Bekenntnis soll Schule machen

In Kierspe soll eine Bekenntnisschule entstehen

Andreas Warkentin, Viktor Löwen und Eduard Werner (von links) sind drei der Väter, die eine Bekenntnisschule in Kierspe gründen möchten. Träger der neuen Grundschule soll der Verein „Glaubensanker“ werden.
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Andreas Warkentin, Viktor Löwen und Eduard Werner (von links) sind drei der Väter, die eine Bekenntnisschule in Kierspe gründen möchten. Träger der neuen Grundschule soll der Verein „Glaubensanker“ werden.

Geht es nach Wunsch und Willen einiger Kiersper Eltern aus dem Umfeld der Evangelischen Baptisten-Brüdergemeinde, dann gibt es in absehbarer Zeit eine weitere Schule in der Volmestadt.

Kierspe - So ganz recht ist es den Initiatoren nicht, dass ihre Pläne schon jetzt an die Öffentlichkeit kommen, doch wenn das so ist, dann wollen sie ihr Projekt auch umfassend vorstellen. „Wir sind noch ziemlich am Anfang. Manches ist eher noch ein Gedankenspiel“, sagt Viktor Löwen, der sich gemeinsam mit Andreas Warkentin und Eduard Werner zum Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung getroffen hat.

Doch dann zeigt sich, es gibt bereits eine Initiative von Eltern, die die Schule gründen möchte – und Zustimmung aus den Reihen der Mitglieder der Evangelischen Baptisten-Brüdergemeinde, der die drei Gesprächspartner auch angehören. Derzeit befinde sich der Trägerverein „Glaubensanker“ in Gründung, berichtet Löwen. „Unser Ziel ist es, den Kindern auch im schulischen Umfeld unseren Glauben zu vermitteln“, sagt er. Er denke, so Löwen, dass man mit einer sogenannten Bekenntnisschule Glaube und Schule intensiver verbinden könne. Andreas Warkentin ergänzt: „Es ist uns wichtig, dass Lehrer und Schüler an einem Strang ziehen. Die Lehrer sollen unseren Glauben teilen und auch vermitteln.“

Natürlich, so betont Löwen, werde sich auch in der Bekenntnisschule an den „staatlichen Lehrplan“ gehalten, wobei er einfügt, dass man in bestimmten Bereichen auch die biblische Sicht dagegenstelle. Als Beispiel nennt er die Evolution, die er einer Theorie nennt und bei der es wünschenswert sei, dass den Schülern dabei auch die Schöpfungsgeschichte vermittelt werde, die eine ganz andere Entwicklung beschreibe.

Es ist uns wichtig, dass Lehrer und Schüler an einem Strang ziehen. Die Lehrer sollen unseren Glauben teilen und auch vermitteln.

Andreas Warkentin

Wichtig ist den dreien zu betonen, dass viele Eltern aus dem Umfeld der Gemeinde bereits jetzt ihre Kinder auf Schulen außerhalb Kierspes schicken würden, in denen Glaube und Schule besser vereint würden. Als Beispiel nennt er die Freien christlichen Bekenntnisschulen in Gummersbach. „Diese Schulen sind aber so nachgefragt, dass dort keine Kinder mehr aus dem Märkischen Kreis aufgenommen würden.

Ein Großteil der Kinder aus dem gemeindlichen Umfeld würden aber auch die Bismarckschule besuchen. „Das soll auch so bleiben. Wenn wir die Schule gründen, starten wir mit dem ersten Schuljahr und bauen dann Jahr für Jahr um einen Jahrgang auf. Das heißt, alle Kinder, die bis dahin bereits eine andere Schule besuchen, werden auch dort bleiben.“, erklärt Löwen.

An dieser Stelle ist er dann an einem, wie er es nennt, „Knackpunkt“ angekommen, denn für eine Schule werden Lehrer und ein Gebäude benötigt. Wo diese Schule stehen wird, ob eine Bestandsimmobilie angemietet wird und woher die Lehrer kommen, ist noch ungewiss. „Es wäre natürlich schön, wenn die Kinder zu Fuß zur Schule gehen könnten“, sagt Löwen.

Die drei Gesprächspartner räumen auch ein, dass es innerhalb der Gemeinde auch nicht nur Zustimmung zu dem Plan gibt. „Manche möchten, dass alles so bleibt wie es ist. Früher habe ich auch so gedacht, jetzt sehe ich das anders“, sagt Löwen.

Geht es nach Wunsch und Willen des Trägervereins soll möglichst bald ein erstes Schuljahr in der neuen Bekenntnisschule unterrichtet werden.

Man habe aber mittlerweile die Eltern von 15 Kindern gefunden, die sich eine Bekenntnisschule in Kierspe wünschen würden und auch bereit sind, ihre Kinder auf diese Schule zu schicken. Löwen: „Wir denken aber, dass da noch einige zukommen, sodass wir mit 20 Kindern im ersten Schuljahr starten können.“

Warkentin nennt Gründe jenseits des Glaubens, die eine solche Entscheidung begünstigen würden: „Wir wollen, dass unsere Kinder beschützt aufwachsen können. Außerdem sollen sie fit fürs Leben gemacht werden.“ „Wir befürchten aber nicht, dass sich dadurch eine Parallelgesellschaft gründet, die Kinder haben ja auch außerhalb von Schule und Gemeinde noch ausreichend Kontakte zu Gleichaltrigen“, sagt Löwen.

Zu einem genauen Zeitplan können die drei noch nichts sagen. Allerdings sei ein Gespräch mit der Bezirksregierung als zuständige Behörde nach den Ferien geplant. Wie es dann weiter gehe, hänge auch davon ab, ob man Lehrer und ein Gebäude finde – und natürlich müsse die Finanzierung stehen. Denn auch wenn man 87 Prozent der Kosten für den Betrieb der Schule erstattet bekomme, müssten die Eltern ihren Beitrag bringen, „und die Gemeinde wird uns sicher auch unterstützen“.

Zwischen den Zeilen ist aber herauszuhören, dass die Eltern durchaus hoffen, bereits zum Schuljahr 2022/2023 starten zu können.

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