Rat beschließt über Umsetzung der Projekte

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FDP-Fraktionsvorsitzender Armin Jung freute sich, zur Regionale-Infoveranstaltung Bürgermeister Frank Emde begrüßen zu dürfen. ▪

KIERSPE ▪ Betont sachlich, ausschließlich informierend, bestenfalls noch analysierend und fernab jeglicher parteipolitischer Polemik, wie sie in den vergangenen Wochen immer wieder auch in Bezug auf die Regionale und die im Rahmen des Landesstrukturförderungsprogramms vor Ort geplanten Projekte zu spüren war, befasste sich die FDP am Dienstagabend im Ratssaal mit dem Thema.

Zu Gast war Bürgermeister Frank Emde, der die Gelegenheit nutzte, um umfassend über die Regionale 2013 und die damit verbundenen Chancen zu informieren. Er wurde begleitet vom städtischen Planer Rainer Schürmann, der ergänzend zu einigen Detailfragen Stellung nahm.

Besonders willkommen hieß Armin Jung in seiner Funktion als Fraktionsvorsitzender der Liberalen eingangs die Landtagsabgeordnete Angela Freimuth, zumal sie die Aufgabe der Regionale-Botschafterin hat. Danach gab er eine kurze Einführung in das Thema und erinnerte nochmals daran, wie kritisch die Regionale gerade in der Anfangszeit hinterfragt worden war. Bis heute hielte sich hartnäckig ein falsches Verständnis von einigen Projekten, wie besonders dem Volme-Freizeit-Park, bei dem es eben nicht um ein Kiersper Fort Fun oder, wie Emde hinterher meinte, Disneyland und Phantasialand gehe.

Der Bürgermeister versäumte am Dienstag nicht wie schon oft, sehr deutlich zu sagen, was Inhalt gerade dieses Projektes ist, zu dem es in einer Bürgerversammlung bereits ein insgesamt positives Feedback gegeben habe und dort als Gestaltungsziel ein weitgehend naturbelassener Bereich an der Volme formuliert worden sei, der von den dort vorhandenen Industriebrachen und möglichen Altlasten befreit und für die Bevölkerung durch die Schaffung von Aufenthaltsqualität zugänglich gemacht werden solle.

Als einen wesentlichen Bestandteil nannte Emde die Revitalisierung der Volme, die weiter nach hinten weg von der B 54 und vielleicht mäandrierend verlegt werden solle. Dies deckt sich mit dem Projekt des Märkischen Kreises „Ein Kreis packt aus“, so dass auch von dort die Volmerevitalisierung unterstützt wird. Mit dem Gelände, das an der Haupteinfallstraße von Kierspe liegt, gebe Kierspe seine Visitenkarte ab, befand Emde. Es müsse aus dem Grund städtebaulich dringend aufgewertet werden. Im Hinblick auf die Industriebrachen prognostizierte er, dass sich die Kommune, wenn das Projekt aufgegeben werden sollte, spätestens in zehn Jahren erneut mit der Fläche befassen müsse und dann wahrscheinlich bedauert werde, dass die Chance bei der Regionale nicht genutzt worden ist.

Emde machte nochmals darauf aufmerksam, dass eine wichtige Voraussetzung für die positive Bewertung der Regionale-Aktivitäten in Kierspe sowie auch in den anderen drei Kommunen im oberen Volmetal, die für das durch ein Fachbüro erarbeitete gemeinsame Regionale integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept die drei beehrten Sterne erhalten haben, das Zusammengehen von Kierspe, Meinerzhagen, Halver und Schalksmühle bei dem Projekt gewesen sei. „Für uns stand fest, als es darum ging, wie Kierspe von der Regionale profitieren kann: allein bestimmt nicht“, brachte Emde es am Dienstag auf den Punkt. Ziel des gemeinsamen Projektes, das in mehrere Einzelprojekte untergliedert ist, ist, dass die Struktur in den Kommunen erhalten und möglichst noch verbessert werden soll.

Der Bürgermeister ließ keinen Zweifel daran, dass die Realisierung des Gesamtprojektes ein Stück auch abhängt von der Umsetzung der Einzelprojekte vor Ort in den Kommunen. Wie wichtig die Regionale 2013 sei, verdeutlichte er an den großen Herausforderungen, vor denen auch Kierspe in Zukunft stehe, um nur den demografischen Wandel zu nennen. Das Bestreben der vier Kommunen sei es, die lebendige urbane Region zukunftsfähig zu gestalten, Lebensqualität und Mobilität zu sichern und zu erhöhen sowie die Wirtschaft zu stärken, beispielsweise durch die Belebung des Tourismus.

Emde ging anschließend konkreter auf die Starterprojekte in Kierspe ein: Neben dem Volme-Freizeit-Park handelt es sich um den weiteren Ausbau des Zentralen Omnibusbahnhofs mit weiteren Park- and Ride-Plätzen sowie einer Platzgestaltung mit überdachtem Wartebereich und vielleicht Kiosk, um das Kreativquartier an der Kölner Straße mit dem alten Helit-Gebäude sowie um eine Nutzung des Tulpenplatz für einen Bereich zum Wohnen und Arbeiten. Zum Kreativquartier streifte Emde kurz das geplante Fassadenprogramm, die Begrünung des Straßenzuges und die Schaffung von Querungshilfen.

Zum Kostenrahmen erklärte er, dass es insgesamt im Bereich Kierspe um 6,5 Millionen Euro gehe, wovon allein 2,5 Millionen Euro auf den Volme-Freizeit-Park entfielen. Der Eigenanteil liegt jedoch wegen der erwarteten doch sehr hohen Landesförderung deutlich niedriger. Im Groben seien die Projekte skizziert und vom Rat genehmigt. Jetzt finde die Konkretisierung statt und danach befasse sich der Rat erneut mit jedem einzelnen Projekt und entscheide erst dann abschließend über dessen Umsetzung. Nähres zu den genauen Kosten, dem Eigenanteil für Kierspe und den Folgekosten könne auch erst nach der Konkretisierung gesagt werden. So finde auf dem Gelände des Volme-Freizeit-Parks gerade erst die Untersuchung hinsichtlich Altlasten statt.

Angela Freimuth machte deutlich, wie wichtig es in Zukunft sei, attraktiven Wohnraum zu schaffen und die Städte und Gemeinden attraktiv zu halten, wenn es nicht zu einer Verelendung der Kommunen kommen solle. Sie freute sich über die insgesamt doch positive Resonanz, mit der Regionale-Aktivitäten in der Kiersper Bevölkerung aufgenommen werden.

Rolf Haase

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