Holzpreise bleiben auf hohem Niveau

Förster Uwe Treff setzt bei Neuanpflanzungen verstärkt auf Wuchsschutzhüllen, um weniger Verluste durch Trockenheit, Schädlinge und Verbiss hinnehmen zu müssen. -  Foto: Becker

KIERSPE - Der Regen der vergangenen Tage kam gerade rechtzeitig, um Schäden durch Trockenheit bei den Neuanpflanzungen zu verhindern. Der massenhaften Vermehrung des Borkenkäfers werden die Niederschläge aber nichts anhaben, davon ist Förster Uwe Treff überzeugt.

„Noch hat sich die Trockenheit bei den Neuanpflanzungen nicht gravierend ausgewirkt, die Fichtenspitzen sind noch grün und auch die Birken, die sehr empfindlich auf Wassermangel reagieren, haben kaum gelbe Blätter. Vor allem der Regen der vergangenen Tage hat den jungen Bäumen gut getan“, so Förster Uwe Treff im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung. Die Verfärbung der Buchenblätter, die an vielen Bäumen zu beobachten sei, habe mit dem Wetter nichts zu tun. Dabei handele es sich vielmehr um eine Konsequenz aus dem Verhalten des Buchenspringrüsslers, der seine Larven in die Blätter lege und diese so schädige. „Das beeinträchtigt die Buchen aber nicht nachhaltig“, so der Kiersper. Ganz anders sehe es da schon bei den Borkenkäfern aus. Da mache sich der Sturm vom 20. Juni extrem bemerkbar. Um eine massenhafte Vermehrung von Buchdrucker und Kupferstecher zu verhindern, müssten die abgeknickten Stämme möglichst schnell aus dem Wald abgefahren werden. Das gelte vor allem für das Nadelholz, das von den Schädlingen immer zuerst angegriffen werde. Treff: „Das Problem bei diesen Käfern ist, dass es kein wirksames Gift gibt und deshalb der Abtransport des Holzes die einzige Gegenwehr ist.“ Die Fallen, die man früher aufgestellt habe, hätten sich als wirkungslos erwiesen und würden heute nur noch zur Schätzung des Bestandes verwendet.

Erfreut zeigte sich der Förster von den derzeit hohen Preisen, die sich für Fichtenholz erzielen ließen: „Für den Festmeter Fichtenholz werden zurzeit mehr als 100 Euro gezahlt, wobei die sauerländer Holzpreise die höchsten in ganz Europa sind. Zum Vergleich: Nach dem der Orkan Kyrill über das Land gefegt ist, haben wir gerade einmal 44 bis 48 Euro für den Festmeter bekommen.“ Geliefert werde das Holz ausschließlich an Sägewerke im Sauerland und angrenzenden Regionen.

Allerdings kann Treff den Sägewerken längst nicht soviel Holz anbieten, wie diese gerne hätten: „Viele Waldbesitzer halten sich beim Verkauf zurück. Sie müssen ja nur die Hälfte schlagen lassen, um aufs gleiche Geld zu kommen.“

Da trifft es sich – zumindest für die Sägewerke – gar nicht schlecht, dass allein im Revier von Uwe Treff rund 3000 Festmeter Holz von dem Sturm am 20. Juni umgeworfen wurden und damit ein Drittel des jährlichen Einschlags auf diese Weise zur Verfügung steht.

Damit auch in Zukunft genügend Bäume nachwachsen, setzt Treff immer mehr auf Pflanzen, die ihre ersten Jahre in sogenannten Wuchsschutzhüllen verbringen, in denen sie vor Schädlingen, Verbiss und Trockenheit geschützt sind. „Von 1000 Pflanzen in solchen Hüllen, habe ich nur eine einzige verloren. Deshalb lohnt sich dieses Verfahren, auch wenn es mehr als dreimal so teuer ist wie das ungeschützte Pflanzen von jungen Bäumen“, so der Förster. - Johannes Becker

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