Besitzer war betrunken

Schäferhund greift Kind nach Fahrradsturz im MK an - Tierheim!

Ein Unbekannter hat seinen Schäferhund auf einen Quadfahrer und dessen Begleiter gehetzt. (Symbolfoto)
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Ein Hund hat ein Kind attackiert. (Symbolfoto)

Es dauerte nur wenige Sekunden, doch für einen kleinen Jungen brachte der Angriff eine möglicherweise noch lange oder sogar für immer andauernde Angst mit sich. Er wurde von einem Hund attackiert. Der Vorfall landete vor dem Amtsgericht Meinerzhagen.

Kierspe/Meinerzhagen – Es ist der 18. Juli 2020. Der Achtjährige aus Werdohl ist mit seinem Fahrrad in Kierspe unterwegs. Plötzlich schießt ein Schäferhund auf ihn zu. Das Tier beißt zuerst in das Hinterrad, woraufhin das Kind stürzt. Dann attackiert er den Jungen direkt, erwischt das Schienbein. Blutende Wunden und ein verstörtes Kind bleiben zurück.

StadtMeinerzhagen
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl 20.529 (Stand: 31.12.2019)

Im Amtsgericht Meinerzhagen erklärt der Hundebesitzer, dass es ihm sehr leid täte. Er muss sich wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Ohne Umschweife räumt er die Tat ein: „Das stimmt so.“

Er habe das Tor seines Grundstücks geöffnet, so der Angeklagte, weil ein Bekannter gekommen sei. Diesen wollte sein Schäferhund begrüßen. „Dann kam der Junge“, erklärte der 59-Jährige. Er sei in dieser Situation völlig überfordert gewesen, gab der Kiersper zu. Er habe gewusst, dass der Hund nicht ungefährlich sei, so der Mann. Als Welpe habe er das Tier aus dem ehemaligen Jugoslawien bekommen. „Er hat immer aufs Grundstück aufgepasst.“

Junge (8) aus MK von Hund attackiert

Auf Nachfrage des Richters, ob der Angeklagte denn mit seinem Vierbeiner eine Hundeschule besucht hätte, musste der 59-Jährige mit nein antworten. Auch Nachbarn hätten ihn schon gewarnt, gut auf das Tier aufzupassen. Möglicherweise hat auch die Alkoholisierung des Mannes eine Rolle gespielt. 1,4 Promille wurden festgestellt. „Das passt nicht gut zusammen“, stellte der Richter fest. Nach dem Vorfall habe er den Hund in ein Tierheim gegeben, erklärte der Kiersper.

Der Achtjährige sagte im Zeugenstand zu dem Vorfall aus: „Der hat mir in den Hinterreifen gebissen. Dann ist das Fahrrad umgefallen und dann hat er mir ins Schienbein gebissen.“ Die Mutter des Werdohlers gab an, dass sich der Junge seit dem Angriff verändert habe. „Wenn ein großes Tier kommt, wird er panisch. Er weint auch.“

„Ich habe ganz dolle Angst seitdem“, bestätigte der Achtjährige. Der Angeklagte nutzte die Gelegenheit, sich noch einmal bei dem Jungen und dessen Mutter zu entschuldigen. Vorstrafen brachte der 59-Jährige keine mit. Und sowohl Geständnis als auch seine Reue wertete das Gericht positiv. Und so endete das Verfahren mit einer vorläufigen Einstellung. Zahlt der Kiersper 300 Euro an den Jungen, wird das Verfahren endgültig eingestellt.

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