Imker zu Gast im Lehrbienenstand

Aufmerksam folgten die heimischen Bienenfreunde den Ausführungen von Edgar Neuhaus (links) im Hörsaal ähnlichen Lehrbienenstand des Imkervereins Altenhundem.

KIERSPE ▪ Auf „kleine Fahrt“ gingen jetzt die Mitglieder des Imkervereins Kierspe-Meinerzhagen. Anstelle der Standschau bei einem heimischen Bienenfreund wurde der traditionsreiche Lehrbienenstand des Imkervereins Altenhundem besucht.

Der Blick in die Geschichte des Lennestädter Lehrbienenstandes zeigte den Volmestädtern schnell, dass die Imkerei in Kierspe und Meinerzhagen ohne entsprechende Fürsprecher und Sponsoren zu keinem eigenen Lehrbienenstand kommt.

Der Lehrbienenstand des Imkervereins Altenhundem hat eine lange Tradition, wobei seine Gründung im Jahre 1930 weniger auf die Bienenkunde als vielmehr auf den Natur- und Vogelschutz zurückgeht. Denn der Altmeister des praktischen Vogelschutzes, Hans Freiherr von Berlepsch, plante 1928 die Verlegung seiner Vogelschutzstation im thüringischen Seebach. Der aus Altenhundem stammende Ministerialdirektor Dr. Arnoldi im Preußischen Landwirtschaftsministerium, den von Berlepsch gut kannte, empfahl ihm, die Station doch im Sauerland neu aufzubauen. Daraufhin wurde durch den Staat ein Gelände von etwa fünf Hektar Größe in Altenhundem angekauft, wo unter Anleitung und Aufsicht durch von Berlepsch Vogelschutzgehölze und ein Lehrbienenstand angelegt wurden. Letztes Endes blieb von Berlepsch zwar doch in Thüringen, die in Altenhundem begonnenen Aktivitäten wurden fortgesetzt und 1930 die „Vogelschutzstation Altenhundem“ gegründet.

Edgar Neuhaus vom Imkerverein Altenhundem schilderte den Bienenfreunden aus dem oberen Volmetal in Wort und Bild die weitere Geschichte des Lehrbienenstandes, dessen Betrieb unter Leitung des Imkermeisters Karl Sery 1969 eingestellt wurde. Danach wurde die Einrichtung nicht mehr als Bienenstand genutzt. Eine private Bienenhaltung auf dem Gelände wurde „von Staats wegen“ untersagt. Nach dem Verkauf des Geländes durch das Land NRW konnte der Imkerverein Altenhundem den Schulungsraum des Lehrbienenstand von den privaten Eignern zu einem günstigen Zins pachten. Nach einer Renovierung durch tatkräftige Unterstützung der Imker und durch großzügige Geldspenden konnte der Lehrbienenstand 1997 wieder eröffnet werden.

Der Lehrbienenstand wird heute zur Schulung von Jungimkern und Imkern genutzt. Mehrmals pro Jahr finden Tage der offenen Tür statt. Schulklassen, Vereine, Wander- und Kindergartengruppen besuchen immer wieder den Lehrbienenstand, um einen Einblick in die „Wunderwelt der Bienen“ zu erhalten. Dazu stehen mehrere Bienenvölker bereit. An verschiedenen Tagen im Jahr wird zum Schleudern des Honigs eingeladen.

Auf dem Dachboden des Lehrbienenstandes befindet sich ein kleines Bienenmuseum, das natürlich auch Bezüge zur aktuellen Imkerei aufzeigt.

Trotz nasskalter Witterung verlebten die 21 Teilnehmer des Imkervereins Kierspe-Meinerzhagen einen kurzweiligen Nachmittag in der wohligwarmen Umgebung des in Massivbauweise errichteten Lehrbienenstandes. Der gemütliche Abschluss fand nach einem kleinen Fußmarsch mit schönem Blick über das obere Lennetal in einem bäuerlichen Hofcafé statt.

Die nächste Standschau des Imkervereins Kierspe-Meinerzhagen findet bereits am Samstag, 13. August, ab 17 Uhr bei Ernst-Otto Busch, Humecke 14, in Kierspe statt. Gäste sind wie immer willkommen.

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