint es, wenn man sich die Internet-Auftritte anschaut.

„Gesegnete Weihnachten und ein frohes neues Jahr“ wünscht die CDU mit einem Schmuckbild, auf dem Kerzen brennen. Schaut man sich die Termine der großen Volkspartei an, dann herrscht gähnende Leere. Weder im Januar noch im Februar will die Partei nach eigenem Bekunden aktiv sein.

Terminfrei startet auch die SPD in das neue Jahr. Dass dort den Besuchern der Homepage nicht „Frohe Weihnachten“ gewünscht wird, liegt aber nicht an der Aktualität der Seite, sondern daran, dass man bereits am 26. November aufgehört hat, auf der Startseite zu publizieren. Der letzte Eintrag beschäftigt sich mit der Einbringung des Haushalts.

Wer Orientierung bei den großen Parteien sucht, die Meinung des Fraktionsvorsitzenden zu aktuellen politischen Ereignissen erfahren oder etwas über die Position zu örtlichen Investitionen lesen möchte, der sucht im Netz vergebens.

Besser sieht es aber auch bei der drittgrößten Fraktion im Rat nicht aus. Die UWG verweist auf ihre Fraktionssitzungen am 9. und 23. November des vergangenen Jahres und bezieht Stellung zur Baustelle auf der B 54 mit einem Artikel vom 6. November. Dort steht als Kommentierung „... so geht es gar nicht“ – das könnte aber auch für die eigene Präsenz im Netz gelten.

„Belgische Regierung spielt russisches Roulette“ steht auf der Seite der Kiersper Grünen. Dass die Einschätzung des Fraktionsvorsitzenden Hermann Reyher zu den belgischen Atomkraftwerken immer noch aktuell ist, liegt aber in erster Linie daran, dass sich das Verhalten des Nachbarstaates in Bezug auf die alten Meiler nicht verändert hat. Der Eintrag auf der Homepage selbst stammt vom 16. Dezember und gibt einen Leserbrief der Grünen wieder, der Mitte Dezember in der MZ erschien.

Immerhin, die Termine, die sich dankenswerter Weise gleich auf der Startseite finden, sind aktuell. Dort wird zum Basis- und Fraktionstreffen am 2. Februar eingeladen.

So gesehen ist die Homepage der FWG am aktuellsten – zumindest war sie es am Montag. Denn dort wurde der Besucher auf die Telefonsprechstunde hingewiesen, die Montag stattfand. Ansonsten steht auch dort noch die Haushaltsrede vom November des vergangenen Jahres im Mittelpunkt der Berichterstattung.

Nichts los bei der FDP. Diesen Eindruck kann gewinnen, wer auf der Partei-Homepage nach Terminen sucht.

Die FDP verzichtet auf ihrer Startseite auf jeden örtlichen Bezug, dort war am Montag ein Interview des Bundesvorsitzenden Christian Lindner aus der Saarbrücker Zeitung zu lesen, in dem sich dieser über einen „einfachen, aber starken Staat“ auslässt. Doch auch, wenn man tiefer in die Homepage der Liberalen eindringt, findet sich wenig Aktuelles. So gibt es zwar die Rubrik Termine, die dann auch noch einmal in „Wichtige Termine“ und „Überparteiliche Termine“ unterteilt wird. Doch weder unter der einen, noch unter der anderen Überschrift findet sich ein einziger Eintrag.

Ein Trost bleibt den Politikern aus Kierspe – im Großen und Ganzen sieht die Internetpräsenz der Parteien und Wählergemeinschaften in der Nachbarstadt Meinerzhagen auch nicht besser oder aktueller aus.

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