Inspiration aus der Natur

Dietmar Harig und Werner Baumgart zeigen das Bild „Die Träumerin“.

KIERSPE ▪ „So lange die spielen, kann ich auch noch malen“, sagte Künstler Werner Baumgart beim Blick auf sein Porträt der Rolling Stones. Zurzeit sind die farbenfrohen Bilder des Kiersper Malers an der roten Galeriewand des Geschäftes „3-in-1“ von Dietmar Harig zu bewundern. Der Geschäftsinhaber kann damit schon die 27. Ausstellung in seinem Ladenlokal präsentieren.

Seine vielen verschiedenen beruflichen Tätigkeiten und Ausflüge zu Fuß, aber häufig auch mit dem Fahrrad, in die Natur, inspirieren Werner Baumgart zu seinen malerischen Werken. Dafür arbeitet der Künstler zumeist mit Öl und Acryl, doch auch Kohle, Bleistift, Pastell und Aquarell gehören zu seinem kreativen Handwerkszeug. Baumgart, geboren 1949, hatte zunächst eine Ausbildung zum Graveur absolviert und besuchte später auch eine Fachschule für Metallgestaltung. „Doch das war nicht meine Richtung“, sagt der Maler heute. Seine ersten Werke auf der Leinwand waren dann eher düster und nicht so farblich wie heute. Bekannt wurde Baumgart im heimischen Raum unter anderem mit der Innengestaltung des Wienhagener Turms, auf gut 250 Quadratmetern, oder des Kiersper Hallenbades.

Viele seiner Malereien zeigen heute Naturalistisches aber auch Abstraktes. So zum Beispiel das bei Dietmar Harig zu bewundernde „Das blaue Gold“. Hier beschäftigte sich der Künstler mit dem Thema Wasser und Natur, und damit dem Umgang des Menschen mit den natürlichen Ressourcen. Es zeigt unter anderem eine Frau, die beim Duschen im Müll steht.

„Die Träumerin“ zeigt dagegen eine gute Freundin Baumgarts, die viel verreist und als Bild im Bild diesen Wunsch in die Ferne verdeutlicht. Sich selbst beschreibt der Künstler unter anderem als schlechten Planer. So arbeitet Baumgart mal an drei Bildern gleichzeitig und lässt auch Ausstellungen mehr oder weniger auf sich zu kommen. „Ich muss mich da schon beherrschen“, sagt Baumgart und erzählt zum Beispiel von seiner Schwierigkeit bei Auftragsarbeiten klare Vorgaben umzusetzen.

Etwas enttäuscht zeigt sich Baumgart über die Kunstszene in seiner Heimat. Hier vermisst der Kiersper eine Galerie oder auch den Kontakt der heimischen Künstler untereinander.

Seine Bilder selbst sind für Baumgart nie fertiggestellt: „Hier könnte ich schon wieder anfangen“, sagte der Maler beim Blick auf eines seiner Werke. Diese haben sich mit der Zeit auch verändert. Zudem übermalt Baumgart auch schon mal ein Bild aus früheren Tagen: „Wenn ich ein Bild nicht mehr sehen kann, dann traue ich mich das jetzt“. ▪ David Schröder

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