Stadtbibliothek: "Ernstfall" tritt in zwei Jahren ein

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20 Interessierte waren zur Informationsveranstaltung in die Stadtbibliothek gekommen.

Kierspe - 25 Interessenten hatten sich gemeldet, 20 von ihnen kamen zur Informationsveranstaltung in die Stadtbibliothek.

Auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern, die die hauptamtliche Mitarbeiterin unterstützen wollen, hatte die Verwaltung knapp 350 Kunden der Stadtbibliothek angeschrieben. Mit der Resonanz waren die Organisatoren zufrieden, betrachteten den Informationsabend aber lediglich als ersten Einstieg für den „Ernstfall“. Der tritt erst in zwei Jahren ein, dann ist mutmaßlich nur noch Christa Meißner im Amt. Leiterin Sabine Köhnke und Mitarbeiterin Dagmar Henkel werden dann im Ruhestand sein. 

Dabei ist der personelle Engpass bereits spürbar, denn krankheitsbedingt muss Christa Meißner schon seit Wochen den Ausleihbetrieb alleine aufrecht erhalten. Trotzdem wolle man den Einsatz der Ehrenamtlichen entspannt angehen, sagte Fachbereichsleiterin Dorette Vormann-Berg. 

Im Vorfeld hatten viele Interessenten schon Fragebogen ausgefüllt, in denen sie angaben, welche Tätigkeiten sie sich in welchem zeitlichen Rahmen vorstellen können. Die Zweigstelle Rönsahl wird in die Planungen nicht mit einbezogen, dort soll alles weitergehen wie bisher. 

Zahlreiche Arbeiten in der Bibliothek könnten von Freiwilligen erledigt werden, erläuterte Christa Meißner: Von der Ausleihe der Bücher über die Rückordnung in die Regale bis zur Mitarbeit bei Veranstaltungen sei viel zu tun. Eigene Ideen der „Neuen“ sind dabei durchaus erwünscht. Vielleicht gebe es ja in Zukunft einen mobilen Bücherdienst, der die Medien Lesern ins Haus bringt, die nicht mehr selbst kommen können.

Die Grenzen und mögliche Probleme ehrenamtlicher Arbeit warfen Mitglieder des Fördervereins der Stadtbibliothek auf: Organisatorische Arbeiten seien den Freiwilligen nicht zuzumuten, meinte Norbert Höhn und Hermann Reyher wollte wissen, ob die Ehrenamtlichen dann auch das Hausrecht ausüben würden. In dem Zusammenhang verwies Olaf Stelse auf die Hausmeister, die ja immer erreichbar seien. Natürlich könne es in Urlaubs- und Krankheitsfällen vorkommen, dass die Leiterin nicht anwesend sei, meinte auch Dorette Vormann-Berg, sah das aber nicht als problematisch an. 

Die Frage, ob der Einsatz Freiwilliger als schleichender Einstieg in eine rein ehrenamtlich geführte Bibliothek zu verstehen sei, verneinte Stelse. An einer hauptamtlichen Leitung „will grundsätzlich niemand rütteln“. Bis zum Ende der Sommerferien will die Verwaltung den Rücklauf der Fragebögen abwarten. Im Anschluss werden in Einzelgesprächen Details geklärt und die Interessenten zu einem „Schnupperpraktikum“ eingeladen. Auf dieser Basis könne dann jeder selbst entscheiden.

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