Integrationskursus erfolgreich absolviert

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Mehr als 600 Unterrichtsstunden haben die Teilnehmer des Integrationskurses hinter sich gebracht. . ▪

KIERSPE ▪ Wer die Sprache eines Landes nicht beherrscht, grenzt sich aus. Für Menschen die dauerhaft im Ausland leben, sind entsprechende Sprachkenntnisse unverzichtbar. Auch deshalb erfüllen die Integrationskurse der VHS eine wichtige Aufgabe.

„Vor allem die Grammatik und dort vor allem die Artikel haben uns Schwierigkeiten gemacht, die deutsche Sprache zu erlernen“, berichtet einer der Teilnehmer des mittlerweile zwölften Integrationskurses der VHS, der in dieser Woche mit der Ausgabe der Zertifikate offiziell endete.

Von den 15 Teilnehmern durften sich elf über die Bestnote B1 freuen, mit der der Kursus als „erfolgreich abgeschlossen“ gilt und die auch notwendig für eine spätere Einbürgerung ist. Doch auch die vier Teilnehmer, bei denen nicht diese Bewertung auf dem Zertifikat steht, besuchten den Kursus nicht vergebens, da sie einen weiteren Kursus mit 300 Stunden Unterrichtszeit belegen können, der dann erneut mit einer Prüfung endet.

Bis jetzt liegen hinter allen Teilnehmern mehr als 600 Stunden intensiver Arbeit. Ein Teil der „Schüler“ konnte vor dem Kursus überhaupt kein Deutsch. Mittlerweile sind die Kenntnisse so gut, dass sich die Teilnehmer auch außerhalb des VHS-Gebäudes getroffen haben. „Das ist bei weitem nicht immer so“, freut sich Dr. Aysegül Altun, die den Kursus der Volkshochschule Volmetal leitete.

Sicher ein Glücksfall für die Teilnehmer, die aus der Türkei, Algerien, Russland, China, Mexiko, Iran, Äthiopien, Angola und Polen stammen, dass sie mit der Kursleiterin Altun eine Frau hatten, die ebenfalls nicht mit Deutsch als Muttersprache aufgewachsen ist, wenngleich sie bereits als Kind in die Bundesrepublik kam.

Abgeschlossen wurde der Kursus mit einer dreiteiligen schriftlichen Prüfung, bei der Hörverstehen, Leseverstehen und die Fähigkeit zum Schreiben eines Briefes überprüft wurde. Anschließend ging es dann noch in eine mündliche Prüfung, wobei die Prüfer zuvor nicht in dem Kursus unterrichtet haben durften.

„Wer diesen Kursus erfolgreich beendet hat, ist befähigt, Alltagsgespräche und Behördengänge zu absolvieren, auch ist das Lesen einer deutschen Tageszeitung und ein Austausch über das Gelesene nachher möglich“, so Altun, die die Einrichtung der Kurse vor allem für Neuzuwanderer befürwortet. Und auch die Kursteilnehmer sind glücklich mit dem bestandenen Kursus ihrem Wunsch nach Integration in einem bislang fremden Land ein Stück näher gekommen zu sein. „Ich will in Deutschland leben, da gehört Deutsch dazu“, bringt es einer der Teilnehmer auf den Punkt.

Im Rahmen des Unterrichts haben sich die Schüler aber nicht nur mit der Sprache beschäftigt, sondern auch mit dem Land, in dem sie leben. „Die verschiedenen Module beinhalten immer Themen, die für das Leben in Deutschland wichtig sind. Zum Ende schließt sich noch ein spezieller Orientierungskurs an, der sich unter anderem auch mit der Geschichte Deutschlands beschäftigt“, so Altun.

Die Kosten für den Kursus, der bereits im September 2008 startete, betragen rund 950 Euro, die in den meisten Fällen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge übernommen werden.

Doch es gibt auch immer wieder Teilnehmer, die vollkommen aus eigenem Antrieb kommen und dann die Kosten selbst tragen müssen. In diesem Kurs war das eine junge Mexikanerin, die als Au-pair bei einer deutschen Familie. ▪ jobek

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