„Untermieter“ im Holzschuppen

Familie aus MK entdeckt riesiges Hornissen-Nest in Gartenschuppen

Hornissen - Nest - Hinterste Berg - Selbach
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Das große Nest eines Hornissenstaats dürfte nicht nur für Familie Selbach recht beeindruckend sein, schließlich hat man nur sehr selten solche Gäste für einen Sommer im Holzschuppen.

Es war eine Überraschung der ganz besonderen Art, die Marc Selbach und seine Schwester Jennifer Krohn-Selbach vor knapp vier Wochen erlebten. Die beiden wollten mit Unterstützung ihrer Mutter Danjela Selbach Brennholz in einem Schuppen neben dem Haus in Hinterste Berg einlagern, nahmen aber erst einmal schnell Abstand davon, als sie das Nest von Hornissen entdeckten.

Kierspe - Wann sich die Königin und ihr Gefolge dazu entschlossen hatten, ihr Nest an dieser Stelle, einem Dachbalken des Brennholzschuppens, zu errichten, ist nicht bekannt. Am 23. August befand es sich auf jeden Fall noch im Bau, zeigte viele Hornissen beim Nestbau und gewährte dem Betrachter in Kierspe einen Blick auf die filigrane Wabenbautechnik.

Danjela Selbach begegnet den Hornissen in ihrem Holzschuppen nach wie vor mit großem Respekt, bewundert aber auch die Baukunst der Tiere.

Von Vorteil ist dabei, dass Hornissen – im Gegensatz zu Wespen oder Bienen – als friedlich und berechenbar gelten. Lediglich bei Unruhe oder Gefahr für das Nest, beispielsweise durch Erschütterungen oder hektische Bewegungen, werden die großen Insekten ihr Heim verteidigen. Sie haben ebenso wie Bienen und Wespen – die im Übrigen auch auf dem Speiseplan der Hornissen stehen – einen Giftstachel. Ein Stich damit ist durchaus schmerzhaft, allerdings, allen Unkenrufen zum Trotz, nicht gefährlicher als der einer Wespe oder Biene.

Danjela Selbach und ihre beiden erwachsenen Kinder aus Kierspe informierten sich natürlich über ihre neuen „Untermieter“ im Internet und erfuhren dort auch, dass die Hornissen unter Naturschutz stehen. Die Tiere zu töten oder das Nest zu entfernen beziehungsweise zu zerstören, ist nach dem Bundesartenschutzgesetz nicht erlaubt. Familie Selbach wird aber nur bis zu den ersten Frostnächten mit den Besuchern im Schuppen leben müssen, dann werden die Hornissen sterben und das Nest kann entfernt werden.

So sah das Nest aus, als es von Marc Selbach und Jennifer Krohn-Selbach Ende August entdeckt wurde.

Dafür habe man, erzählt Danjela Selbach, bereits einen Imker kontaktiert, der dann – mit Schutzanzug – das Hornissennest entfernen kann. Denn die Tiere, so weiß man, werden das Nest (im nächsten Jahr) nicht ein zweites Mal nutzen, sondern irgendwo anders eines errichten. Allerdings, so befürchtet die Kiersperin, wird es wohl nicht nur beim einfachen Entfernen des Nestes bleiben.

Denn die Tiere haben durch Dachpfannen einen Eingang nach draußen aufs Dach gebaut, sozusagen die Einflugschneise für die bis 2,5 Zentimeter großen Insekten. Es sieht sogar ein wenig danach aus, als hätten die Tiere kleine Löcher im Giebelbereich mit dem Material abgedichtet, mit dem sie auch ihr Nest bauen. Da könnte einiges an Arbeit und Kosten auf die Kiersper Familie zukommen. Die Behausung ist übrigens in den vergangenen knapp vier Wochen mehr als doppelt so groß geworden – es gewährt auch keinen Blick mehr auf die Waben.

Die „Einflugschneise“ des Hornissennestes befindet sich auf dem Dach.

Aber da die Selbachs den Hornissen mit gehörigem Respekt begegnen, lässt man sie im Schuppen gewähren und in Ruhe. Ein Vorteil habe es aber, meint Danjela Selbach: „Wir haben fast gar keine Wespen in diesem Jahr“. Man konnte also ungestört draußen sitzen und Kuchen oder anderes genießen, ohne von Wespen oder Bienen gestört zu werden. Die Hornissen, die als Schädlingsbekämpfer gelten, interessiert das süße Getränk oder der Kuchen nicht, sie bleiben fern. Ihre Nahrung und die für die Brut besteht aus vielen anderen Insekten.

Das große Nest eines Hornissenstaats dürfte nicht nur für Familie Selbach recht beeindruckend sein, schließlich hat man nur sehr selten solche Gäste für einen Sommer im Holzschuppen.

Für Danjela Selbach und ihren Kindern Marc und Jennifer ist die Begegnung mit den Hornissen in diesem Sommer etwas Besonderes und bislang auch Einmaliges. So habe man nicht nur die Wabentechnik bestaunen und bewundern, sondern unter anderem ebenfalls hören können, dass es regelrecht knistert, wenn die Hornissen in ihr sehr großes Nest krabbeln.

Die Asiatische Hornisse fühlt sich mittlerweile auch in Deutschland wohl. In den Medien wird sie oftmals als „Killer-Hornisse“ bezeichnet. Asiatische Riesenhornissen tragen diesen Beinamen, weil sie Bienen reißen.

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