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Unterstützung für Balkonkraftwerke

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Von: Göran Isleib

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Das Mini-Kraftwerk am Balkon wird in Bergkamen künftig mit 150 Euro in der Anschaffung gefördert. Bezahlt macht es sich erst nach einigen Jahren.
Das Mini-Kraftwerk am Balkon soll in Kierspe künftig mit 250 Euro in der Anschaffung gefördert werden. © Jörg Sutter

Fotovoltaik aufs Dach hieven, ein kleines Wasserrad am Bachlauf installieren oder ein Mini-Windrad auf dem Dach, um dem Energieproblem aktiv zu begegnen? Eine gute Idee. 

Kierspe - „Ein Umweltfonds soll Kiersper Bürgerinnen und Bürger bei der Umsetzung von Fotovoltaik-Anlage, einer Solar-Dachanlage oder einer Wärmepumpenanlage im Stadtgebiet von Kierspe unterstützen“, heißt es dazu seitens der Stadtverwaltung in einer Vorlage, mit der sich der Rat der Stadt beschäftigen wird.

Bereits in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses kam die von der Verwaltung vorgeschlagene Richtlinie auf den Tisch und fand nur in Teilen Zustimmung bei den Politikerinnen und Politikern. „Eigentlich hatten wir uns da etwas anderes vorgestellt“, merkte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Reppel an. „Wir haben so viel geredet über kleine Anlagen und kleine Balkonkraftwerke. Die sind in der nun vorgestellten Richtlinie aber komplett raus“, bemängelte er. Für jemanden, der eine große Fotovoltaikanlage baue, sei der Zuschuss von 250 Euro vernachlässigbar. Aber für jemanden, der sich solch ein Balkonkraftwerk zulege, sei das schon interessant und biete einen entsprechenden Anreiz. Lob fürs handwerkliche Erstellen der Richtlinie bekam die Verwaltung von der UWG. Deren Fraktionsvorsitzender Clemens Wieland zeigte sich sehr zufrieden. Aber auch die UWG forderte redaktionelle Verbesserungen innerhalb der Richtlinie. Armin Jung (Fraktionsvorsitzender der FDP) stieß ins gleiche Horn. Auch er findet die Balkonkraftwerke unbedingt förderungswürdig. Annähernd gleichlautend auch der Beitrag von Jan Brück (stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender). Detlef Jungmann (Grünen-Fraktionsvorsitzender) fand ebenfalls Gefallen daran, auch kleinste Maßnahmen zu fördern.

Nach längerer Diskussion einigte sich das Gremium auf eine Umformulierung der Richtlinie. Es gehe schließlich darum, auch kleinste Maßnahmen sinnvoll zu fördern. Balkonkraftwerke gehörten dazu. Die neue Formulierung ist inzwischen von der Verwaltung realisiert worden und soll in der nächsten Ratssitzung verabschiedet werden.

Die Stadt Kierspe hat im Jahr 2019 das sogenannte „Integrierte Klimaschutzkonzept“ fertiggestellt. Als ein maßgeblicher Bereich darin wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien beschrieben. Der Fokus wird dabei auf die Solarenergie gelenkt. Denn: Das regionale Solardachkataster zeigt, dass die Nutzung der Solarenergie auf Dachflächen auch in der Volmestadt Kierspe ein großes Potenzial habe.

Ziel der Maßnahmen aus diesem „Integrierten Klimaschutzkonzept“ ist eine deutliche Anhebung des Solarpotenzials der Stadt. Damit sollen aktiv der Klimaschutz und die dringend benötigte Energiewende vorangebracht werden. So in etwa heißt es auch in einer Richtlinie, über die der Rat der Stadt Kierspe in seiner kommenden Sitzung am Dienstag, 29. November, befinden soll.

Wie es in der Förderungsrichtlinie weiter heißt, will die Stadt Kierspe die Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, regenerative Energien im Eigenverbrauch zu nutzen. Zu diesem Zweck wird seitens der Stadt ein Förderprogramm für Fotovoltaikanlagen, Solar-Dachanlagen und Wärmepumpen aufgelegt. Die Stadt Kierspe gewährt Zuschüsse auf Grundlage dieser Richtlinie in Verbindung mit der Fortführung der „Billigkeitsrichtlinie für kommunale Klimaschutzinvestitionen des Landes Nordrhein-Westfalen“.

Mit der Zuwendung soll ein lokaler Beitrag zum Klimaschutz und zur Verringerung von Treibhausgasemissionen geleistet werden, geht aus der Richtlinie weiter hervor. Aber: Die Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer sollen den selbst produzierten Solarstrom auch selbst für den Eigenverbrauch nutzen. Gefördert werden kann

. die Errichtung von Balkonkraftwerken

. die Errichtung von neuen Fotovoltaik-Anlagen zur Selbstversorgung auf bestehenden Wohngebäuden

. die Errichtung von neuen Solar-Dachanlagen zur ausschließlichen Warmwasserbereitung, kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung oder Wärme- oder Kälteerzeugung

. der Einbau von Wärmepumpen-Anlagen, die zur kombinierten Warmwasserbereitung und Raumheizung von Gebäuden, Raumheizung von Gebäuden oder Bereitstellung von Wärme für ein Gebäudenetz (alle versorgten Gebäude gehören einem Eigentümer) dienen.

Eine förderfähige Maßnahme muss laut Richtlinie nachgewiesene Kosten von 800 Euro übersteigen. Außerdem gilt: Maßnahmen werden nur für Wohneinheiten gefördert, die sich im Stadtgebiet von Kierspe befinden, wobei Anträge nur von natürlichen Personen gestellt werden können, die ihrem Erstwohnsitz in Kierspe haben.

Wer sich eine PV-Anlage selbst aufs Gebäude bauen möchte, wird übrigens nicht gefördert.

Die Beantragung der Förderung durch die Stadt Kierspe müsse laut Richtlinie unbedingt vor Beginn der Maßnahme erfolgen. Erst der Abschluss von Lieferungs- und Leistungsverträgen oder der Kauf einer Balkon-Fotovoltaikanlage gelten dabei als Beginn, die reine Planung der Anlage hingegen nicht. Bei Mietwohneinheiten müsse vorab die Zustimmung des Vermieters eingeholt und der Stadt vorgelegt werden. Für den Bau von Fotovoltaik-, Solar- oder Wärmepumpenanlagen müsse dem Antrag das Angebot eines Fachunternehmens beigefügt werden.

Die Förderung erfolgt in Form eines zweckgebundenen Zuschusses nach dem Erwerb und der Installation der Anlage. Die Förderung muss nicht zurückgezahlt werden. Die Höhe der Förderung beträgt 250 Euro. Das mag auf den ersten Blick nicht besonders viel Geld sein, ist aber zumindest ein Zeichen. Außerdem könne die Förderung laut Richtlinie mit Fördermitteln anderer Behörden und Institutionen kombiniert werden, allerdings nur, wenn es von dieser Seite keine Einschränkungen gebe. In der vorgeschlagenen Richtlinie steht allerdings auch, dass andere Fördermittel vorrangig ausgeschöpft werden sollten. Und, ganz wichtig: „Die Höhe der gesamten Förderungsmittel darf insgesamt 50 Prozent der Gesamtkosten nicht überschreiten.“

Laut Richtlinie muss die Anlage spätestens bis zum 30. September kommenden Jahres nach der Bewilligung des Zuschusses funktionsfähig in Betrieb gegangen sein. Das muss, ebenfalls laut Richtlinie, durch ein Fachunternehmen in einem Formblatt bestätigt werden. In diesem Formblatt befinden sich sämtliche die Anlage betreffenden Spezifikationen, beispielsweise die Leistungsfähigkeit der Fotovoltaikanlage, der Solarthermieanlage oder der Wärmepumpe. Für sogenannte Balkonkraftwerke reichen Fotos der fertiggestellten Anlage sowie der Kostennachweis mit entsprechenden Angaben für die Installation sowie die Art und die Leistungsfähigkeit der Anlage. Die Auszahlung der Förderung erfolge nach Fertigstellung und Inbetriebnahme der entsprechenden Anlage und erfolgter Prüfung.

Insgesamt stehen der Stadt Kierspe für die Förderung von Maßnahmen 27 000 Euro aus der Billigkeitsrichtline zur Verfügung.

So funktioniert die Antragstellung

Gesetzt den Fall, dass die Richtlinie vom Rat der Stadt Kierspe am 29. November beschlossen wird, würde sie bereits zum 1. Dezember in Kraft treten. Und wie wird der Zuschuss beantragt? Zur Beantragung sind folgende Unterlagen schriftlich bei der Stadtverwaltung Kierspe, Sachgebiet Gebäudemanagement, Springerweg 21, 58566 Kierspe einzureichen oder in digitaler Form per E-Mail an post@kierspe.de zu übersenden: Der ausgefüllte und unterschriebene Antrag auf Gewährung eines Zuschusses für die entsprechende Anlage, gegebenenfalls inklusive Einverständniserklärung aller Eigentümer (abrufbar unter: www.kierspe.de). Die Stadt Kierspe behält sich vor, zusätzliche Unterlagen anzufordern. Sie entscheidet über die vorliegenden Anträge in der Reihenfolge des Antragseinganges im Rahmen der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel nach pflichtgemäßem Ermessen unter Anwendung dieser Richtlinie. Quelle: Förderungsrichtlinie der Stadt Kierspe

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