Illegale Entsorgung gefährdet die Umwelt

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Ordnungsamtsleiter Axel Boshamer (links) und Klaus Müller weisen auf die Umweltgefahren, die sich durch das illegale Sammeln von Schrott ergeben, hin. ▪

KIERSPE ▪ Alle zwei Wochen werden in Kierspe Elektrogroßgeräte abgeholt und der Entsorgung zugeführt. Doch immer häufiger finden die Abholer am angegebenen Ort weder Kühlschrank noch Herd vor. Diese finden sich dann später am Waldrand oder auf Parkplätzen – ausgeschlachtet und mit ins Erdreich tropfenden Betriebs- und Schmierstoffen.

„Die Schrottsammler fahren ganz gezielt an den Abfuhrtagen durch Kierspe und suchen nach Elektrogeräten. Doch meist interessiert sie nur das Kupfer in den Altgeräten und der Kompressor. Denn mit diesen Komponenten lässt sich der größte Gewinn erzielen“, erklärt Klaus Müller, der bei der Stadt Kierspe für die Entsorgung zuständig ist.

Nach seinen Worten bestehe das Problem bei weitem nicht nur darin, dass die mit der Entsorgung beauftragte Firma den Weg umsonst mache, sondern vor allem darin, dass die Schrottsammler, die die Kühlschränke mitnähmen, diese unsachgemäß verwerten würden. Müller: „Dabei tritt häufig das Kühlmittel aus. Bei rund 80 Prozent der Geräte handelt es sich dabei um FCKW, das eine extrem ozonschichtschädigende Wirkung hat. Außerdem lassen die Sammler die Geräte nach dem Ausschlachten gerne auf Parkplätzen oder am Waldrand zurück.“

„Die rechtliche Situation ist eindeutig. Bei dem Schrott handelt es sich nicht um herrenloses Gut, sondern um Geräte, deren Eigentum durch die Bereitstellung zur Abholung an die Stadt übergegangen ist. Deshalb handeln die Abholer gesetzwidrig. Wir würden uns daher wünschen, dass Kiersper, die eine solche Abholung beobachten, diese dem Ordnungsamt mitteilen, möglichst mit Nennung des Kennzeichens“, schließt sich Ordnungsamtsleiter Axel Boshamer an. Außerdem weist er darauf hin, dass es sinnvoll sei, wenn die Geräte erst am Tag der Abholung oder frühestens einen Tag zuvor an die Straße gestellt würden. Es könne, so Boshamer, auch nicht schaden, illegalen Sammlern die Abholung zu untersagen, so man sie denn bei ihrem Treiben beobachten würde.

Es habe auch schon Überlegungen gegeben, die Geräte direkt aus der Wohnung oder dem Haus abholen zu lassen, um sie so den illegalen Schrottsammlern zu entziehen. Müller: „In Duisburg hat man das lange angeboten. Doch merkwürdiger Weise war eine Terminvereinbarung kaum möglich. Deshalb hat man von dieser Praxis wieder Abstand genommen.“

In Kierspe haben die Entsorger aber auch so genügend zu tun. Werden doch Monat für Monat in der Volmestadt rund 12 bis 15 Tonnen Elektrogeräte abgeholt. „Manche Kiersper liefern die Geräte auch direkt zum Bauhof. Diese nehmen wir zwar an, aber aufgrund des geringen Platzangebotes ist uns die Abholung zuhause lieber.

Doch auch mit den Kleingeräten, die am Bauhof in einer Gitterbox gesammelt wurden, gab es in der Vergangenheit immer wieder Probleme. So wurde die Box immer wieder von Bastlern, die auf der Suche nach Kabeln oder Einbauteilen waren, durchsucht. Boshamer: „Dabei kam es immer wieder vor, dass Computer oder Monitore mitgenommen, ausgeschlachtet und dann achtlos weggeworfen wurden.“

Das ist aber nun nicht mehr möglich. Ist die Gitterbox doch mittlerweile gegen eine geschlossene Box ausgetauscht, in die ein Einwurf nur noch mit einer speziellen „Schublade“ möglich ist. Diese Vorrichtung verhindert aber auch gleichzeitig die Entnahme von Schrott. ▪ Johannes Becker

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