Hundebesitzer gefährden Kerspeauen

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Hoffen auf die Einsicht der Hundebesitzer: Friderike Mürkens, Wuppertaler Stadtwerke, Randolf Meier, Landwirt, und Anwohner Dietmar Schwarze (v.r.). ▪

KIERSPE ▪ „Das Problem ist nicht nur, dass der Hundekot über den Umweg der Silage letztlich auch in der Milch landet, sondern dass so auch Krankheitserreger weitergegeben werden, die für die Kuh lebensgefährlich werden können“, erklärt Landwirt Randolf Meier, der einen Teil der Wiesen entlang der Kerspe gepachtet hat.

Nicht, dass der Landwirt etwas gegen Hunde oder ihre Halter hätte. Doch wenn sie seine Wiesen für den Spaziergang nutzen, hört für ihn der Spaß auf. Seit Jahren beobachtet Meier, genau wie der Anwohner und Wieseneigentümer Dietmar Schwarze, eine Zunahme der Hundebesitzer, die sich die malerisch gelegenen Wiesen als Freizeitrevier ausgesucht haben.

„Im Grunde ist es ganz einfach, da es ein generelles Betretungsverbot für landwirtschaftliche Flächen gibt. Doch das scheint viele Kiersper nicht zu stören. Schließlich haben sich schon links und rechts des Weges regelrechte Trampelpfade gebildet. Gerne werden die Hunde auch zur Abkühlung in das Gewässer geschickt“, erläutert Schwarze. Und an dieser Stelle nimmt noch ein Dritter oder besser gesagt eine Dritte Anstoß an dem Treiben der Tierbesitzer. Friederike Mürkens, zuständig bei den Wuppertaler Stadtwerken für den Gewässerschutz. In ihren Verantwortungsbereich gehören damit auch die Kerspetalsperre und deren Zuläufe. „Die Kerspe ist der größte und wichtigste Zufluss für die Talsperre. Und da können wir dieses Verhalten nicht tolerieren. Vor allem, weil es sich bei dem Abschnitt zwischen der K2 und der Talsperre hinter Mühlenschmidthausen um ein Naturschutzgebiet handelt und dort weder Hunde noch Menschen abseits der Wege etwas zu suchen haben“, so Mürkens.

Der Kreis unterstützt mit Zuschüssen in diesem Bereich die extensive Landwirtschaft, die im Rahmen des Vertragsnaturschutzes dem sogenannten vorbeugenden Gewässerschutz diesen soll. Für Landwirt Meier bedeutet das, er darf die Wiesen dort nicht düngen und auch erst später mähen. Mürkens: „Das soll die Tiere, die dort ihren Lebensraum haben, schützen und die Artenvielfalt gewährleisten. Störungen durch Spaziergänger und Hunde machen dieses Bemühen jedoch zunichte.“

Doch die ungewünschten Besucher stören nicht nur die Tiere und beeinträchtigen unter Umständen die Wasserqualität, sie bringen nach Angaben des Landwirtes auch Stöcke und Plastikbälle mit, mit denen die Vierbeiner spielen sollen. Aber auch Verpackungsmaterial finde sich auf den Wiesen. Meier: „Am Ende landen diese Dinge dann in den Maschinen und unter Umständen ebenfalls im Futter. Die Hundebesitzer sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie letztlich all das, was sie da mitbringen, auch in ihren Lebensmitteln wiederfinden.“

„Die Auen befinden sich alle in Privatbesitz oder sie gehören den Stadtwerken, die sie verpachtet haben. Damit sind die Eigentumsverhältnisse unstrittig. Für die WSW ist dieser rund 34 Hektar große Bereich ein idealer Puffer, der viele Einflüsse von dem Bach fern hält“, so Mürkens ergänzend.

Wichtig ist dem Landwirt und auch dem Anwohner zu betonen, dass es sich bei den Hundebesitzern nicht nur um einzelne Spaziergänger handelt. Schwarze: „Ein Nachbar hat an einem Samstagnachmittag rund 70 Hunde gezählt, die mit ihren Haltern auf den Kerspewiesen unterwegs waren.“

Noch hoffen Meier und Schwarze auf die Einsicht der Tierbesitzer. Doch wenn sich das Verhalten nicht ändere, werde man zu anderen Maßnahmen greifen müssen.

„Dann werden wir die Wiesen wohl einzäunen. Das sieht dann allerdings nicht mehr so schön aus“, so Schwarze.

Und Landwirt Meier ergänzt: „Das wäre auch kein Gewinn für die Landwirtschaft, weil sich die Flächen dann noch schwieriger bearbeiten lassen. Aber letztlich wäre das immer noch besser, als auch in Zukunft den Hundekot in der Silage zu haben.“ ▪ Johannes Becker

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