Zwangsversteigerung

Die beste Adresse am Platz: Altes Hotel im MK wird versteigert

hotel rönsahl
+
In völlig verwahrlostem Zustand befindet sich auch die Umlage – wie die Front zur Hauptstraße – des ehemaligen Vorzeige-Hotels in der Ortsmitte von Rönsahl.

Der von Jahr zu Jahr sichtlich zunehmende desolate Zustand des ehemaligen Hotels Zur Leie als zentraler Gebäudekomplex an der Hauptstraße 46 in der Ortsmitte ist den Rönsahlern seit Langem ein Dorn im Auge.

Rönsahl – Nachdem sämtliche Versuche, das bekannte und kurz nach 1900 in der heutigen Form errichtete und als Wohn- und Geschäftshaus genutzte repräsentative Anwesen nach jahrelangem Leerstand einem sinnvollen Verwendungszweck zuzuführen, gescheitert waren, scheint jetzt nur noch der Abrissbagger als letzte Lösung zu bleiben. Das Amtsgericht Meinerzhagen hat jedenfalls für Ende August die Zwangsversteigerung des mittlerweile praktisch zur Ruine verkommenen Gebäudekomplexes angeordnet.

Damit wird dann das letzte Kapitel aufgeschlagen in der zuvor über etliche Jahrzehnte geschriebenen Geschichte des weit über die Ortsgrenzen hinaus wegen seiner gepflegten Gastlichkeit bekannten und geschätzten ehemaligen Hotels Zur Leie, das – zumal zu Zeiten der früheren Eigentümerfamilie Sure und auch noch Jahre später – zu den absoluten Vorzeigeobjekten im heimischen Gastronomiegewerbe gezählt wurde und unter anderem als Tagungslokal für den Gemeinderat, Treffpunkt des Rotary-Clubs, Vereinslokal des MGV und des TSV Rönsahl sowie als gastliche Stätte für Vereins- und Familienfeiern aller Art als wichtiger Faktor im dörflichen Geschehen galt.

Auch für die Dorfgemeinschaft Rönsahl war die Existenz des Hotels Zur Leie, genau so lange eben, wie der Hotelbetrieb funktionierte, ein „Pfund, mit dem man wuchern konnte“.

Das änderte sich – zunächst allmählich, dann aber immer rasanter – mit dem wirtschaftlichen Niedergang des Komplexes, einhergehend mit mehrmaligem Besitzer- und Nutzungswechsel, der letztendlich vor Jahren in Leerstand und völliger Verwahrlosung des Gesamtkomplexes mündete.

So hatte der vorherige Besitzer die Eigentumsrechte an dem Objekt und somit auch die Haftung an das Land NRW abgetreten. Wohl oder übel mussten sich der Märkische Kreis und die Stadt Kierspe kraft gesetzlicher Bestimmungen in der Folge mehrfach um die zunehmend gefährdete Verkehrssicherheit des Gebäudes durch herabfallende Bauteile von Gesimse und Dach kümmern, was auch geschah.

Derzeit ist der marode Komplex des ehemaligen Hotels nach wie vor ein besonderes Sorgenkind in Rönsahl, dies auch im Hinblick auf eine weitere Beteiligung des mehrmaligen Golddorfes Rönsahl am Dorfwettbewerb von Kreis und Land und mit Blick auf den aktuellen Dorfentwicklungsplan. Auch diesbezüglich besteht ein öffentliches Interesse am Ergebnis der angekündigten Zwangsversteigerung und der sich anschließenden weiteren Entwicklung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare