Hubschrauber schützt Vögel

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Innerhalb von Sekunden befestigt der Monteur aus dem Hubschrauber heraus die Vogelschutzfahnen an der Freileitung oberhalb der Volme. Zuvor hat er die Maschine mit einem Kabel mit der Erdleitung verbunden. ▪

KIERSPE ▪ Hochspannungsleitungen sorgen nicht nur bei Umweltschützern und Anwohnern für Ungemach. Auch Vögel haben so ihre liebe Not mit den Freileitungen, die ihr Revier und ihre Flugbahn durchschneiden.

Bereits seit Jahren wird das Problem untersucht. Und tatsächlich ist es so, dass die Vögel zwar meist das Bündel aus stromführenden Kabeln erkennen und diesem ausweichen. Häufig durch einen schnellen Aufstieg. Dabei übersehen die Tiere aber oft das ganz oben und einzeln verlaufende Erdkabel.

Zwischen 400 und 700 Vögel können nach Berechnungen von Naturschutzverbänden wie dem BUND durch dieses Kabel im Jahr zu Tode kommen. Allerdings verteilen sich die „Opferzahlen“ nicht gleichmäßig über die gesamte Freileitung. Besonders gefährdet sind die Vögel in Durchzugsgebieten und dort, wo die Kabel Flüsse kreuzen. So auch im Volmetal in Höhe der Kiersper Kläranlage.

Nach Untersuchungen, die in den Niederlanden Ende der 90er Jahre vorgenommen wurden, können rund 90 Prozent der Tiere gerettet und vor einer Kollision bewahrt werden, wenn das Erdkabel besser sichtbar wird.

Dafür ist aber ein ganz spezieller „Vogel“ notwendig. Denn nur vom Hubschrauber aus lassen sich die sogenannten Vogelschutzfahnen an den Leitungen befestigen.

Nachdem aufgrund zu starken Windes diese Aktion vor einigen Wochen abgesagt werden musste, war es nun so weit.

Ganz langsam steuert der Pilot seine Maschine mit eingezogenem Fahrwerk an die Leitung heran – auf Armlänge. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn in der geöffneten Tür des Luftfahrzeuges sitzt der Monteur, der die Vogelschutzfahnen anbringt. Zuvor muss er allerdings mit Hilfe einer Klemme, die er an dem Kabel anbringt, einen Potentialausgleich herstellen. Dann geht alles ganz schnell. Mit geübten Handgriffen befestigt er die Schutzfahnen, die nach wenigen Sekunden in der Sonne hell glänzen.

Insgesamt lässt der Stromversorger Mark E 3,3 Kilometer an Freileitungen mit den optischen Warnern ausrüsten. Dabei müssen acht Leitungsabschnitte zwischen 16 Masten angeflogen werden. ▪ Johannes Becker

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