Windrad: Mark-E stellt Planung vor

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Mark-E hat im vergangenen Jahr die Errichtung einer Windkraftanlage an der Versetalsperre realisiert.

Kierspe - Gerüchte über geplante Windkraftanlagen auf Kiersper Stadtgebiet gibt es schon seit längerer Zeit – jetzt könnte es für zwei solcher Anlagen konkreter werden. Denn beim Stromversorgungsunternehmen Mark-E existiert eine Projektvorplanung für zwei Windräder, für die als Standort das Gebiet nördlich der Lingesetalsperre (zwischen Benninghausen und Wernscheid) ausgesucht wurden.

„Wir wollen frühzeitig und vor allen Dingen transparent mit der Sache umgehen“, betont Andreas Köster, Pressesprecher der Mark-E (Enervie). Aus diesem Grund werden alle Interessierten für Donnerstag, 13. September, zu einer Informationsveranstaltung in die Mehrzweckhalle neben der Servatiusschule eingeladen. Ab 19 Uhr werden dort nicht nur Vertreter des Energieversorgungsunternehmens über die Planungen informieren, auch Mitarbeiter der Weluga Umweltplanung, das als externes Gutachterbüro die Vorprüfung der Artenschutzprüfung (Stufe 1) vorgenommen hat, werden die ersten Ergebnisse präsentieren.

Wenn Ergebnisse des Artenschutzes gegen den Standort nördlich der Lingesetalsperre sprechen würden, so Köster, müsse dies natürlich abgewogen werden. Vonseiten der Mark-E ist geplant, bei dieser Veranstaltung die Entwicklung der Stromversorgung aus den erneuerbaren Energien in Deutschland und der Region vorzustellen, über die Standortplanungen für Windkraftanlagen auf Kiersper Stadtgebiet zu informieren und dabei auch auf das weitere Vorgehen bei der Projektentwicklung (Zeitplan) einzugehen.

Moderiert wird die Veranstaltung von einem Vertreter der Energie-Agentur Nordrhein-Westfalen. Abschließend, so sieht es die Tagesordnung der Informationsveranstaltung vor, soll den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben werden, Fragen zu stellen, zu diskutieren und auf Stellwänden sowie in Gesprächen mit Mitarbeitern der Mark-E über Themen wie Anlagentechnik, Genehmigungsverfahren, Artenschutzprüfung et cetera zu informieren. Dabei sei Fragen stellen, so betont Andreas Köster, ausdrücklich erwünscht.

Fragen können bereits im Vorfeld an die Mark-E gerichtet werden, sodass gegebenenfalls weitere Informationen vom Energieversorger eingeholt werden. Dass sich etliche Firmen in Kierspe und vor allem Rönsahl tummeln, um sich Standorte für die alternative Energiegewinnung zu sichern, ist hinlänglich bekannt. Dies wurde unter anderem in einer Ratssitzung im Juni vergangenen Jahres deutlich, als zahlreiche Bürger in den Sitzungssaal kamen, um mehr über das Projekt der Mark-E zu erfahren.

Doch das Thema „Reservierung von Vorratsflächen im städtischen Wald im Bereich Wernscheid“, über das man vorher im Hauptausschuss nichtöffentlich gesprochen hatte, wurde wieder von der Tagesordnung genommen. In der Stunde der Öffentlichkeit war allerdings nachgefragt worden. „Sollte es dabei einen positiven Entscheid geben, wird es im Rahmen des weiteren Verfahrens eine entsprechende Bürgerbeteiligung geben“, hatte Bürgermeister Frank Emde damals gesagt.

Ebenso, dass sich seit Jahren Windenergieanlagen-Betreiber in Kierspe nach geeigneten Standorten umsehen würden, unter anderem nannte er die Firmen Ostwind und Prokon. „Sollte es wirklich dazu kommen, dass mindestens 1500 Meter zwischen einem Windrad und der nächstgelegenen Wohnbebauung liegen müssen, dann würde ich aus dem Bauch heraus sagen, dass dann der Bau von Windkraftanlagen auf Kiersper Stadtgebiet unmöglich wird“, hatte Emde mit Blick auf die Änderung der Abstandsflächen geäußert.

Die Landesregierung hat zwar in einem Erlass diese 1500 Meter Abstand zu einem Windpark aufgenommen – erntete für dieses willkürliche Beispiel jedoch Kritik von der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände: „Eine verbindliche Abstandsregel ist das nicht.“ Ob also die Kiersper auf diese Abstandsregel setzen können, bleibt fraglich

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