Grundsteueränderung erst ab 2025

Die Summe soll gleichbleiben

Grundsteuer Kierspe - Änderung erst 2025
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Für jedes Grundstück in Kierspe wird die Grundsteuer individuell festgesetzt. Sie richtet sich unter anderem nach der Größe und – wenn das Grundstück bebaut ist – nach dem Alter des Hauses.

Die Summe, die die Grundsteuer der Stadt Kierspe jedes Jahr in die Kasse spült, soll gleichbleiben – an eine grundsätzliche Erhöhung wird also nicht gedacht. Da ist sich Kämmerin Kerstin Steinhaus-Derksen sicher.

Kierspe - Doch ändern wird sich bei der Grundsteuer einiges. 2018 hatte das Bundesverfassungsgericht die Grundsteuer in ihrer bisherigen Form als unvereinbar mit dem Gleichheitssatz des Grundgesetzes erklärt. Ausschlaggebend für das Urteil waren die steuerlichen Ungleichbehandlungen von Grundvermögen aufgrund über einen langen Zeitraum nicht durchgeführter Aktualisierungen der Besteuerungsgrundlagen.

Letztlich bekamen die Länder dann bis Ende 2019 Zeit, eine neue Berechnung der Steuer zu erarbeiten. Geschehen ist dieses dann vom Bund. Und jetzt hat sich das Land NRW festgelegt, auch weiterhin dieses sogenannte Bundesmodell anzuwenden. Das Landes-Finanzministerium teilt mit, dass man sich dazu entscheiden habe, weil man zur Erhebung der Steuer in ihrer zukünftigen Form nur relativ wenige Angaben wie Grundstücksfläche, Bodenrichtwert, Wohnfläche und Baujahr benötige.

Zukünftig drei Arten der Grundsteuer

Außerdem gibt es zukünftig drei Arten der Grundsteuer. „Bisher hatten wir A und B. Wobei die Grundsteuer A auf land- und forstwirtschaftliche Flächen erhoben wird, die Grundsteuer B hingegen auf alle anderen Flächen. In Zukunft gibt es dann noch C, die auf unbebaute Wohngrundstücke gezahlt werden muss“, erklärt Steinhaus Derksen.

Mit dem Bundesmodell hätten nun die Finanzämter das Werkzeug an der Hand, um für jedes einzelne Grundstück die Steuer festzusetzen. „Welche Auswirkungen das hat, kann derzeit niemand genau sagen. Einige werden sicher mehr zahlen müssen, andere weniger. Wir werden frühestens in einem Jahr die ersten Informationen vom Land bekommen. Bis dahin weiß nur das Finanzamt, wie sich das alles genau entwickelt“, so die Kämmerin.

Endgültige Klarheit werden die Kommunen, so erklärt es die Sachgebietsleiterin, 2024 bekommen – und ein Jahr später werden dann die Grundsteuerbescheide mit den neuen Werten versandt. „Das bedeutet aber auch, dass sich in den kommenden drei Jahren erst mal nichts ändert“, so Steinhaus Derksen.

Grundsteuer B von großer Bedeutung

Für die Stadt selbst ist vor allem die Grundsteuer B von großer Bedeutung, denn diese bringt jedes Jahr rund 2,6 Millionen Euro an Einnahmen. Da wirken sich die 55 000 Euro aus der Grundsteuer A geringer aus. Berechnet wird die Grundsteuer mit sogenannten Hebesetzen, die sich bisher an den richterlich monierten veralteten Werten orientieren. Der Hebesatz für die Grundsteuer A beträgt 303 Prozentpunkte, für die Grundsteuer B sind es 487 Prozentpunkte. Damit erhebt Kierspe recht geringe Grundsteuern – auch im Vergleich zu anderen Kommunen im Märkischen Kreis.

In Altena werden 910 Prozentpunkte für die Grundsteuer B als Berechnungsgrundlage genommen. Lediglich zwei Kommunen bitten ihre Bürger mit geringeren Beiträgen zur Kasse. In Schalksmühle liegt der Hebesatz für die Grundsteuer B bei 455 Prozentpunkten, in Halver sogar nur bei 430. „Dabei darf man aber nicht vergessen, dass in Kierspe auch der Winterdienst aus der Grundsteuer A und B bezahlt wird“, erklärt Steinhaus-Derksen abschließend. Nur ein Musterbeispiel für die individuelle Belastung kann sie nicht nennen: „Das ist bei anderen Steuern oder auch Gebühren möglich, bei der Grundsteuer geht das nicht, weil sich jedes Haus und jedes Grundstück von einem anderen unterscheidet – bei den Häusern nicht nur in der Größe, sondern auch im Baujahr.“

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