Anwohner des Bereichs Kamperbach in Kierspe beraten über die Zukunft des Quartiers

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Weit mehr als 30 Besucher waren ins Kreativzentrum gekommen, um sich mit der Zukunft ihres Quartiers zu beschäftigen.

Kierspe - Von der Notwendigkeit, dass etwas geschehen muss im Stadtteil Bahnhof, davon waren Anwohner, Verwaltung und auch der Mitarbeiter eines Planungsbüros überzeugt. Genauso wie davon, dass es nicht leicht werden würde.

Nach anfänglichem Zögern ließen die Anwohner sich in der Informationsveranstaltung zur „Entwicklungsachse Kamperbach“ dazu „überreden“, eigene Vorschläge zu machen. Wer wollte, konnte am Ende der Veranstaltung sogar so etwas wie Aufbruchstimmung spüren. „Es muss dringend etwas gemacht werden, das sehen wir alle. Und deshalb bin ich froh, dass heute so viele Anwohner gekommen sind“, begrüßte der Beigeordnete Olaf Stelse die Besucher im Kreativzentrum.

Stadtplaner Rainer Schürmann erklärte noch einmal die Bedeutung eines Integrierten Handlungskonzeptes, um bei späteren Planungen oder Baumaßnahmen Zuschüsse beantragen zu können (die MZ berichtete). „Heute wollen wir die Grundlagen für ein solches Konzept schaffen. Und damit nichts vergessen wird, ist die Beteiligung der Anwohner unverzichtbar“, sagte Schürmann.

Ähnlich formulierte es auch Wolfgang Würstlin, dessen Planungsbüro G8 den Auftrag bekommen hat, das Handlungskonzept zu erstellen: „Die Probleme sind groß, das bietet aber auch viele Chancen. Am Anfang ging es bei der Planung nur um den Tulpenplatz, der großes Potenzial bietet. Heute beschäftigen wir uns aber auch mit dem weiteren Verlauf des Kamperbachs, dessen Umfeld und der Kölner Straße. Wobei es dort eine wirkliche Besserung erst geben kann, wenn die Umgehungsstraße gebaut wird.“

Geleitet wurde die Informationsveranstaltung von dem Beigeordneten Olaf Stelse, Stadtplaner Rainer Schürmann und Wolfgang Würstlin (von links) vom Planungsbüro G8 aus Dortmund.

Würstlin zeigte in einer Präsentation eine aufgelockerte Bebauung des Tulpenplatzes mit einem freigelegten Bach in der Mitte, sprach von der Anbindung des Hüllochs und Bahnhofs und der Nutzung der vom Verfall bedrohten Gebäude. „Im Moment wird wohl niemand in Kierspe-Bahnhof investieren, auch wenn der Bach freigelegt wird“, brachte ein Zuschauer die Stimmung, die zu diesem Zeitpunkt im Kreativzentrum noch herrschte, auf den Punkt.

Doch mit dem Fortschreiten des Abends und den zögerlichen Vorschlägen Einzelner, tauten die Besucher auf, beschäftigten sich gedanklich mit ihrem Umfeld und waren schließlich auch bereit, Ziele und Hemmnisse für das Quartier nicht nur zu formulieren, sondern diese auch zu Papier zu bringen. Nach rund 30 Minuten hing eine ziemlich große Sammlung von bunten Zetteln an den vorbereiteten Wänden. Da wurde schnell klar, dass es auch jenseits der Ansiedlung von Kunstgewerbe und Bioläden Möglichkeiten gibt, dem Bereich ein wenig Glanz zu verleihen.

Bessere Ausfahrtmöglichkeiten vom Tulpenweg auf die Kölner Straße waren ebenso Thema wie das Freischneiden eines Spazierweges, der früher genutzt wurde, um vom Ende der Wehestraße zum Wildenkuhlen zu gehen. Verwaltungsmitarbeiter bekamen Hinweise auf nicht mehr nutzbare Treppenanlagen, schummerige Beleuchtung auf Wegen und es wurde ganz klar, dass sich noch immer viele der Besucher mt ihrem Umfeld identifizieren.

Doch so sehr auch die eventuelle Offenlegung des Kamperbachs begrüßt wurde, die Anwohner machten auch klar, dass es viele Probleme auf dem Weg zu einem lebenswerteren Stadtteil gebe. Dabei nannten sie ungeklärte Eigentumsverhältnisse, Eigentümer, die weit weg wohnen und ihre Häuser dem Verfall preisgeben würden, Bodenbelastung und auch das für Miet- oder Kaufinteressierte abschreckende Kuhbiergebäude, das den ersten Eindruck des Quartiers trüben würde. Aber letztlich brachte es ein Besucher auf den Punkt: „Es muss etwas passieren, nicht irgendwann, sondern jetzt.“

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