Hülloch: Durchbruch in große Halle erst 2016

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Wolfgang Hänisch (von links) und Björn Wegen von der Speläo-Gruppe Sauerland sowie Steinbruch-Besitzer Peter Feltens suchen mittlerweile schon seit Oktober 2009 nach der großen Halle im Höhlensystem Hülloch unter dem Arney.

Kierspe - Die Höhlenforscher Björn Wegen und Wolfgang Hänisch von der Speläo-Gruppe Sauerland sind sich sicher, bei den Grabungen im Höhlensystem Hülloch unter dem Arney am ehemaligen Steinbruch an der Heerstraße frühestens im Jahr 2016 in die sogenannte große Halle vordringen zu können.

„Wir hatten uns das Jahr 2015 als Fixpunkt gesetzt, da wollten wir den Durchbruch schaffen. Das müssen wir jetzt aber wohl noch einmal verschieben!“  „Wir wissen, dass wir es schaffen werden, die Frage ist nur wann“, sagt Björn Wegen. Nachdem der sehnlichst erwartete Durchbruch bereits im vergangenen August als kurz bevorstehend angekündigt worden war, lässt die Erfolgsmeldung weiter auf sich warten. Das Vordringen in die große Halle wäre vor allem für Wissenschaftler wie Biologen, Hydrologen, Geologen oder Mineralogen interessant, weil die Halle nach dem Einsturz von Teilen des Höhlensystems vor rund 150 Jahren, hervorgerufen wohl durch Arbeiten im Steinbruch, nicht mehr betreten wurde und in diesem abgeschlossenen Mikrokosmos viele sehr seltene Tier- und Pflanzenarten existieren könnten. Erste seltene Amphibien-, Krebs- und Wurmarten sind durch die Grabungen bereits nachgewiesen worden.

"Begrenztes Potenzial an Personen und Zeit"

„Wir haben aber nur ein begrenztes Potenzial an Personen und Zeit, gearbeitet wird ausschließlich mit ehrenamtlichen Kräften“, erklärt Wolfgang Hänisch. Nachdem die Fördergelder der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen 2013 ausgelaufen sind, sind die Mitglieder der Speläo-Gruppe und die freiwilligen Helfer bei jedem Grabungseinsatz komplett auf sich alleine gestellt. „Hätten wir vernünftige Technik zur Verfügung, wäre der Durchbruch längst geschafft“, so Wegen.

Pro Grabungstag einen Meter vorwärts

Björn Wegen ist der Mann ganz vorne an der Grabungsstelle. Teils unter schwierigsten Bedingungen gräbt er sich immer tiefer in das Höhlensystem hinein.

Stattdessen müssen die Schlammmassen, die das weitere Vordringen in das Innere des Hüllochs momentan noch verhindern, bis auf die letzten Meter durch die Röhre vor dem Tunneleingang ausschließlich per Muskelkraft aus der Höhle hinaus befördert werden. „Und von der Grabungsstelle bis zum Ausgang sind es mittlerweile rund 100 Meter. Läuft es richtig gut, befördern wir rund zwei Kubikmeter Schlamm pro Grabungstag nach draußen, so dass wir immer rund einen Meter vorankommen“, so Wegen.

Blick nach vorne macht Hoffnung

Hoffnung macht den Hobby-Höhlenforschern der Blick nach vorne. In dem engen Gang reicht der Schlamm nämlich nicht ganz bis zur Decke und so lasse sich erkennen, dass etwa zwei Meter vor der Grabungsstelle der Gang abknickt. „Wir hoffen hinter dem Knick ans Ziel zu kommen, befinden uns, nachdem wir eine Einsturzstelle, die durch einen Felsbrocken versperrt ist, umgraben haben, wieder genau in einem Gang, wie er in alten Skizzen von 1840 beschrieben wird“, sagt Hänisch. Da diese aber nicht mit Maßstabsangaben versehen sind, sei es unmöglich zu sagen, wie weit der Weg noch ist.

Genervt von Bevölkerung und Politik

Genervt zeigt sich Hänisch im siebten Grabungsjahr – die ersten Arbeiten rund um die Höhlenöffnung Hülloch II begannen im Oktober 2009 – von ständigen Nachfragen der Kiersper Bevölkerung und der Politik: „Wir bekommen von allen, die überhaupt nicht helfen, Druck. Das demotiviert!“ Der Höhlenforscher glaubt den Grund für die Ungeduld zu kennen. Viele hätten noch immer den Traum von einer Touristenhöhle im Hinterkopf. Diese werde das Hülloch aber nie werden, sondern immer nur für Wissenschaftler zugänglich sein, so Hänisch. „Das ist eine aktive Höhle, die von Wasser durchflossen wird. Zudem ist das gesamte Höhlensystem durch Schieferschichten zwischen dem Kalkgestein einsturzgefährdet. Um die Höhle begehbar zu machen, müssten etliche Millionen investiert werden.“

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