Großes Interesse

Das Wohnzimmer-Orchester: Homeoffice-Projekt der Bigband Swingsound

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So präsentiert sich Swingsound mit ihrem Homeoffice-Projekt, der Filmmusik Captain Future.

„Wir wollen gemeinsam Musik machen“ – diese Aussage von Clemens Wieland, Vorsitzender der Musikgemeinschaft Kierspe, ist von der Bigband Swingsound und ihrem Leiter Dirk Pawelka ganz neu definiert worden.

Kierspe – Die Musiker funktionierten ihre eigenen Wohnzimmer zum Tonstudio um, Ehefrauen beziehungsweise -männer oder andere Familienangehörige wurden zu Kameramann oder -frau und der Bigbandleiter zum Videocutter und Mischpultexperten – mit einem Ergebnis, das sich sehen und besonders hören lassen kann.

Das Projekt „Filmmusik Captain Future“, das Dirk Pawelka vor vier Wochen initiiert, hatte, ist seit dem Wochenende bei Youtube zu finden. „Das ist Tonstudio-Qualität“, freut sich Wieland über das seiner Ansicht nach überaus gelungene Homeoffice-Projekt. Es habe sogar schon ein dickes Lob von Christian Bruhn gegeben. Der Komponist – aus dessen Feder Captain Future stammt – und Produzent, der als einer der erfolgreichsten in Deutschland gilt, hat sich per E-Mail begeistert über das Swingsound-Homeoffice-Projekt geäußert.

Dabei sei das Ganze gar nicht so einfach gewesen, verrät Clemens Wieland, alleine Zuhause, ohne Rhythmus, Intonation und ohne die anderen Musiker seinen Part einzuspielen. Geholfen habe aber ein Musterstück der Filmmusik, sodass die Mitglieder der Bigband mit Knopf im Ohr mit ihrem Instrument ihre Stimme einspielen konnten. Einige hätten aber ein zweites Mal ran gemusst, hatten ihre Stimme erneut einzuspielen, weil sie ohne Knopf im Ohr ganz alleine doch aus dem Rhythmus gekommen waren. Zwei Wochen hatte Bandleader Pawelka seinen Musikerinnen und Musikern Zeit gegeben, dann waren die Videos in eine Dropbox hochzuladen.

Video: Swingsound - Captain Future Theme

Damit begann dann die doch für einen Dirigenten recht ungewöhnliche Aufgabe, aus 21 instrumentalen Einzelstimmen (am Computer) ein Ganzes zu machen. Pawelka ist es innerhalb einer guten Woche gelungen, aus den Puzzleteilen das Mosaik zusammenzusetzen – „sehr gelungen“, findet Vorsitzender Wieland und selbst Mitglied von Swingsound. Für die zweite Bigband der Musikgemeinschaft, High Vol(u)me, steht ein ähnliches Homeoffice-Projekt auf dem Plan.

Möglicherweise kann dies aber vom Homeoffice zu gemeinsamen Proben geändert werden. Denn seit der vergangenen Woche, so weiß Clemens Wieland, dürfen auch Orchester wieder proben – unter Einhaltung des Mindestabstands von drei Metern in Räumen beziehungsweise 1,5 Meter unter freiem Himmel. „Doch unser Probenraum ist nicht so groß, als dass dort 21 Musiker und Bandleader den Abstand einhalten könnten“, verdeutlicht der Vorsitzende, dass der Vorstand der Musikgemeinschaft noch auf der Suche nach einer endgültigen Lösung ist. Lediglich sogenannte Satzproben, also nur beispielsweise Trompeter, Posaunisten oder Saxofonisten können wieder im gewohnten Raum proben. Denn es seien dann vielleicht vier, maximal sechs Musiker, die dann den Mindestabstand einhalten könnten.

Überlegungen gehen dahin, vielleicht den Ratssaal für Proben zu nutzen, oder den Innenhof des Rathauses. Denn im Gegensatz zu beispielsweise Chören hätten die Bigbands immer ein logistisches Problem zu lösen: Die Schlagzeuganlage muss ebenso wie die Gesangs- und Keyboardanlage – mit Verstärkern, Lautsprecherboxen und Mikrofonen – aufgebaut werden. „Der Vorstand wird in Kürze eine Lösung skizzieren“, sagt Clemens Wieland. Darin wird dann auch enthalten sein, ob man den Probentermin von Freitag auf Samstag verlegt und dann gleich einen halben Tag ansetzt. Solange kann sich sozusagen jeder die Filmmusik Captain Future von Swingsound bei Youtube ansehen und anhören. Das haben am vergangenen Wochenende offensichtlich nicht nur die Musiker und ein paar Freunde gemacht. „Unser Video ist am ersten Wochenende bereits 1000 Mal aufgerufen worden“, freut sich der Vorsitzende der Musikgemeinschaft, das sei schon eine Hausnummer.

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